Roar Ljoekelsoey hat es sich nicht nehmen
lassen. Der 29-jährige Ausnahmeathlet
gewann zum zweiten Mal in Folge die Skiflug-WM
und krönte sich damit zum erfolgreichsten
norwegische Skiflieger aller Zeiten. Mit 788
Punkten siegte er vor 40.000 Zuschauern auf
dem Kulm vor den drei local heros Andreas
Widhölzl (Silber/762,4), Thomas Morgenstern
(Bronze/752,2) und Martin Koch. "Das
ist ein besonderes Gefühl, man kann es
gar nicht beschreiben, noch einmal den Titel
zu holen", freute sich der alte und neue
Weltmeister.
Glänzender Fünfter wurde Michael
Uhrmann, der sich am Samstag noch von Rang
12 nach vorne kämpfte und eine Kampfansage
für den Team-Wettkampf machte: "Österreich,
Norwegen, Finnland - die sind schon sehr stark.
Aber einen von denen werden wir putzen und
dann haben wir eine Medaille." Die übrigen
Deutschen kamen auf die Ränge 13 (Michi
Neumayer), 21 (Alex Herr) und 22 (Schorschi
Späth). Vor allem Herr und Späth
müssen sich steigern, wollen sie eine
Team-Medaille holen.
Für die Schweiz war Andreas Küttel
auf Rang sechs der beste Athlet. Die beiden
Tournee-Sieger Jakub Janda und Janne Ahonen
folgen auf den Plätzen sieben und acht.
Die hoch gehandelten Norweger platzierten
außer Ljoekelsoey nur Bjoern-Einar Romoeren
(10.) unter den Top Ten. Damit sind die Österreicher
klarer Favorit für den Team-Wettkampf.
Für Adam Malysz waren die vier Sprünge
am Kulm eine einzige Ernüchterung. Platz
20, dabei hatte er im vergangenen Jahr hier
noch triumphiert. In der Nacht erlitt der
Pole zudem einen Migräne-Anfall und er
musste sich übergeben. So war Malysz
nicht einmal der beste Pole. Bester Schützling
von Heinz Kuttin war Robert Mateja auf Rang
19.
Bei der Entscheidung auf dem Kulm war eine
große Zahl prominenter Sportler aus
allen möglichen Sportarten zugegen. Organisator
Hupo Neuper hat wirklich keine Kosten und
Mühen gescheut. Der prominenteste Gast
in der Steiermark: Box-Legende Muhammad Ali.
Aber auch Schwimm-Olympiasieger Marc Spitz
oder Motorrad-Idol Giacomo Agostini gaben
sich die Ehre.