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 Pekka Niemelä im Interview - Teil 2

Frankreichs Cheftrainer Pekka Niemelä spricht im zweiten Teil des exklusiven Interviews mit skispringen.com über seine ersten Eindrücke zur Arbeit mit dem Team und den jungen Athleten:

skispringen.com

Wie trainieren Sie mit den französischen Springern Team - Sie leben doch in Finnland, oder?

Niemelä
Nicht die ganze Zeit. Nach meinem ersten Besuch in Frankreich war mir klar: Wenn ich hier etwas bewegen will, dann muss ich zumindest im Sommer in Frankreich leben. Nur so kann ich ausreichend mit den anderen Trainern kommunizieren und auch die Athleten so unterstützen, wie sie es brauchen. Meine Familie ist mit mir nach Courchevel gezogen, und wir fühlen uns in dieser wunderschönen Gegend sehr wohl. Ende Oktober geht es dann wieder zurück nach Kuopio, denn die Reisen während der Wintersaison kann ich von zuhause aus machen.

skispringen.com
Wie haben sich Ihre Schützlinge denn in den letzten Monaten gemacht?

Niemelä

Mit den letzten Resultaten bin ich sehr, sehr zufrieden, denn sie waren besser als erwartet. Im Sommer-Grand-Prix haben wir zwei Mal so viele Weltcuppunkte gemacht wie die Jungs im ganzen letzten Winter zusammen hatten. In Val di Fiemme wurde Lazzaroni 9. und auch wenn einige gute Springer nicht vor Ort waren, war dies sehr wichtig. Mit der gesamten Weltspitze vor Ort in Hinterzarten hatten wir zwei Jungs in den Punkten. Aber man muss bedenken: Was wir schnell gewinnen, können wir genauso schnell wieder verlieren! Deswegen brauchen wir eine stärkere Basis. Und wir dürfen diese Ergebnisse nicht immer erwarten. Aber an einem guten Tag kann ich mir vorstellen, dass David es in die Top-15 schafft, auch wenn alle Spitzenspringer dabei sind.

skispringen.com

In welcher Form sind Ihre Springer momentan?

Niemelä

David Lazzaroni ist eines der größten Talente, mit dem ich jemals zusammengearbeitet habe. Er ist noch ein junger Mann und alles ist möglich. Sein Potential bringt ihm keine guten Resultate, wenn er nicht hart arbeitet. Natürlich braucht er zudem noch ein wenig Glück. Physisch ist er der Beste in unserem Team und auch gar nicht so weit von den internationalen Topathleten entfernt. Technisch hat er einige Auf und Abs, aber in der Qualifikation in Hinterzarten war er beispielsweise 6. Und im Training zeigt er oft noch bessere Sprünge als im Wettkampf.
Emanuel Chedal ist ein sehr interessanter Springer mit einer guten Motivation. Sein größtes Problem ist momentan die Physis. Trotzdem kann er es in die Weltcuppunkte schaffen und auch in die Top-20. Er hat eine gute Technik, braucht aber noch stärkere Beine und dann auch noch etwas besseres Selbstbewusstsein wenn Rückenwind herrscht.
Vincent Descombes ist ein neuer Springer, der 34. in Klingenthal wurde und nur einen halben Meter weniger sprang als Björn Einar Romören, der es als Letzter ins Finale schaffte. Mit ihm arbeite ich noch an vielen Basisdingen und wir müssen erstmal abwarten, was noch passiert.

skispringen.com

Haben Sie spezielle Ziele für die nächste Saison?

Niemelä
Nicht wirklich, denn für mich war es in diesem Sommer erstmal wichtig die Jungs, die Probleme und alles andere kennenzulernen. Ich brauche noch mehr Informationen, um herauszufinden, was die realistischen Ziele sind. Vielleicht doppelt so viele Weltcuppunkte wie in der letzten Saison, und auf jeden Fall in allen erwähnten Bereichen ein wenig besser zu werden. Außerdem möchte ich ein Team formen, denn es ist sehr schwierig mit nur einem bis drei Jungs zu arbeiten. Aber wegen der Quote können wir momentan nicht mehr im A-Kader aufnehmen.

skispringen.com

Und wurden vom französischen Skiverband irgendwelche Ziele aufgestellt?

Niemelä
Für das erste Jahr nichts Spezielles, denn nun geht es darum alles zu koordinieren und dabei nichts zu übersehen. Natürlich freuen sie sich über die guten Resultate und das hebt die Stimmung. Klar, die hartgesottenen Weltklassespringer der anderen Nationen wissen, wie man solch ein Ergebnis erspringt. Aber für meine Jungs ist ein Sprung gut und der zweite wird schwierig. Aber für mich ist das momentan genug, weil ich sehe, dass wir wirklich eine Chance haben. Und die Springer bekommen durch die Resultate ein wenig mehr Selbstbewusstsein.

skispringen.com
Auch wenn Sie mit dem französischen Team gerade erst eine neue Aufgabe angenommen haben - welche Ziele haben Sie für Ihrer Trainerlaufbahn?

Niemelä
Jetzt esse ich erstmal dieses Stück und schaue mir später die weiteren Stücke des Kuchens an. Im Moment bin ich absolut glücklich, wo ich bin. Was dann kommt, wird man sehen. Wenn jemand Interesse an meiner Arbeit hat, ist das eine nette Sache. Ich werde meine Tür und meinen Geist offen für alles halten - aber jetzt konzentriere ich mich auf die französischen Skispringer! Mein persönliches Ziel ist es als Trainer meine Kapazitäten zu erweitern, um mit unterschiedlichen Athleten und Situationen gut zurechtzukommen und gleichzeitig Vertrauen sowie einen bestimmten positiven Spirit im Team, dem Verband und unter den Trainern zu kreieren. Jeder soll genau fühlen und sehen, was die Aufgaben sind und wie man sie bewerkstelligen kann. Für mich besteht die Aufgabe eines Trainers nicht nur darin der Teamkapitän zu sein, sondern die Athleten so gut wie möglich dabei zu unterstützen sich selbst und ihren persönlichen Weg zum Erfolg zu finden. Also Teamarbeit unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse.
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(ak)


Teil 1 des Interviews
  






Emmanuel Chedal


David Lazzaroni










Copyright Bilder/Text:
skispringen.com

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