|
Voll ins Schwarze
Sehr lange musste Adam Malysz
auf den ersten Sieg in diesem Winter warten. Jetzt
hat sich das Warten gelohnt.
Abgesehen von den Springen in Japan in der Saison
2001/2002 hatte Adam Malysz noch nie einen Weltcup
ausgelassen - bis auf das Wochenende von Willingen
vor zwei Wochen. Das alleine zeigt, dass Malysz alle
Hoffnungen in diese WM gelegt hatte.
Malysz verzichtete auch wichtige Punkte im Kampf um
den Gesamtweltcup um sich auf die WM vorzubereiten.
"Ich habe heute keinen Druck gespürt, es
war ein Vergnügen hier zu springen. Heute ist
ein besonderer Tag und diesen Sieg werde ich nie vergessen,
wir werden heute Nacht symbolisch feiern. Die WM geht
noch weiter und ich muss mich auf die kommenden Wettkämpfe
konzentrieren". Sagte ein Adam Malysz den man
noch nie so jubeln gesehen hat wie heute nach seinem
Erfolg. Mit dem Schub des Sieges von heute ist Malysz
nicht nur Favorit für das Springen von der Normalschanze,
sondern wird auch bei der Vergabe des Gesamtweltcups
noch ein ernstes Wörtchen mitreden.
Freudentränen
Freudentränen gab es beim japanischen Coach
Yagi. Der Winter war für das japanische
Team eigentlich schon verloren. Keinerlei Erwartungen
mehr an das was da in den letzten Springen noch kommen
würde - bis zu dem Wochenende von Willingen.
Dort kam im wahrsten Sinn des Wortes der Aufwind für
das Team.
Jatzt haben die Japaner nicht nur eine unerwartete
Bronzemedaille, sondern am Sonntag auch noch realistische
Chancen im Teamwettbewerb um einen Podestplatz zu
springen.
Phoenix aus der Asche
Wenn es so einfach sein kann nach einer Krise zu seiner
Top-Form zurück zu finden, dann sollten einige
andere Athleten schnellstens die Methoden des Herrn
Hautamaki kopieren.
Sensationell wie sich Hautamaeki nach einer verkorksten
Saison zurück gemeldet hat.
Das finnische Team hatte in der Woche vor der WM ein
unglaublich effektives Trainingslager in Kuopio absolviert.
Dass dabei hauptsächlich bei Flutlicht gesprungen
wurde war nur ein kleiner Teil der Übung.
Nicht nur Hautamaeki sondern auch Arttu Lappi und
Tami Kiuru sind in einer bestechenden Form in Predazzo
angereist. Aus dem krisengeschüttelten Team ist
nach nur drei Tagen der Favorit für das Mannschaftsspringen
am Sonntag geworden. Tommi Nikunen hat mit seinem
Team in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet.
Medaille verloren und doch
gewonnen.
Aus der erhofften Medaille für Sven Hannawald
wurde nichts, und dennoch lieferte das
DSV-Team eine bärenstarke Leistung ab.
Wer hätte das gedacht, dass trotz einem siebten
Platz von Sven Hannawald das Team in einer virtuellen
Teamwertung ganz vorne liegen würde? Nichts zu
sehen von den ÖSV-Springern, nichts zu sehen
von den Norwegern - aber Hannawald, Uhrmann, Späth
und Schmitt, ohne Spitzenplatz aber mit einer starken
mannschaftlichen Geschlossenheit - beeindruckend.
Gekämpft und alles gegeben, so hat man das deutsche
Team selten gesehen.
Der Sonntag wird zeigen, ob die Adler von Reinhard
Heß für eine Überraschung oder sogar
für eine Sensation sorgen können.
|


|