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  Nord. Ski WM Predazzo - Daten und Fakten K120 - Einzel

· Adam Malysz hat mit zwei phantastischen Sprüngen das zweite WM-Gold seiner Karriere errungen.
Nach seinem Sieg auf der Normalschanze vor zwei Jahren bei der WM Lahti, wurde der Pole heute der König auf der Großschanze von Predazzo. Diese zwei Ereignisse trennen fast genau 24 Monate: Malysz siegte damals am 23.2.2001 in Lahti und jetzt am 22.2.2003 in Predazzo.
Der Superspringer aus Wisla sprang heute zweimal Schanzenrekord - im ersten Durchgang egalisierte er die neue Bestmarke von Matti Hautamaeki (134 Meter), im Finale flog er dann auf unglaubliche 136 Meter. Der letzte Skispringer, der zuletzt in einem einzigen Wettkampf zweimal Schanzenrekord sprang, war - ebenfalls Adam Malysz. Das war am 22.12.2001., der "Tatort" war ebenfalls Predazzo!
Damals sprang Adam "Riese" 132 Meter im ersten Durchgang und 132,5 Meter im Finale. Sein damaliger Rekord existierte nur 20 Tage lang: am 11.1.2002 wurde er von dem Kombinierer Ronny Ackermann auf 133 Meter verbessert.
Malysz gab sein Debüt 1995, bei der WM in Thunder Bay.
Er wurde als 18-jähriger auf Anhieb Elfter auf der Großschanze und Zehnter auf der Normalschanze. 1997 wurde er 36. bzw. 14. (Trondheim), 1999 kam er auf die Plätze 37. bzw. 27 (Ramsau). 2001 kam der große Durchbruch: Silber auf der Großschanze und Gold auf der Normalschanze.

· Der letzte Skispringer, der vor Malysz sowohl auf der Großschanze, als auch auf der Normalschanze Weltmeister werden konnte, war der Japaner Masahiko Harada. Der Altmeister, der für Predazzo 2003 nicht mehr nominiert wurde, gewann 1993 den K90 Event (WM in Falun), und 1997 den K120-Wettkampf (WM in Trondheim).

· Für Matti Hautamaeki war sein Sprung im ersten Durchgang auf 134 Meter der zweite Schanzenrekord seiner Karriere. Der Finne hat in der letzten Saison beim Weltcupspringen in Falun (Sweden) die alte Bestmarke auf der Lugnet-Schanze (128 Meter, gehalten von Primoz Peterka seit 1998) verbessert: damals sprang er 130,5 Meter, und gewann die Konkurrenz.

· Zwölf verschiedene Springer aus 6 Ländern (Österreich, Deutschland, Norwegen, Slowenien, Finnland, Japan) haben bisher in diesem Winter Weltcupspringen gewinnen können. Adam Malysz holte sich "nur" 2 zweite und 4 dritte Plätze, kann aber seit 13 Monaten (20.1.2002, Zakopane) keinen Wettkampf im Rahmen des Weltcups gewinnen.
Aber heute abend wird er sich natürlich keine Gedanken darüber machen: er wurde heute Weltmeister, er ist der glückliche 13. Springer, der in dieser Saison siegen konnte. Und wenn er weiter solche Sprünge zeigt, wie heute, dann wird er wohl sehr bald auch die "schwarze Serie" mit den Weltcupsiegen beenden.

· Es gibt nur 2 Athleten, die sowohl heute, als auch vor zwei Jahren in Lahti unter die Top-10 auf der Großschanze kommen konnten: die sind Malysz und Hannawald, damals 2. bzw. 6., heute 1. bzw. 7.
· Die andere 8 Springer unter den besten zehn von Lahti konnten ihre gute Plazierungen von 2001 nicht behaupten: zwei von ihnen haben inzwischen aufgehört (Soininen und Horngacher). Drei von den damaligen Top-10 sind gar nicht erst für Val di Fiemme nominiert worden (Stensrud, Herr, Kantee), während 3 Springer heute schwächer gesprungen sind . (Schmitt 1. in Lahti, 21. in Predazzo; Höllwarth 4.-14.; Ahonen 3.-35.)

· Erstaunlich, aber wahr: nur 3 Springer, die in Salt Lake City unter den Top-10 auf der Großschanze waren, konnten ihre Leistungen wiederholen: Malysz, Hautamaeki und Hannawald (2.,3.,4. in SLC, 1.,2.,7. heute in Predazzo).
· Sieben Springer aus den Top-Ten von Salt Lake City haben es nicht geschafft: Horngacher (aufgehört), Koch (nicht für die WM nominiert), Ammann, Küttel, Funaki, Ahonen, und Schmitt (damals 1.,6.,7.,9.,10 - heute 17., 47., 16., 35., 21.)

