Mehr als ein
Ersatz
Beim Springen auf der Großschanze musste er
noch zuschauen und war stinksauer darüber. Im
Team-Wettbewerb aber war
Lars
Bystoel dabei und sein Trainer Mika Kojonkoski
brauchte Bystoels Nominierung nicht zu bereuen. Mit
Sprüngen auf 128 und 124,5 Meter war er der beste
Norweger und trug damit entscheidend zum Gewinn der
Bronze-Medaille bei. In der inoffiziellen Einzel-Rangliste
des Mannschafts-Springens belegte Bystoel Rang neun.
Erst am Sonntagmorgen hatte er in der team-internen
Ausscheidung mit riesigen Sätzen und einer gehörigen
Potion Wut im Bauch gezeigt, wozu er fähig ist.
Als bester Norweger beendete er die Trainings-Session.
Roar Ljoekelsoey, der alte Haudegen, musste für
ihn aus dem Team weichen.
Das wäre die Einzel-Medaille
gewesen
Er hatte es angekündigt: "Ich kann eine
Einzel-Medaille gewinnen", waren die Worte des
26-Jährigen
Tami Kiuru
vor der WM. Und heute hätte er sie bekommen.
Rang drei in der Einzel-Ergebnisliste hinter dem überragenden
Adam Malysz und Noriaki Kasai. Mit konstant starken
Sprünge auf 132 und 130 Metern war Kiuru bester
Finne und damit Garant für den Gewinn der Goldmedaille.
Da hat sich das Trainingslager unter Flutlicht in
Kuopio wohl ausgezahlt. Und die Einzelmedaille kann
er sich ja noch auf der kleinen Schanze holen
Trauriger Abgang
Für einen war das schlechte Abschneiden der
Österreicher besonders bitter: Andreas
Kofler. Im Einzel-Wettkampf noch Zuschauer,
bekam der 18-Jährige seine Chance im Team-Wettkampf,
wo die Österreicher die ersehnte erste Medaille
holen wollten. Doch Kofler kam mit dem Druck nicht
zurecht, sprang in der inoffiziellen Einzel-Rangliste
nur auf Platz 21 und landete damit nur einen Rang
vor dem gestürzten Florian Liegl. Den Tränen
nahe packte er am Exit-Gate seine Siebensachen und
wäre am liebsten sofort verschwunden. Doch
die Reporter und Fernsehkollegen warteten schon
mit ihren Mikros und Kameras auf 'Kofl'. Tapfer
stand er Rede und Antwort, es ist ihm sicher nicht
besonders leicht gefallen. Vielleicht kam die WM-Nominierung
nach einer langen und für ihn besonders ereignisreichen
Saison ein wenig zu früh.
Beim ersten Team-Wettbewerb schon überzeugend
Zwar keine Medaille gewonnen aber team-intern eine
Menge Respekt hat sich Georg
Späth verschafft.
Nur 1,1 Punkte hinter Sven Hannawald bedeuteten
Platz zwei in der internen Wertung der DSV-Adler.
Michael Uhrmann und Martin Schmitt kamen nicht an
die Leistung des 21-jährigen Schwarzwälders
heran. Gewohnt wortkarg und bescheiden äußerte
sich Späth nach dem Wettkampf über seine
gute Leistung. "Ich war schon ganz zufrieden".
Dem ist nichts hinzuzufügen. Weiter so, Schorschi.