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Der Traum vom Gold wurde wahr: in einem dramatischen
Finale gewannen die DSV-Adler mit nur 0,1 Punkten
Vorsprung vor Finnland die ersehnte Goldmedaille.
Sven Hannawald (123,5/120,5 Meter), Stephan Hocke
(118,5/119,5), Michael Uhrmann (128/125) und Martin
Schmitt (131,5/123,5) lagen umgerechnet nur 5,5 cm
vor den Finnen (974,0 Punkte). Platz drei belegten
die Slowenen (946,3). Die Mitfavoriten aus Österreich
mussten sich am Ende mit dem undankbaren vierten Platz
zufriedengeben (926,8).
Martin Schmitt, der mit neuen Ski angetreten war,
fand rechtzeitig zu alter Stärke zurück
und sorgte für das goldene Happyend. Nach seinem
letzten Sprung ging er im Auslauf in die Knie, schlug
die Hände vor´s Gesicht und wartete mit bangem Blick
auf die Wertung. "Ich habe zwischendurch schon gemerkt,
dass es knapp werden könnte", gab Schmitt zu: "Ich
habe gezogen bis zum allerletzten."
Damit holten die deutschen Skispringer den ersten
Team-Olympiasieg seit 1994 in Lillehammer. Damals
hatten Jens Weißflog, Dieter Thoma, Christof
Duffner und Hansjörg Jäkle triumphiert.
"Ich weiß nicht, ob ich so einen Wettbewerb nochmal
durchstehe. Es entschied sich zwischen Martin und
Ahonen - einfach unglaublich", stöhnte Bundestrainer
Reinhard Heß. "Ich glaube, das war heute ausgleichende
Gerechtigkeit, man sollte uns das Gold gönnen." Auch
seine Athleten waren von dem Skisprung-Krimi geschafft:
"Ich brauche jetzt erstmal ein großes Weißbier,
dann geht es vielleicht wieder", sagte Michael Uhrmann,
der mit zwei hervorragenden Sprüngen einen großen
Anteil am Erfolg hatte. Stephan Hocke stammelte immer
wieder "unglaublich, unvorstellbar, unfassbar".
Sven Hannawald, der noch beim Frühstück
wegen der Entzündung seines rechten Schienbeinmuskels
kaum laufen konnte, war nicht 100%ig in Topform: „Ich
war nach dem Sturz nicht so frei im Kopf. Ich bin
halt keine Maschine und kann alles einfach vergessen.
Da ich gehandicapt war, konnte ich nicht mein Maximum
bringen." Doch nach dem Sieg waren die Beschwerden
vergessen: "Jetzt ist alles scheißegal. Wir haben
unsere Medaille."
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