· Die ersten 5 von heute sind also Malysz, Hautamaeki, Kasai, Ingebrigtsen, Miyahira. Wenn jemand diese Reihenfolge vor 7-8 Wochen, in Dezember prognostiziert hätte, wäre er ausgelacht worden. Diese fünf Sportler waren damals ganz und gar nicht die Stärksten des Feldes! Als einziger von ihnen konnte Malysz einigemaßen mit der Spitze mithalten, zeigte aber keine überragende Sprünge. Hautamaeki und Ingebrigtsen hatten große Mühe, das Finale eines Weltcups zu erreichen, falls sie überhaupt nominiert wurden.
· Kasai sprang vor knapp 2 Monaten um die Plätze 10-20, und Miyahira um die Plätze 20-40 !
Diejenigen, die in Kuusamo, Trondheim, Neustadt oder in Engelberg die besten gewesen sind (Pettersen, Höllwarth, Widhölzl, Peterka, Ahonen), sind jetzt nicht mehr in der Lage, ganz vorne mitzumischen.

· Der haushohe Favorit, Sven Hannawald konnte die großen Erwartungen nicht erfüllen: er wurde Siebter, obwohl er vorher einen wahnsinnigen Lauf hatte: in 13 Springen hintereinander seit Neustadt (2. Springen) war er elfmal -- außer Garmisch (Rang 12) und Willingen (Rang 36 am Sonntag) -- unter den besten Sechs.
· Allerdings hätte er das auch in Garmisch geschafft, wenn er nicht bei der Landung gestürzt wäre. In Willingen wurde er Opfer der Bedingungen. Seine heutige Plazierung ist also (ausgerechnet bei der WM) der schlechteste unter normalen Bedingungen seit mehr als 2 Monaten…
· Seit der WM in der Ramsau, 1999 konnte sich Hannawald mit einer einzigen Ausnahme (Rang 36. in Lahti 2001, K90) in jedem Einzelspringen bei einem Großereignis unter den Top-10 platzieren:
· 1999: Rang 2. und 8. (WM, Ramsau)
· 2000: Rang 1. (Skiflug-WM, Vikersund)
· 2001: Rang 6. und 36. (WM, Lahti)
· 2002: Rang 2. und 4. (Olympia, Salt Lake City)
· 2002: Rang 1. (Skiflug-WM, Harrachov)
· 2003: Rang 7. (WM, Val di Fiemme)

· Martin Schmitt war bei Großereignissen noch stabiler als Hannawald . Sein Rang 21 heute ist das erste Mal seit 1999, daß er nicht unter die beste zehn kommen konnte:
· 1999: Rang 1. und 1. (WM, Ramsau)
· 2000: Rang 6. (Skiflug-WM, Vikersund)
· 2001: Rang 1. und 2. (WM, Lahti)
· 2002: Rang 7. und 10. (Olympia, Salt Lake City)
· 2002: Rang 2. (Skiflug-WM, Harrachov)
· 2003: Rang 21. (WM, Val di Fiemme)

· Alle fünf deutschen Teilnehmer haben sich heute fürs Finale qualifiziert. Trotzdem haben die DSV-Adler wenig Grund zur Freude: in dieser Disziplin sind sie (durch Martin Schmitt, den zweifachen Titelverteidiger) sehr erfolgsverwöhnt gewesen. Allerdings ist es erfreulich für sie, daß Michael Uhrmann endlich wieder an seine hervorragenden Frühform von Dezember anknüpfen konnte, und daß auch Christof Duffner und Georg Späth stabile Sprünge zeigten.

· Noriaki Kasai, der vor 13 Tagen in Willingen den ersten japanischen Weltcupsieg seit 25 Monaten gelandet hatte, sprang auch heute sensationell stark. Der Sieger der Qualifikation von gestern wurde heute - diesmal in einem völlig regulären Wettbewerb - hervorragender dritter. Das ist der erste japanische Podestplatz bei einem Großereignis seit 26.2.1999, also seit knapp 4 Jahren. Damals standen nach dem Springen auf der Normalschanze bei der WM in der Ramsau 3 (!) Japaner auf dem Treppchen (Funaki, Miyahira, Harada), während Kasai fünfter wurde.
Kasai war schon bei der WM in 1989 (!) Lahti dabei! Er wurde 57. beim Wettbewerb (K116). Er nahm 1989, 1991, 1993, 1999 und 2001 bei einer WM teil, und jetzt bei seinem 6. WM schaffte es endlich, auf den Podest zu kommen.
(1995 und 1997 wurde er für die damals unglaublich starke japanische Mannschaft nicht nominiert.) Beim Skifliegen stand er schon mal ganz oben: vor elf Jahren wurde er Skiflugweltmeister (Harrachov, 1992).

· Die österreichischen Springer haben schlechte Erinnerungen an die Olympische Spiele von Salt Lake City: alle hatten damals ihre Form verloren, und konnten in SLC keine Medaillen erringen.
Danach wurde heftig diskutiert, ob es eine gute Entscheidung gewesen war, kurz vor die Olympiade die Japan-Reise anzutreten.
Jetzt scheint etwas Ähnliches im Gange zu sein: obwohl in dieser Saison bei jedem Wettbewerb in 20 Weltcupspringen hintereinander -- zwischen Kuusamo (2. Springen) und Willingen (1. Springen) -- mindestens ein ÖSV-Adler auf dem ‚Stockerl' stand, wurde heute Florian Liegl als bester Österreicher lediglich Achter. Nur er war heute unter den Top-10, Widhölzl und Höllwarth wurde 11. bzw 14., Nagiller schied nach dem ersten Durchgang aus. Der bärenstarke Team Austria hatte sich nach den vielen Erfolgen der Saison den WM-Auftakt sicher anders vorgestellt.




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