· Finnland ist Mannschaftsweltmeister
2003. Die Finnen haben auch die letzte zwei Mannschaftskonkurrenzen
im Weltcup gewonnen: am 2.3.2002 in Lahti, und am
23.3.2002 in Planica (Team-Fliegen). Sie konnten
sich damals nicht großartig über die
beiden Siege freuen: zu schwach war der Trost, zu
nahe war der Alptraum von Salt Lake City, als die
Finnen mit 0.1 Zählern an der Goldmedaille
vorbeigeschrammt waren.
· Der heutige Sieg ist der siebte für
die finnische Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft.
Finnland hat 1984 (Engelberg), 1985 (Seefeld), 1987
(Oberstdorf), 1989 (Lahti), 1995 (Thunder Bay),
und 1997 (Trondheim) gewonnen. Janne Ahonen war
auch 1995 und 1997 dabei. (Beidemale mit Soininen,
Laitinen und Nikkola).
· Finnland vor Japan und Norwegen: die Saison
der Überraschungen geht weiter
Wenn jemand
vor einem Jahr dieses Ergebnis prognostiziert hätte,
hätte man ihn alles andere, als einen Skisprung-Experten
genannt. Norwegen und Japan wurden nach Jahren der
Erfolglosigkeit völlig abgeschrieben. Finnland
war zwar mannschaftlich stark in den letzten paar
Wintern, doch gerade in dieser Saison lief es -
mit Ausnahme von Ahonen - nicht vielversprechend
für das Team.
· Nach den schwächeren Ergebnissen von
Dezember und Januar wurden die beiden Cheftrainer
Kazuya Yagi (Japan) und Tommi Nikunen (Finnland)
heftig kritisiert. Auf der anderen Seite schienen
Österreich und Norwegen mannschaftlich unbesiegbar.
Allerdings, zum Beginn der WM in Val di Fiemme sind
die Kräfteverhältnisse wieder einmal völlig
durcheinandergekommen. So brutal, wie in diesem
Winter, hat es wohl niemals herauskristallisiert:
wenn jemand am Anfang der Saison vorne ist, lassen
seine Leistungen spätestens bis Februar garantiert
nach
· Vor zwei Jahren, bei der WM in Lahti, 2001
konnten die Finnen keine Goldmedaillen holen. Vor
heimischer Kulisse war es eine riesengroße
Enttäuschung. Damals, zum Ende der Saison 2000/2001
waren vier finnische Adler unter den Top-10 der
Weltcup-Gesamtwertung: 3. Jussilainen, 5. Ahonen,
6. Matti Hautamaeki, 10,. Soininen. Trotzdem konnten
sie "nur" Silber bei beiden Mannschaftsspringen
der WM 2001 holen.
· Ganz bitter war's für sie der Team-Wettkampf
in Lahti auf der Normalschanze: vor der letzten
Gruppe hatten Österreich und Finnland praktisch
identische Chancen auf Gold, aber Martin Höllwarth
sprang weiter als Janne Ahonen - Niederlage mit
2.0 Punkten.
· Vor 5-6 Wochen hat jeder gesagt: Finnland
wird unmöglich Weltmeister, weil es nicht genügt,
nur einen Siegspringer zu haben, wenn die Gegner
so unwahrscheinlich stark sind. Dann plötzlich
begann auch Janne Ahonen, der Siegspringer, langsam
aber sicher abzubauen
Die Springer von Österreich
und Norwegen eilten derweil von Sieg zu Sieg.
· Nach allen Problemen hat Finnland es also
wirklich verdient: mit der Hilfe von Tommi Nikunen
und seinen Trainerkollegen kamen Hautamaeki, Kiuru
und Lappi rechtzeitig in Form. Tami Kiuru ist zum
ersten Mal in seiner langen Karriere zum Weltklassespringer
avanciert (heute hätte er Platz 2 belegt, wäre
es ein Einzelspringen), Hautamaeki knüpft jetzt
nahtlos an seine Form vom vergangenen Winter, und
Arttu Lappi springt so stark und stabil wie einer,
der seit 10 Jahren dabei ist.
