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Simon Ammann ist seit heute Doppel-Olympiasieger
im Skispringen. Nach seinem Erfolg am Sonntag auf
der K90-Schanze siegte er auch auf der Großschanze
und schaffte als zweiter Springer in der Geschichte
nach dem Finnen Matti Nykänen 1988 das Gold-Double.
Mit 281,4 Punkten (132,5/133,0m) setzte er sich vor
Adam Malysz (269,7 Punkte/131,0/128,0) und Matti Hautamäki
(256,0 Punkte/127,0/125,5) durch. "Das war der schönste
Sprung meiner Karriere. Es ist ein Wahnsinn, jetzt
bin ich innerhalb von wenigen Tagen zweimal Olympiasieger
geworden", freute sich der kleine Schweizer noch im
Auslauf.
Für Sven Hannawald, der nach dem ersten Durchgang
mit Ammann punktgleich in Führung gelegen hatte,
blieb nach einem Sturz im zweiten Durchgang (255,3
Punkte/132,5/131,0) nur der undankbare vierte Platz
in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Wettkampf.
Bundestrainer Reinhard Heß stand das Entsetzen ins
Gesicht geschrieben und Co-Trainer Wolfgang Steiert
vergrub das Gesicht in seinen Händen, als Hannawald
bei seinem Finalsprung auf 131 m ins Straucheln kam
und in den Schnee greifen musste. 0,7 Punkte fehlten
dem 27-Jährigen am Ende zu Bronze.
"Ich habe im ersten Moment gedacht, dass ich nach
dem Sturz zwischen Platz sieben und zehn liege. Als
ich dann gemerkt habe, dass ich nur sieben Zehntelpunkte
an Bronze fehlten, war das der zweite Hammer", ließ
Hannawald seinem Frust freien Lauf.
Obwohl die Jury den Wettkampf im ersten Durchgang
wegen schlechter Windbedingungen vor den Top 3 unterbrach,
erzielte der Hinterzartener exakt die gleiche Weite
und die gleiche Punktzahl (140,5) wie Ammann.
"Das war eine richtig gute Bombe. Genau so habe
ich mir das vorgestellt. Spannender kann es nicht
sein", freute sich Hannawald. Im Finale legte
Ammann dann noch einen drauf und steigerte den Schanzenrekord
auf 133 m. Der direkt danach springende Hinterzartener
riskierte alles, stand am Ende aber mit leeren Händen
da.
Die Mannschaft des DSV hatte zunächst Protest
gegen die Wertung des gestürzten Sprunges von
Sven Hannawald eingelegt, diesen dann aber zurückgezogen.
DSV-Vertreter Rudi Tusch musste einsehen: "Das war
eine ganz faire Angelegenheit bei der Jury. Wir haben
uns das Video zusammen angeschaut, der Sprung war
eindeutig gestürzt. Da haben wir unseren Protest wieder
zurückgezogen."
Zuvor war man der Meinung, dass Hannawald nicht gestürzt,
sondern nur gerodelt war, und der Punktabzug zu hoch
ausgefallen sei. Im Falle eines erfolgreichen Protestes
wäre Hannawald noch von Rang vier auf den Bronzeplatz
vorgerückt.
Martin Schmitt, der nach dem ersten Durchgang noch
auf Platz sechs gelegen hatte, musste im Finaldurchgang
ebenfalls einen Rückschlag hinnehmen und belegte
am Ende Rang zehn (240,4/26,0/119,5).
"Ich habe Probleme und kann daher nicht so viel erwarten.
Es war eine Steigerung erkennbar, ist aber noch nicht
alles perfekt", fiel die enttäuschende Einzel-Bilanz
von Schmitt aus. "Ihm fehlt der Druck beim Absprung",
analysierte Heß.
Stephan Hocke auf Platz 12 und Michael Uhrmann als
16. komplettierten das gute Ergebnis des Deutschen
Skiverbandes. "Mein Telemark war nicht optimal. Ich
weiß auch nicht, warum es bei der Landung nicht so
gut lief", analysierte Uhrmann mit einem Kopfschütteln
seinen Sprung.
Für den Einsatz beim Mannschaftsspringen am Montag
haben die beiden neben Sven Hannawald und Martin Schmitt
die besten Chancen. Damit dürfte für Christof
Duffner das Unternehmen Olympia 2000 vorbei sein,
obwohl laut Bundestrainer Heß "das letzte
Wort noch nicht gesprochen ist".
Die Österreicher befinden sich nach ihrem Debakel
auf der Normalschanze wieder im Aufwärtstrend,
Stefan Horngacher wurde Fünfter, Martin Koch belegte
Rang acht. Martin Höllwarth und Andreas Widhölzl wurden
14. bzw. 18.. "Mit einem fünften Platz habe ich eigentlich
gar nicht gerechnet, ich bin total zufrieden damit.
Ein fünfter Platz bei einer Olympiade ist ja nichts
Schlechtes", meinte Horngacher.
Andreas Widhölzl war dagegen enttäuscht:
"Ich verstehe auch nicht, wie man innerhalb von einer
Woche mit guter Form auf ein Mal so einen Müll zusammenspringen
kann." Sein Problem sieht Widhölzl "nur am Tisch.
In der Luft habe ich kein Problem."
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