Thomas Morgenstern ist Olympiasieger! Der erst 19-jährige Kärntner verwies seinen österreichischen Landsmann Andreas Kofler mit 267,9 Punkten und der Winzigkeit von 0,1 Punkten Vorsprung auf Rang zwei. Damit feierten die Österreicher einen Doppelsieg. Bronze ging an den Olympiasieger der Normalschanze, Lars Bystoel aus Norwegen, der immense 26,2 Punkte Rückstand auf den neuen Champion hatte. Es war ein unglaublich spannender Wettbewerb vor 5.000 Zuschauern in Pragelato, dem die beiden österreichischen Youngster mit Vehemenz ihren Stempel aufdrückten. Morgenstern konnte sein Glück nicht fassen, kopfschüttelnd stand er im Auslauf. Es wird sicher ein große Party geben im österreichischen Haus.
Janne Ahonen bleibt indes der Traum von einer Einzelmedaille bei Olympia versagt, er wurde nur Neunter und scheint genau wie der Zehntplatzierte Jakub Janda einen hohen Kräfteverschleiß zu haben. Bester Deutscher wurde Michael Neumayer auf Rang elf. Alle vier Deutschen platzierten sich unter den ersten 20, was Hoffnung auf einen gelungenen Team-Wettkampf gibt. "Das gibt mir Aufschwung für den Team-Bewerb. Darauf kann ich aufbauen", kommentierte Martin Schmitt seinen 19. Platz. Georg Späth wurde 20., ein enttäuschter Michael Uhrmann kam auf Rang 16.
Im ersten Durchgang gab es ein wahres Favoritensterben, was natürlich auch an den äußerst schwierigen Windbedingungen lag. Daiki Iti, Martin Koch, Risto Jussilainen, Robert Mateja, die Liste der prominenten Springer, die im Olympia-Finale nur Zuschauer waren, ist lang. Besonders bitter: Der in dieser Saison so starke Newcomer Sebastian Colloredo verpasste genau wie sein einziger verbliebener Teamkollege Andrea Morassi den Einzug ins Finale. Das ist eine herbe Enttäuschung für die so gebeutelten Italiener, die im Vorfeld der Spiele zwei Springer durch schwere Stürze verloren hatten und deswegen im Team-Wettkampf am Montag nicht dabei sein werden.
Einen ganz schwachen Tag erwischten auch die Slowenen. Primoz Peterka und Robert Kranjec kamen nicht ins Finale, Jernej Damjan und Rok Benkovic wurden 28. und 29. Besser war Michael Möllinger, doch der Schweizer war schier außer sich nach dem Wettkampf. "Da fühlt man sich echt verarscht. Im Training habe ich immer gezeigt, dass ich mit den Top Ten mitspringen kann und dann hab ich so ein Pech mit dem Wind. Wir sind hier bei Olympia und da will man sein Bestes geben und wenn das nicht klapp, dann ist das mehr als ärgerlich", schimpfte Mölli, der bei seinen Sprüngen Pech mit den Bedingungen hatte und trotzdem 13. wurde.
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