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  Nord. Ski WM Predazzo - 18.02. - 01.03.2003 Vorbericht

Rückblick:
Bereits vor zwölf Jahren haben in Val di Fiemme/Predazzo die Nordischen Skiweltmeisterschaften stattgefunden.
Erklärung: die Wettbewerbe der Skispringer finden auf den Schanzen der Gemeinde Predazzo, im Val di Fiemme gelegen, statt.
In den vergangenen Jahren wurden nicht nur die Schanzen von Predazzo grundlegend umgebaut und modernisiert. Auch in der Sportart selber haben sich unzählige Veränderungen durchgesetzt.
Parallelen zur WM vor zwölf Jahren gibt es dennoch.
In den Siegerlisten von damals tauchen drei Namen auf, die auch heute noch direkt mit dem Skispringen verbunden sind.

An erster Stelle ist der Österreicher Heinz Kuttin zu nennen.
Kuttin, seit diesem Winter gemeinsam mit Stefan Horngacher Co-Trainer des überaus erfolgreichen ÖSV-Teams, gewann bei der WM 1991gleich zwei Goldmedaillen, eine im Einzel von der Normalschanze und eine mit der ÖSV-Mannschaft.
Möglicherweise ein gutes Omen für das in diesem Jahr mit Siegspringern gespickte und dadurch favorisierte ÖSV-Team.

Nachtspringen
Alle drei Skisprung-Entscheidungen der WM finden Nachts bzw. am Abend (18:00 Uhr), also bei Dunkelheit statt.
Bereits vor zwölf Jahren fiel die Entscheidung bei Dunkelheit, was heute Alltag ist, war damals noch eine Premiere:
"Es war damals das erste Nachtspringen bei einer WM überhaupt, ich war unglaublich stolz als ich gewonnen hatte", sagt Kuttin heute rückblickend.
Dritter hinter dem Norweger Johannsen wurde auf der Normalschanze der Finne Ari-Pekka Nikkola. Nikkola wird 2003 ebenfalls als Co-Trainer dabei sein - im finnischen Team.
Von der Großschanze konnte sich Franci Petek aus Jugoslawien durchsetzen. Dritter hinter dem Norweger Oliijnik wurde Jens Weißflog.
Im Teamspringen siegte Österreich vor Finnland und Deutschland

Erfolge von damals nichts wert, und dennoch - ÖSV favorisiert
Obwohl zwölf Jahre zwischen den beiden Großveranstaltungen liegen, gibt es doch eine Menge Parallelen.
Mit sieben Weltcup-Saisonsiegen und insgesamt 27 Podestplätzen aus dieser Saison reisen die ÖSV-Springer als Favoriten zur Nordischen WM nach Val di Fiemme - wie 1991.
An Selbstvertrauen fehlt es Andi Widhölzl, Martin Höllwarth, Florian Liegl, Christian Nagiller, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern nicht .

Widhölzl ist ´reif´
Für Andi Widhölzl ist es, wie für Christof Duffner aus dem DSV-Team, nach Trondheim ('97), Ramsau ('99) und Lahti ('01) bereits die vierte Weltmeisterschaft.
Bisher ist für Widhölzl, der immerhin 17 Weltcupsiege und einen Sieg bei der Vierschanzen-Tournee auf seinem Konto stehen hat, die Erfolgsbilanz bei Weltmeisterschaften eher bescheiden.
Eine Bronzemedaille gab es für ihn 1999 mit dem Team in der Ramsau. "In Val di Fiemme will ich mehr," sagt Widhoelzl selbstbewusst.
Liegl ist Dauergast auf den Siegerpodesten
Youngster Florian Liegl rangiert derzeit auf Rang fünf im Gesamtweltcup und hat nicht nur am Kulm seinen ersten Saisonsieg eingefahren, sondern ist inzwischen Dauergast auf den Siegerpodesten der Weltcupspringen. Absoluter Neuling und dennoch konstant wie kaum ein anderer - eine Bank, nicht nur für das Teamspringen.
Morgenstern kommt als Doppelweltmeister
Youngster Thomas Morgenstern konnte sich in den vergangenen Wochen mit dem Weltcup-Sieg in Liberec sowie zwei Titeln (Einzel- und Mannschaft) bei der Junioren-WM in Schweden das nötige Selbstvertrauen holen.
Martin Hoellwarth, Christian Nagiller und Andreas Kofler komplettieren das bärenstarke ÖSV-Team, in dem selbst für Routinier Andi Goldberger kein Platz mehr war.
Das Training wird über die endgültige Aufstellung des ÖSV-Teams entscheiden.


