Roar Ljoekelsoey hat mit einem sensationellen
Sprung auf 207,5 Meter gezeigt, dass er ein
wahrer Flug-Champion ist. Nach dem ersten
Tag der Skiflug-WM führt der 28-jährige
Norweger mit 401 Punkten vor den beiden Österreichern
Thomas Morgenstern (378,2) und Martin Koch
(377,4). 'Ljoeken' hat zwei Sprünge vor
Ende einen komfortablen Vorsprung und damit
seinen zweiten Skiflug-Einzeltitel nach Planica
2004 dicht vor Augen.
Nach dem ersten Durchgang hatte noch Andreas
Widhölzl triumphiert. "Das war wirklich
gut, ich wusste, ich habe noch einen Trumpf
im Ärmel und das ist mein Wettkampfzug.
Das war lässig. Es ist ein Genuss, da
obi zu segeln", meinte Widhölzl
nach dem ersten Sprung. Doch sein zweiter
Versuch war nicht so gelungen und er fiel
noch hinter Janne Ahonen auf Rang fünf
zurück. "Das waren tolle Flüge
meiner vier Athleten. Das ist sehr befreiend.
Auf das haben wir hin gearbeitet", lobte
ÖSV-Chefcoach Alexander Pointner seine
Mannen, die die stärkste Truppe stellen.
Die Deutschen haben in Michael Neumayer ihren
besten Athleten. Der Bayer liegt auf einem
guten neunten Rang, hat aber keine Medaillen-Chancen
mehr. Michael Uhrmann belegt Platz 12, Georg
Späth ist nur 21. Pech hatte Alexander
Herr, den eine Windböe fast zu Fall gebracht
hätte. Herr hatte nach dem ersten Durchgang
auf einem verheißungsvollen 5. Rang
gelegen, ist jetzt aber nur noch 26.
Eine leichte Enttäuschung war das Abschneiden
der übrigen Norweger. Im Training und
der Quali sprang die Kojonkoski-Truppe noch
alles in Grund und Boden. Im Wettkampf waren
sie dann aber wie blockiert. Für Sigurd
Pettersen war die Einzel-Entscheidung schon
nach dem ersten Sprung zu Ende, er verpasste
die Qualifikation für die besten 30.
Seine Seuchen-Saison setzt sich also fort.
Außer Ljoekelsoey vermochte nur noch
Bjoern-Einar Romeroen einigermaßen zu
überzeugen. Er ist nach zwei von vier
Sprüngen 8., Quali-Sieger Tommy Ingebrigtsen
liegt nur auf Rang 14.
Ebenfalls von der Rolle: Adam Malysz. Bei
Halbzeit liegt der polnische Volksheld abgeschlagen
auf Rang 25. Im vergangenen Jahr hatte er
hier im Weltcup noch triumphiert, was ist
nur mit Malysz los? Bester Pole: Robert Mateja,
der sich wirklich gut geschlagen hat und bei
Halbzeit den 17. Platz belegt.