· Die Finnen haben seit 1999 (WM in der Ramsau,
Rang 4 beim Mannschaftsspringen) in allen Team-Events
im Weltcup, Großereignissen und bei den Junioren
auf dem Podest stehen können. (Sie waren siebenmal
1., fünfmal 2. und viermal 3.) Von den 7 Siegen
waren es 5 im Rahmen des Weltcups (Willingen 2000/2001,
Planica 2000/2001, Villach 2001/2002, Lahti 2001/2002
und Planica 2001/2002), und 2 bei der Junior-WM
(Karpach 2001 und Schonach 2002).
· Auch das Comeback
der Japaner ist eine faustdicke Überraschung.
Seit 1999 sind sie nicht richtig in Fahrt gekommen.
Sie haben heute Silber gewonnen, mit einer Mannschaft,
die im Durchschnitt mit Abstand der Älteste
ist - Funaki 28, Miyahira 29, Kasai 30, Higashi
31 Jahre alt.
· Im Einzelbereich haben sie in den letzten
4 Jahren lediglich 2 Siege auf dem Konto (Kasai
in Garmisch 2000/2001 und Willingen 2002/2003).
Sie haben seit Nagano ein Mannschaftsspringen gewinnen
können: am 19.1.2001 in Salt Lake City (Generalprobe
für Olympia), wo allerdings Schmitt und Hannawald
nicht dabei waren. Bei einem Großereignis
standen sie zuletzt 1999 (Ramsau) auf dem Treppchen
(Rang 2).
In der letzten Saison gab es 6 Team-Bewerbe (inklusive
Olympia). Die Plazierungen der Japaner: 2. Villach
(Normalschanze), 4. Willingen, 2. Sapporo (Hälfte
der Weltelite nicht dabei), 5. Olympia, 6. Lahti,
4. Planica.
· Die Norweger
wären vor 12 Monaten mit einer Medaille mehr
als zufrieden gewesen. Die letzten beiden Winter
waren katastrophal für sie. Jedoch, nach der
großartigen Aufbauarbeit von Mika Kojonkoski,
und nach den grandiosen Triumphen in der ersten
Hälfte der Saison haben die Wikinger mit Gold
geliebäugelt. Dennoch ist auch Bronze ein riesiger
Schritt nach vorne: die Plazierungen der Norweger
bei den Teamspringen im vergangenen Winter zeigen
es: 7. Villach (Normalschanze), in Willingen gar
nicht erst dabei (generelle Formkrise), 7. Sapporo,
9. Olympia, 5. Lahti, 6. Planica.
· Für Deutschland
hat es auch mit der Titelverteidigung nicht geklappt.
Die Siegernation von 1999 und 2001 landete heute
auf Rang 4. Seit 6 Jahren (8.3.1997: Rang 5 in Lahti)
plazieren sich die Springer von Reinhard Heß
- mit 2 Ausnahmen: 2000/2001, Salt Lake City und
Planica; beidemal ohne Schmitt und Hannawald --
immer unter den besten 4 Teams.
Im Weltcup standen sie seit einer Ewigkeit nur einmal
ganz vorne: sie gewannen das Team-Fliegen in Planica,
2000. Bei den Großereignissen sahnten sie
aber kräftig ab: Triumph bei der WM 1999 (Ramsau)
und 2001 (Lahti) und Olympia 2002. Heute hat es
nicht sollen sein: niemand von ihnen war in einer
bestechenden Form. Sie kamen auch heute unter die
besten 4: aber nur durch den Sturz des Österreichers
Florian Liegl.
· Die ÖSV-Adler
wiederholen präzis das Geschehen von Salt Lake
City. Auch damals waren sie sehr stark - zum falschen
Zeitpunkt, wie sich später herausgestellen
sollte. In diesem Winter waren sie noch stärker,
jedoch paßt ihnen die Favoritenrolle scheinbar
nicht so sehr. Nach 7 Siegen und 27 Podestplätzen
in dieser Saison stehen sie jetzt ohne Edelmetall
bei der WM da.
Heute landeten sie auf Rang 5., bei der Olympia
von Salt Lake City beim Mannschaftsspringen wurden
sie Vierter.
Die Plazierungen der Österreicher bei den Teamspringen
im vergangenen Winter: 5. Villach (Normalschanze),
1. Willingen, 1. Sapporo, 4. Olympia, 4. Lahti,
3. Planica. Nach dem verkorksten Wochenende dürfen
sie noch auf die Normalschanze hoffen, aber bei
der derzeitigen Form ist Adam Malysz auf einer Normalschanze,
wo die Sprungkraft am wichtigsten ist, wohl kaum
zu schlagen.