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  Olympische Winterspiele 2002 in Salt Lake City
  Bericht über das Einzelspringen K90, Sonntag, 10. Februar 2002

In einem unglaublich spannenden Wettkampf gewann der Schweizer Simon Ammann die Goldmedaille von der Normalschanze. Er siegte mit 98 und 98,5 Metern (269 Punkten) vor Sven Hannawald (97 und 99/267,5) und Adam Malysz (98,5 und 98/263).

Der junge Schweizer konnte seinen Erfolg selbst kaum fassen und wurde von seinen Teamkollegen Freiholz und Küttel durch den Auslauf getragen, während ihm Sven Hannawald fair applaudierte. Drei Wochen nach seinem schweren Sturz in Willingen feierte Ammann den ersten großen Sieg seiner Karriere - im Weltcup hatte er zuvor nie gewonnen.

Sven Hannawald war von seinem zweiten Platz nicht im mindesten enttäuscht: ”Ich bin so froh mit Silber, weil mir die Normalschanze nicht so liegt. Die Farbe ist mir egal. Ich wäre sogar mit Bronze zufrieden gewesen. Von außen habe ich vielleicht cool gewirkt, aber innen sah es ganz anders aus. Ich bin heilfroh, dass der Wettkampf vorbei ist, sonst hätte ich einen Herzkasper bekommen. Ich widme die Medaille meinem Team, und jetzt gibt´s die Belohnung von unserem Koch.“

Martin Schmitt mußte sich mit Platz sieben zufriedengeben und war etwas ratlos: ”Ich weiß auch nicht woran es liegt. Ich komme mit der Schanze nicht so gut zurecht. Ich hatte schon mit einer Medaille geliebäugelt. Da muss ich jetzt halt auf der Großschanze angreifen."
Einen sehr guten achten Rang belegte der erst im letzten Moment ins Olympiaaufgebot von Reinhard Heß gerutschte Michael Uhrmann, der sein Ergebnis so kommentierte: ”Der zweite Sprung war wichtig. Ich bin zufrieden mit dem Wettkampf.“ Christof Duffner kam auf Platz 17.

Auch Bundestrainer Reinhard Heß zog eine positive Bilanz des Wettkampfes. "Medaille ist Medaille. Sven hat das konserviert, was er die ganze Saison über gezeigt hat. Mit der Mannschaftsleistung bin ich sehr zufrieden, aber Martin sollte den Wettbewerb schnell vergessen", erklärte Heß, der für das Einzel- und Teamspringen auf der Großschanze ankündigte: "Auf der Großschanze sind wir noch besser. Wir wollten hier zwei Medaillen gewinnen und sind voll im Soll."

Für die im Vorfeld hoch gehandelten Österreicher lief es dagegen nicht so gut, sie erzielten das schlechteste Olympia-Resultat seit vielen Jahren. Stefan Horngacher kam auf Rang elf, Martin Koch belegte Rang 14. Andreas Widhölzl und der immer noch grippegeschwächte Martin Höllwarth mussten sich mit den Rängen 24 und 25 begnügen.

"Es ist halt schlimm, ausgerechnet hier habe ich das schlechteste Saisonergebnis gebracht", meinte ein enttäuschter Höllwarth. Andreas Widhölzl meinte: "Ich habe statt einen Schritt vorwärts drei Schritte zurück gemacht."

Nur Stefan Horngacher und Martin Koch waren nicht ganz so geknickt wie ihre Teamkameraden: "Mein zweiter Sprung gibt mir Zuversicht für den nächsten Wettkampf", meinte Horngacher, und Koch war mit seinem Olympia-Debüt zufrieden: "Außerdem liegt mir die große Schanze mehr."




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