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Der Stellenwert des FIS Sommer Grand Prix 2002 war
so hoch wie nie zuvor.
Nach diesem Sommer muss niemand den Sinn der Sommerserie
in Frage stellen, in diesem Sommer war es mehr als
ein 'Warmmachen' zwischen den Wintern.
Es war eine hochklassige, aussagekräftige Standortbestimmung
mit dem echten Charakter einer eigenständigen
Serie.
Hauptursache für diesen Umstand waren die zahlreichen
Trainerwechsel und die damit verbundenen Veränderungen
innerhalb der Teams.
Im Gegensatz zu früheren Trainerwechseln waren
die Resultate
der geänderten Personalstrukturen bereits nach
wenigen Monaten sicht- und zählbar.
Offensichtlichstes Beispiel war dabei das Team aus
Norwegen unter der Führung von Mika Kojonkoski.
Nach einer langen Durststrecke kam das Team Norwegen
schlagartig wieder zurück in den Kreis der Besten.
Nicht einer oder zwei der Norweger haben einen deutlichen
Schritt nach vorne gemacht, sondern das ganze Team.
Weiteres beeindruckendes Beispiel war das Team aus
Österreich. Die ÖSV-Adler profitieren derzeit
allerdings nicht nur vom neuen Trainerstab um Hannu
Lepistö, sondern von dem komplett neu strukturierten
System das Toni Innauer geschaffen hat.
Innauer hat, nachdem er vom Cheftrainer der Springer
zum Chef Nordisch geworden ist, so ziemlich alles
verändert was man verändern konnte.
Die Strukturveränderung die Innauer herbeigeführt
hat war in diesem Sommer überaus erfolgreich.
'Alles richtig gemacht' heisst das Fazit für
den ÖSV nach dem Sommer Grand Prix 2002. Aber
Innauer ist nach dem Sommer 2001 auch klar, dass dieses
Ergebnis für den kommenden Winter zwar wichtig
ist, aber keinesfalls ein Grund sich auf den Lorbeeren
auszuruhen.
"Da muss ich schlucken, wenn es um den nächsten
Winter geht.
Wir müssen es schaffen auf diesem Erfolg aufzubauen
und die Leistungen mit in den Winter zu nehmen"
sagte Innauer in Innsbruck.
Neben Andi Widhoelzl und Martin Hoellwarth beeindruckte
in Reihen des ÖSV zum einen die Menge an Springern
die vorne mitspringen konnten, und zum anderen der
nahtlose Übergang zwischen A-Team und B-Team.
Herausragendes Beispiel war der junge Andreas Kofler
der bei drei Starts dreimal in den Punkterängen
(20, 17,13) landete.
Mit Reinhard Schwarzenberger konnte ein weiterer Athlet
zurück in den Kreis der Top-Leute geführt
werden.
Innauers Co-Trainer aus dem vergangenen Winter, Alex
Pointner, entpuppt sich als Geheimwaffe und leistet
offensichtlich in der zweiten Gruppe des ÖSV
ganze Arbeit.
Im Gegensatz zum ÖSV gelang in den Reihen des
deutschen Teams nicht viel.
Weder gelang es den Nachwuchsleuten Stephan Hocke
und Alex Herr sich ansprechend in Szene zu setzen,
noch konnten die erfahrenen Leute wie Michael Uhrmann
und Christof Duffner die fehlenden Top-Athleten Martin
Schmitt und Sven Hannawald auch
nur annähernd ersetzen.
Größtes Warnsignal muss in Reihen des DSV
allerdings die Tatsache sein, dass es bisher nicht
gelungen ist die Nachwuchsleute aus dem B-Kader näher
an die Spitze zu führen.
Mit dem 18-jährigen US-Amerikaner Clint Jones
hat sich einer im Kreis der Weltspitze etabliert,
mit dem man beim besten Willen nicht grechnet hatte.
Platz zwei im Endklassement dokumentiert die Konstanz
mit der Jones seine Sprünge während des
Sommers absolviert hat.
Jones kann nach diesem Sommer im Winter gemeinsam
mit seinem Mannschaftskollegen Alan Alborn für
reichlich Wirbel sorgen im Weltcup.
Alborn kann mit den Erfolgen seines Kollegen durchaus
umgehen.
"Ich hatte im Frühjahr so etwas wie Trainingsfrust
und habe dem Grand Prix in diesem Sommer keinen besonderen
Stellenwert gegeben" hatte Alborn zu seinen durchwachsenen
Ergebnissen gesagt.
Mit Jones hat Alborn nun einen idealen Trainingspartner,
einen Weltklassemann im Team. Die Zukunftsaussichten
für das US-Team sind glänzend.
Mit Adam Malysz haben Martin Schmitt und Sven Hannawald
nun einen weiteren hochkarätigen Mann im 'Club
der Knieverletzten'.
Die Entzündung im Knie von Adam Malysz ist ein
weiteres Indiz dafür, dass die Sportart Skispringen,
besonders wenn Spitzenweiten erreicht werden 'auf
die Knochen geht'.
Der Landedruck wird in den Grenzbereichen der Schanzen
derartig groß, dass der Körper die dauerhaften
Extrembelastungen irgendwann nicht mehr aushält
ohne zu rebellieren.
Nicht zufällig sind drei Männer betroffen
die über lange Zeit immer wieder ganz vorne sind,
die größten Weiten erreichen und deren
Gelenke damit dauerhaft die größten Belastungen
aushalten mussten.
Bei der derzeitigen Weitenjagd in Verbindung mit den
teilweise veralteten Profilen der Schanzen ist das
eine Erscheinung, die einen großen Teil der
Spitzenleute dieses Sports erwartet.
Immer vorausgesetzt ein Athlet schafft es dauerhaft
ganz vorne dabei zu sein.
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