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  Olympische Winterspiele 2002 in Salt Lake City
  Bericht über das Einzelspringen K120, Mittwoch, 13. Februar 2002

Simon Ammann ist seit heute Doppel-Olympiasieger im Skispringen. Nach seinem Erfolg am Sonntag auf der K90-Schanze siegte er auch auf der Großschanze und schaffte als zweiter Springer in der Geschichte nach dem Finnen Matti Nykänen 1988 das Gold-Double.

Mit 281,4 Punkten (132,5/133,0m) setzte er sich vor Adam Malysz (269,7 Punkte/131,0/128,0) und Matti Hautamäki (256,0 Punkte/127,0/125,5) durch. "Das war der schönste Sprung meiner Karriere. Es ist ein Wahnsinn, jetzt bin ich innerhalb von wenigen Tagen zweimal Olympiasieger geworden", freute sich der kleine Schweizer noch im Auslauf.

Für Sven Hannawald, der nach dem ersten Durchgang mit Ammann punktgleich in Führung gelegen hatte, blieb nach einem Sturz im zweiten Durchgang (255,3 Punkte/132,5/131,0) nur der undankbare vierte Platz in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Wettkampf.
Bundestrainer Reinhard Heß stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben und Co-Trainer Wolfgang Steiert vergrub das Gesicht in seinen Händen, als Hannawald bei seinem Finalsprung auf 131 m ins Straucheln kam und in den Schnee greifen musste. 0,7 Punkte fehlten dem 27-Jährigen am Ende zu Bronze.
"Ich habe im ersten Moment gedacht, dass ich nach dem Sturz zwischen Platz sieben und zehn liege. Als ich dann gemerkt habe, dass ich nur sieben Zehntelpunkte an Bronze fehlten, war das der zweite Hammer", ließ Hannawald seinem Frust freien Lauf.

Obwohl die Jury den Wettkampf im ersten Durchgang wegen schlechter Windbedingungen vor den Top 3 unterbrach, erzielte der Hinterzartener exakt die gleiche Weite und die gleiche Punktzahl (140,5) wie Ammann.
"Das war eine richtig gute Bombe. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Spannender kann es nicht sein", freute sich Hannawald. Im Finale legte Ammann dann noch einen drauf und steigerte den Schanzenrekord auf 133 m. Der direkt danach springende Hinterzartener riskierte alles, stand am Ende aber mit leeren Händen da.

Die Mannschaft des DSV hatte zunächst Protest gegen die Wertung des gestürzten Sprunges von Sven Hannawald eingelegt, diesen dann aber zurückgezogen. DSV-Vertreter Rudi Tusch musste einsehen: "Das war eine ganz faire Angelegenheit bei der Jury. Wir haben uns das Video zusammen angeschaut, der Sprung war eindeutig gestürzt. Da haben wir unseren Protest wieder zurückgezogen."
Zuvor war man der Meinung, dass Hannawald nicht gestürzt, sondern nur gerodelt war, und der Punktabzug zu hoch ausgefallen sei. Im Falle eines erfolgreichen Protestes wäre Hannawald noch von Rang vier auf den Bronzeplatz vorgerückt.

Martin Schmitt, der nach dem ersten Durchgang noch auf Platz sechs gelegen hatte, musste im Finaldurchgang ebenfalls einen Rückschlag hinnehmen und belegte am Ende Rang zehn (240,4/26,0/119,5).
"Ich habe Probleme und kann daher nicht so viel erwarten. Es war eine Steigerung erkennbar, ist aber noch nicht alles perfekt", fiel die enttäuschende Einzel-Bilanz von Schmitt aus. "Ihm fehlt der Druck beim Absprung", analysierte Heß.
Stephan Hocke auf Platz 12 und Michael Uhrmann als 16. komplettierten das gute Ergebnis des Deutschen Skiverbandes. "Mein Telemark war nicht optimal. Ich weiß auch nicht, warum es bei der Landung nicht so gut lief", analysierte Uhrmann mit einem Kopfschütteln seinen Sprung.
Für den Einsatz beim Mannschaftsspringen am Montag haben die beiden neben Sven Hannawald und Martin Schmitt die besten Chancen. Damit dürfte für Christof Duffner das Unternehmen Olympia 2000 vorbei sein, obwohl laut Bundestrainer Heß "das letzte Wort noch nicht gesprochen ist".

Die Österreicher befinden sich nach ihrem Debakel auf der Normalschanze wieder im Aufwärtstrend, Stefan Horngacher wurde Fünfter, Martin Koch belegte Rang acht. Martin Höllwarth und Andreas Widhölzl wurden 14. bzw. 18.. "Mit einem fünften Platz habe ich eigentlich gar nicht gerechnet, ich bin total zufrieden damit. Ein fünfter Platz bei einer Olympiade ist ja nichts Schlechtes", meinte Horngacher.
Andreas Widhölzl war dagegen enttäuscht: "Ich verstehe auch nicht, wie man innerhalb von einer Woche mit guter Form auf ein Mal so einen Müll zusammenspringen kann." Sein Problem sieht Widhölzl "nur am Tisch. In der Luft habe ich kein Problem."

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