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Rückblick:
Bereits vor zwölf Jahren haben in Val di Fiemme/Predazzo
die Nordischen Skiweltmeisterschaften stattgefunden.
Erklärung: die Wettbewerbe der Skispringer finden
auf den Schanzen der Gemeinde Predazzo, im Val di
Fiemme gelegen, statt.
In den vergangenen Jahren wurden nicht nur die Schanzen
von Predazzo grundlegend umgebaut und modernisiert.
Auch in der Sportart selber haben sich unzählige
Veränderungen durchgesetzt.
Parallelen zur WM vor zwölf Jahren gibt es dennoch.
In den Siegerlisten von damals tauchen drei Namen
auf, die auch heute noch direkt mit dem Skispringen
verbunden sind.
An erster Stelle ist der Österreicher Heinz Kuttin
zu nennen.
Kuttin, seit diesem Winter gemeinsam mit Stefan Horngacher
Co-Trainer des überaus erfolgreichen ÖSV-Teams,
gewann bei der WM 1991gleich zwei Goldmedaillen, eine
im Einzel von der Normalschanze und eine mit der ÖSV-Mannschaft.
Möglicherweise ein gutes Omen für das in
diesem Jahr mit Siegspringern gespickte und dadurch
favorisierte ÖSV-Team.
Nachtspringen
Alle drei Skisprung-Entscheidungen der WM finden Nachts
bzw. am Abend (18:00 Uhr), also bei Dunkelheit statt.
Bereits vor zwölf Jahren fiel die Entscheidung
bei Dunkelheit, was heute Alltag ist, war damals noch
eine Premiere:
"Es war damals das erste Nachtspringen bei einer
WM überhaupt, ich war unglaublich stolz als ich
gewonnen hatte", sagt Kuttin heute rückblickend.
Dritter hinter dem Norweger Johannsen wurde auf der
Normalschanze der Finne Ari-Pekka Nikkola. Nikkola
wird 2003 ebenfalls als Co-Trainer dabei sein - im
finnischen Team.
Von der Großschanze konnte sich Franci Petek
aus Jugoslawien durchsetzen. Dritter hinter dem Norweger
Oliijnik wurde Jens Weißflog.
Im Teamspringen siegte Österreich vor Finnland
und Deutschland
Erfolge von damals nichts wert,
und dennoch - ÖSV
favorisiert
Obwohl zwölf Jahre zwischen den beiden Großveranstaltungen
liegen, gibt es doch eine Menge Parallelen.
Mit sieben Weltcup-Saisonsiegen und insgesamt 27 Podestplätzen
aus dieser Saison reisen die ÖSV-Springer als
Favoriten zur Nordischen WM nach Val di Fiemme - wie
1991.
An Selbstvertrauen fehlt es Andi Widhölzl, Martin
Höllwarth, Florian Liegl, Christian Nagiller,
Andreas Kofler und Thomas Morgenstern nicht .
Widhölzl ist ´reif´
Für Andi Widhölzl ist es, wie für Christof
Duffner aus dem DSV-Team, nach Trondheim ('97), Ramsau
('99) und Lahti ('01) bereits die vierte Weltmeisterschaft.
Bisher ist für Widhölzl, der immerhin 17
Weltcupsiege und einen Sieg bei der Vierschanzen-Tournee
auf seinem Konto stehen hat, die Erfolgsbilanz bei
Weltmeisterschaften eher bescheiden.
Eine Bronzemedaille gab es für ihn 1999 mit dem
Team in der Ramsau. "In Val di Fiemme will ich
mehr," sagt Widhoelzl selbstbewusst.
Liegl ist Dauergast auf den
Siegerpodesten
Youngster Florian Liegl rangiert derzeit auf Rang
fünf im Gesamtweltcup und hat nicht nur am Kulm
seinen ersten Saisonsieg eingefahren, sondern ist
inzwischen Dauergast auf den Siegerpodesten der Weltcupspringen.
Absoluter Neuling und dennoch konstant wie kaum ein
anderer - eine Bank, nicht nur für das Teamspringen.
Morgenstern kommt als Doppelweltmeister
Youngster Thomas Morgenstern konnte sich in den vergangenen
Wochen mit dem Weltcup-Sieg in Liberec sowie zwei
Titeln (Einzel- und Mannschaft) bei der Junioren-WM
in Schweden das nötige Selbstvertrauen holen.
