Ein Zweikampf Norwegen gegen den Rest der Welt deutet sich an. Nach den Trainings-Ergebnissen und der Qualifikation für die Einzel-Weltmeisterschaft beim Skifliegen auf dem Kulm ist überdeutlich, dass die Flieger von Mika Kojonkoski in Gold-Form sind. Gleich vier von ihnen schafften den Sprung unter die ersten zehn. Der ehemalige Skiflug-Weltrekord-Halter Tommy Ingebrigtsen gewann die Quali, Titelverteidiger Roar Ljoekelsoey wurde Zweiter. Sigurd Pettersen (6.) und der amiterende Weltrekord-Mann Bjoern-Einar Romoeren (10.) komplettierten das starke Ergebnis der Kojonkoski-Truppe, der Team-Gold wohl kaum zu nehmen sein wird.
Einen extrem starken Eindruck hinterließen aber auch die ÖSV-Adler, die ohne ihren Lokalmatadoren Wolfgang Loitzl, der aus Bad Mitterndorf kommt, an den Start gingen. Doch Martin Koch (3.), der im Training mit 212 Metern Tagesbestweite gesprungen war, Thomas Morgenstern (4.), Andreas Kofler (12.) und Andreas Widhölzl (16.) platzierten sich allesamt im Vorderfeld.
Die Überraschung der Quali am Kulm waren die DSV-Adler. Michael Uhrmann (8.) und Michael Neumayer (9.) schafften den Sprung unter die Top Ten. Alexander Herr als 13. blieb immerhin vor Jakub Janda (14.) und Janne Ahonen (17.). Georg Späth als 22. nährte die Hoffnungen auf Team-Bronze. Denn doch allzu schwach zeigte sich die übrige Konkurrenz. Die Japaner waren nur mit einem B-Team am Start und haben keinen Vertreter im Finale, die Finnen enttäuschten, hatten in Ahonen auf Platz 17 noch ihren besten Athleten.
Stephan Hocke nutzte seine Chance nicht, die der Bundestrainer ihm bot. In beiden Trainingsdurchgängen war der Thüringer der mit Abstand schlechteste Deutsche. Daher fiel Rohwein die Entscheidung, welche vier Athleten er für den Wettkampf nominierte, nicht wirklich schwer. Für Hocke dürfte die WM gelaufen sein. Auch im Team-Wettkampf werden Uhrmann, Herr, Späth und Neumayer versuchen, für Deutschland Edelmetall zu holen.