Team Kojonkoski mit realistischen Chancen
Ganz falsch kann es nicht sein, wenn man das norwegische Team als Team Kojonkoski bezeichnet. Verglichen mit dem, was die Männer aus Norwegen in diesem Winter zeigen, bekam man in den letzten Jahren nur einen Schatten der norwegischen Fahne zu sehen. Kojonkoski ist es nicht nur gelungen, erfahrene aber erfolglose Athleten zu Siegspringern zu machen. Er hat mit Sigurd Pettersen und anderen Nachwuchsleuten auch Männer auf die Siegerstraße gebracht, die "vor Kojonkoski" irgendwo in der Versenkung herumsprangen. Das norwegische Team dürfte in Italien der größte Konkurrent der ÖSV-Adler werden.

Finnland und Slowenien sind dabei
Ein Janne Ahonen reicht nicht, um ein starkes Team zu stellen. Auf den letzten Drücker hat sich Matti Hautamaeki in der Weltspitze zurück gemeldet. Mit seiner Hilfe ist das finnische Team wieder zu den ernsthaften Medaillenkandidaten avanciert.
Wie Hautamaeki bei den Finnen ist Robi Kranjec bei den Slowenen wieder zurück im Kreis der Top-Ten Springer.
Beide Teams haben mit Ahonen und Peterka einen Siegspringer in den Reihen, könnten aber ohne den jeweils starken zweiten Mann keine ernsthaften Ansprüche auf Edelmetall stellen.
Mit Hautamaeki und Kranjec muss man aber beide Teams auf der Rechnung haben.

`Team Malysz` mit realistischen Chancen auf Titelverteidigung
Adam Malysz, Titelverteidiger von der Normalschanze, kann sich auf die beiden Einzelspringen konzentrieren. Trotz aller Bemühungen kann der polnische Verband kein konkurrenzfähiges Team stellen. Malysz hat allerdings seht gute Chancen, seinen Einzeltitel von der Normalschanze erfolgreich zu verteidigen.

DSV mit nur einer Trumpfkarte
Sven Hannawald, ein Mann mit absoluten Siegchancen bei der WM. Und dann?
Man darf und man will Martin Schmitt zwar nicht abschreiben, aber man kann auch nicht wirklich daran glauben, dass der Knoten von Schmitt bei der WM doch noch aufgeht.
"Das ganze System bricht beim kleinsten Fehler zusammen", hatte Schmitt nach dem Wochenende von Willingen gesagt. Gemeint war die hohe Anfälligkeit auf Störfaktoren aller Art, auf die Schmitt nach seiner langen Verletzungspause noch immer sehr empfindlich reagiert.
Auch wenn man weiß, dass Schmitt vor zwei Jahren mit den Weltcup-Platzierungen 50, 44 und 6 nach Lahti gereist und dort Doppelweltmeister geworden war, erhöht das den Glauben an seine Rückkehr bei der WM nicht.
Von Michael Uhrmann, der zu Saisonbeginn reihenweise auf dem Treppchen stand, war in den vergangenen Wochen nicht mehr viel zu sehen. Georg Späth, Maximilian Mechler und Christof Duffner komplettieren das deutsche Team. Für die deutschen Starter gibt es bei der WM 2003 viel zu gewinnen, aber noch mehr zu verlieren. Für die DSV-Springer wird es die schwierigste WM seit vielen Jahren.

Fans können sich freuen

Von dem Trubel, den es beim Wochenende von Willingen zu erleben gab, wird man in Italien nicht viel sehen.
Auch wenn die Veranstalter ein sattes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt haben, wird es bei den Springen der WM ruhig und beschaulich zugehen. In Italien interessiert sich eigentlich niemand für Skispringen. So erklärt denn auch der Veranstalter die Sportart Skispringen mit dem Zusatz: "Skispringen ist in Deutschland, Österreich und auch Finnland aisgesprochen populär". Das reicht dann immerhin für hohe Einschaltquoten in den besagten Ländern. Im Stadion von Predazzo werden keine 10.000 Zuschauer die Springen live erleben.

Predazzo


Kuttin und Liegl


Kojonkoski


Matti Hautamaeki


Schmitt
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