Martin Hoellwarth, Christian Nagiller und Andreas
Kofler komplettieren das bärenstarke ÖSV-Team,
in dem selbst für Routinier Andi Goldberger kein
Platz mehr war.
Das Training wird über die endgültige Aufstellung
des ÖSV-Teams entscheiden.
Team Kojonkoski mit realistischen
Chancen
Ganz falsch kann es nicht sein, wenn man das norwegische
Team als Team Kojonkoski bezeichnet. Verglichen mit
dem, was die Männer aus Norwegen in diesem Winter
zeigen, bekam man in den letzten Jahren nur einen
Schatten der norwegischen Fahne zu sehen. Kojonkoski
ist es nicht nur gelungen, erfahrene aber erfolglose
Athleten zu Siegspringern zu machen. Er hat mit Sigurd
Pettersen und anderen Nachwuchsleuten auch Männer
auf die Siegerstraße gebracht, die "vor
Kojonkoski" irgendwo in der Versenkung herumsprangen.
Das norwegische Team dürfte in Italien der größte
Konkurrent der ÖSV-Adler werden.
Finnland und Slowenien sind
dabei
Ein Janne Ahonen reicht nicht, um ein starkes Team
zu stellen. Auf den letzten Drücker hat sich
Matti Hautamaeki in der Weltspitze zurück gemeldet.
Mit seiner Hilfe ist das finnische Team wieder zu
den ernsthaften Medaillenkandidaten avanciert.
Wie Hautamaeki bei den Finnen ist Robi Kranjec bei
den Slowenen wieder zurück im Kreis der Top-Ten
Springer.
Beide Teams haben mit Ahonen und Peterka einen Siegspringer
in den Reihen, könnten aber ohne den jeweils
starken zweiten Mann keine ernsthaften Ansprüche
auf Edelmetall stellen.
Mit Hautamaeki und Kranjec muss man aber beide Teams
auf der Rechnung haben.
`Team Malysz` mit realistischen
Chancen auf Titelverteidigung
Adam Malysz, Titelverteidiger von der Normalschanze,
kann sich auf die beiden Einzelspringen konzentrieren.
Trotz aller Bemühungen kann der polnische Verband
kein konkurrenzfähiges Team stellen. Malysz hat
allerdings seht gute Chancen, seinen Einzeltitel von
der Normalschanze erfolgreich zu verteidigen.
DSV mit nur einer Trumpfkarte
Sven Hannawald, ein Mann mit absoluten Siegchancen
bei der WM. Und dann?
Man darf und man will Martin Schmitt zwar nicht abschreiben,
aber man kann auch nicht wirklich daran glauben, dass
der Knoten von Schmitt bei der WM doch noch aufgeht.
"Das ganze System bricht beim kleinsten Fehler
zusammen", hatte Schmitt nach dem Wochenende
von Willingen gesagt. Gemeint war die hohe Anfälligkeit
auf Störfaktoren aller Art, auf die Schmitt nach
seiner langen Verletzungspause noch immer sehr empfindlich
reagiert.
Auch wenn man weiß, dass Schmitt vor zwei Jahren
mit den Weltcup-Platzierungen 50, 44 und 6 nach Lahti
gereist und dort Doppelweltmeister geworden war, erhöht
das den Glauben an seine Rückkehr bei der WM
nicht.
Von Michael Uhrmann, der zu Saisonbeginn reihenweise
auf dem Treppchen stand, war in den vergangenen Wochen
nicht mehr viel zu sehen. Georg Späth, Maximilian
Mechler und Christof Duffner komplettieren das deutsche
Team. Für die deutschen Starter gibt es bei der
WM 2003 viel zu gewinnen, aber noch mehr zu verlieren.
Für die DSV-Springer wird es die schwierigste
WM seit vielen Jahren.
Fans können sich freuen
Von dem Trubel, den es beim Wochenende von Willingen
zu erleben gab, wird man in Italien nicht viel sehen.
Auch wenn die Veranstalter ein sattes Rahmenprogramm
auf die Beine gestellt haben, wird es bei den Springen
der WM ruhig und beschaulich zugehen. In Italien interessiert
sich eigentlich niemand für Skispringen. So erklärt
denn auch der Veranstalter die Sportart Skispringen
mit dem Zusatz: "Skispringen ist in Deutschland,
Österreich und auch Finnland aisgesprochen populär".
Das reicht dann immerhin für hohe Einschaltquoten
in den besagten Ländern. Im Stadion von Predazzo
werden keine 10.000 Zuschauer die Springen live erleben.
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