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  Olympische Winterspiele 2002 in Salt Lake City
  Bericht über das Teamspringen K120, Montag, 18. Februar 2002

Der Traum vom Gold wurde wahr: in einem dramatischen Finale gewannen die DSV-Adler mit nur 0,1 Punkten Vorsprung vor Finnland die ersehnte Goldmedaille.

Sven Hannawald (123,5/120,5 Meter), Stephan Hocke (118,5/119,5), Michael Uhrmann (128/125) und Martin Schmitt (131,5/123,5) lagen umgerechnet nur 5,5 cm vor den Finnen (974,0 Punkte). Platz drei belegten die Slowenen (946,3). Die Mitfavoriten aus Österreich mussten sich am Ende mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben (926,8).

Martin Schmitt, der mit neuen Ski angetreten war, fand rechtzeitig zu alter Stärke zurück und sorgte für das goldene Happyend. Nach seinem letzten Sprung ging er im Auslauf in die Knie, schlug die Hände vor´s Gesicht und wartete mit bangem Blick auf die Wertung. "Ich habe zwischendurch schon gemerkt, dass es knapp werden könnte", gab Schmitt zu: "Ich habe gezogen bis zum allerletzten."
Damit holten die deutschen Skispringer den ersten Team-Olympiasieg seit 1994 in Lillehammer. Damals hatten Jens Weißflog, Dieter Thoma, Christof Duffner und Hansjörg Jäkle triumphiert.

"Ich weiß nicht, ob ich so einen Wettbewerb nochmal durchstehe. Es entschied sich zwischen Martin und Ahonen - einfach unglaublich", stöhnte Bundestrainer Reinhard Heß. "Ich glaube, das war heute ausgleichende Gerechtigkeit, man sollte uns das Gold gönnen." Auch seine Athleten waren von dem Skisprung-Krimi geschafft: "Ich brauche jetzt erstmal ein großes Weißbier, dann geht es vielleicht wieder", sagte Michael Uhrmann, der mit zwei hervorragenden Sprüngen einen großen Anteil am Erfolg hatte. Stephan Hocke stammelte immer wieder "unglaublich, unvorstellbar, unfassbar".

Sven Hannawald, der noch beim Frühstück wegen der Entzündung seines rechten Schienbeinmuskels kaum laufen konnte, war nicht 100%ig in Topform: „Ich war nach dem Sturz nicht so frei im Kopf. Ich bin halt keine Maschine und kann alles einfach vergessen. Da ich gehandicapt war, konnte ich nicht mein Maximum bringen." Doch nach dem Sieg waren die Beschwerden vergessen: "Jetzt ist alles scheißegal. Wir haben unsere Medaille."

Ein glückliches Knäuel




Das siegreiche DSV-Quartett
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