Thomas Morgenstern ist der große Überflieger der Olympischen Spiele in Turin - zumindest aus Sicht der Skispringer. Der 19-Jährige führte sein Team mit Andreas Widhölzl, Andreas Kofler und Martin Koch zum Sieg beim Olympischen Team-Wettkampf in Pragelato und ist damit Doppel-Olympiasieger. Mit 984 Punkten verwies das ÖSV-Quartett, das zum ersten Mal einen Olympischen Team-Bewerb für sich entscheiden konnte, die starken Finnen auf Rang zwei. Tami Kiuru, Janne Happonen, Janne Ahonen und Matti Hautamäki erzielten 976,6 Punkte und hielten den Wettkampf bis zum letzten Springer spannend. Erst Morgenstern als letzter Springer des Abends sorgte für klare Verhältnisse. Bronze ging an Norwegen. Die mit hohen Erwartungen gestarteten Lars Bystoel, Bjoern-Einar Romoeren, Tommy Ingebrigtsen und Roar Ljoekelsoey drehten erst am Ende auf, doch die Aufholjagd kam zum einen zu spät, zum anderen hatten sie mit Ingebrigtsen einen Schwachpunkt in der Mannschaft, den die anderen nicht hatten. Immerhin kann sich Ljoekelsoey damit trösten, den Schanzenrekord von Adam Malysz auf 141 Meter geschraubt zu haben. Und Bystoel geht als erster Skispringer seit Toni Nieminen (zweimal Gold, einmal Bronze) und Martin Höllwarth im Jahre 1992 (dreimal Silber) mit drei Mal Edelmetall nach Hause.
Für das DSV-Quartett Michael Neumayer, Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Georg Späth blieb der undankbare vierte Platz. Allerdings war das Team kanpp 30 Punkte von Bronze entfernt, deshalb dürfte sich der Ärger in Grenzen halten. Die anderen waren einfach zu stark. Überraschender Fünfter wurde das Team aus Polen. Nach dem ersten Durchgang saß die Kuttin-Truppe den Deutschen, die von Sprung zu Sprung etwas weiter durchgereicht wurden, sogar dicht im Nacken. Stefan Hula, Kamil Stoch, Robert Mateja und Adam Malysz gaben wirklich alles und es sah so aus, als wollten sie den Gerüchten, Trainer Heinz Kuttin werde nach dieser Saison gefeuert, mit aller Kraft entgegenwirken. Sechster wurde Japan vor der Schweiz und Russland. Die Japaner hatten in Takanobu Okabe ihren besten Springer, die Schweizer überzeugten durch mannschaftliche Geschlossenheit und bei den Russen vergab einzig Ildar Fatchullin eine etwas bessere Platzierung.
Eine weitere herbe Enttäuschung gab es für die Slowenen, die sich nicht für das Finale der besten Acht qualifizierten. Für den Bronzemedaillen-Gewinner von 2002 in Salt Lake City blieb nur der schwache zehnte Platz. Das Olympische Motto 'Dabei sein ist alles' galt im Besonderen für die USA, Kanada und China, die die letzten drei Plätze belegten. Die Italiener, die ordentlicher Elfter wurden, traten aus Mangel an Alternativen mit einem Nordischen Kombinierer an. Davide Bresadola hatte sichtlich Spaß bei seinem Auftritt vor großem Publikum, ins Finale brachte er sein Team aber nicht. Dabei sein ist eben alles.
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