Lars Bystoel hat die Sensation perfekt gemacht. Der 27-jährige Norweger sicherte sich Olympiagold auf der Normalschanze in Pragelato und erlöste die Wintersport-Nation Norwegen von ihrem Gold-Trauma. Endlich hat 'Norge' seine erste Goldene bei Olympia 2006. Mit 266,5 Punkten sicherte sich Bystoel den Eintrag in die Geschichtsbücher knapp vor dem Finnen Matti Hautamäki, der nur einen Zähler weniger ersprang. Mit Roar Ljoekelsoey auf dem Bronzeplatz schaffte ein zweiter Norweger den Sprung in die Medaillenränge. Die Norweger mussten 12 Jahre warten, ehe sie wieder einen Olympiasieger stellen durften. 1994 hatte Espen Bredesen in Lillehammer triumphiert.
Michael Uhrmann verpasste die Bronzemedaille nur um 0,5 Zähler. Mit einem grandiosen Finalsprung auf die Tagesbestweite von 104,5 Metern sprang der Bayer noch von Rang zehn auf Platz vier nach vorne. "Das ist sehr bitter. Ein halber Punkt, das ist die Wertung eines Wertungsrichters. Ich weiß nicht, ob ich nochmal so eine Chance bekomme, eine Olympia-Medaille zu machen. Das ist einfach nur bitter. Ich freue mich über den zweiten Sprung, aber wenn ich auf das Ergebnis-Tableau schaue, weiß ich nicht, was ich sagen soll", sagte Uhrmann mit Tränen in den Augen. Michael Neumayer als Achter und Georg Späth als 12. komplettierten das starke Abschneiden der Deutschen, die zusammen mit den Norwegern die stärkste Nation stellten.
Ein miserables Abschneiden galt es für die Österreicher zu verzeichnen, die nach dem ersten Durchgang Thomas Morgenstern auf Rang drei liegen hatten. Doch Morgi sprang nur 99 Meter im Finale und kam nicht unter en ersten Acht. Auch Janne Ahonen muss weiter auf seine erste Einzel-Medaille bei Olympia warten. Der Finne war Zweiter nach dem ersten Sprung, doch seine 100 Meter im Finale reichten nur für Rang sechs in der Endabrechnung. Damit landete Ahonen noch hinter Andreas Küttel, der als Fünfter bester Schweizer wurde.
Nach dem ersten Durchgang lag die ganz große Sensation in der Luft, als Dimitri Vassiliev in Führung lag. Doch dem Steiert-Schützling flatterten die Nerven und er verpatzte seine Landung. Am Ende wurde er noch bis auf Platz zehn durchgereicht und im Lager von Mika Kojonkoski brach grenzenloser Jubel aus.
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