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  Olympische Spiele Torino/Pragelato (ITA) - 10.02. - 26.02.2006
  Bericht Qualifikation, Großschanze
Starke Sprünge, starke Sprüche
Diese Qualifikation hatte es in sich: Weite Sprünge bei wechselnden Winden und doch waren am Ende die Favoriten vorn. Thomas Morgenstern sicherte sich mit einem traumhaften Sprung auf 136 Meter (136,8) den Sieg in der Quali auf der Olympia-Schanze in Pragelato. Nach den guten Trainingsleistungen ist der 19-Jährige nun einer der Top-Favoriten auf Olympia-Gold auf der Großschanze. Zweiter wurde Janne Ahonen (136,3), der unbedingt ernst machen will mit dem Gewinn seiner ersten Einzelmedaille bei Olympia. Der Finne sprang exakt genauso weit wie Morgenstern, erhielt aber etwas schlechtere Haltungsnoten. Auf Rang drei sprang Andreas Kofler (133,8), der seinen Namensvetter aus der Schweiz, Andreas Küttel (132,6) auf den vierten Platz verwies.

Fünfter wurde ein weiterer Finne, Matti Hautamäki (129,6). Der Silbermedaillen-Gewinner von der Normalschanze platzierte sich diesmal knapp vor dem frisch gebackenen Olympiasieger Lars Bystoel aus Norwegen (129,2). Bester Japaner wurde Takanobu Okabe auf Rang acht vor Landsmann Noriaki Kasai. Auf Rang zehn und damit als bester Deutscher klassierte sich Georg Späth, der seinen Teamkollegen Michael Neumayer (12). knapp hinter sich ließ. Neumayer, der im Training am Nachmittag bester Deutscher war, ist mit seinen bisherigen Auftritten bei Olympia 2006 sehr glücklich. „Der Sprung war richtig gut. Ich bin total zufrieden und will jetzt einfach nur noch ein gutes Resultat auf der Großschanze erzielen“, sagte er. Michael Uhrmann kam nicht so gut wie gewohnt zurecht und wurde 20.

Für einen kleinen Eklat hatte noch vor Beginn der Qualifikation Alexander Herr gesorgt: Der Schwarzwälder warf, nachdem er von seiner Nichtnominierung für das Springen erfahren hatte, sämtliche Diplomatie über Bord. Er wollte sofort nach Hause und giftete gegen Bundestrainer Peter Rohwein: „Das ist eine Lachnummer“, sagte er in die Kameras der ARD. Ein letzter Probesprung unter schwierigen Bedingungen vor der Qualifikation hatte den Ausschlag zu Gunsten Martin Schmitts gebracht. „Dass der Sprung bei den Bedingungen entscheidet, wenn bis zu 4 einhalb Metern pro Sekunde Windunterschied sind, ist eine absolute Lachnummer! Das zeigt auch die Kompetenz des Trainers. Ich war sonst in jedem Sprung - auch auf der Großschanze - weiter als der Martin. Deshalb kann ich die Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen.“ Herr fuhr sofort nach seiner verbalen Entgleisung ins Appartement. Ob die Attacke gegen Rohwein Folgen haben wird, ist noch nicht bekannt. „Da müssen wir erst einmal drüber schlafen“, meinte Rohwein diplomatisch. Martin Schmitt, der den Vorzug erhalten hatte, schaffte übrigens unspektakulär die Qualifikation und sprang auf Rang 30.

Ähnliche Ausbrüche wurden im norwegische Team nicht verzeichnet, obwohl es auch dort mit Tommy Ingebrigtsen ein prominentes Nichtnominierungs-Opfer gegeben hatte. Der Team-Skiflugweltmeister musste trotz eines tollen Fluges auf 128 Meter im Training seinen Platz für Sigurd Pettersen räumen. Pettersen enttäuschte seinen Trainer Mika Kojonkoski nicht, erzielte Platz elf in der Qualifikation nach überzeugenden 132.5 Metern im Training.


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