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  Martin Schmitt: "Meine Leistungen sind momentan wie ein Rohbau."
   skispringen.com-Interview

Skispringen.com
Wie läuft dein Training momentan?

Martin Schmitt
Mit der Vorbereitung bin ich super zufrieden. Es ist auf jeden Fall der richtige Weg, den ich auch die nächsten Jahre verfolgen werde. Da gibt es kein Wenn und Aber. Das ist ein Entwicklungsprozess für mich, den ich noch nicht abgeschlossen habe. Also, ich bin noch nicht soweit, dass ich sagen kann: „Ich habe jetzt zwei- bis dreihundert Sprünge auf Topniveau.“ Dort muss ich erst noch hinkommen. Deswegen ist nicht nur diese Saison ein Ziel, sondern auch die nächsten Jahre. Ich weiß, dass ich mich noch steigern kann und so gehe ich das Ganze an.

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Schaust du auf spezielle Highlights während der kommenden Saison?

Schmitt
Natürlich hat man eine grobe Zielrichtung, die man variieren kann. Aber grundsätzlich ist für mich erstmal wichtig konstant unter die besten 15 zu kommen. Dann habe ich den Rücken frei und muss keine Qualifikation mehr springen. Das ist die wichtigste Hürde, denn dann hat man statt zwei Trainingssprüngen gleich mal vier und kann sich von dort aus neue Ziele stecken.

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Wie viel Training ist während der Saison eigentlich überhaupt möglich?

Schmitt
Das ist schwierig. Einen kleinen Einbruch oder eine kurze Formkrise kann man in einer kurzen Trainingsphase beheben. Aber wenn man solch grundsätzliche Probleme hat, wie es bei mir der Fall war, wird es natürlich schwierig. Dann ist das eher Schadensbegrenzung, weil die Fehler vorher gemacht worden sind und man nicht mehr so viele Möglichkeiten hat, das zu ändern.

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Woran hast du während dem Sommer vor allem gearbeitet?

Schmitt
Mein grundsätzliches Problem war sicherlich sie Absprungbewegung. Das ging schon mit Fehlern in der Anfahrtsposition los, deswegen mussten wir da etwas umstellen und somit dann die ganze Absprung-Übergangsgestaltung. Das war die Haupttrainingsarbeit in diesem Sommer für mich. Darauf haben wir auch das Krafttraining ausgelegt und den gesamten Konditionsblock.

Skispringen.com
Wie schaffst du es, dass deine Motivation scheinbar nicht nachlässt?

Schmitt
Die Motivation ist einfach da. Ich habe für mich den Ehrgeiz noch mal an mein persönliches Optimum heranzukommen. Was das dann in Ergebnissen ausgedrückt ist, kann ich nicht sagen, auch weil es ja von den anderen Springern abhängig ist. Die Dichte ist schon recht hoch. Aber ich will meine Fähigkeiten ausschöpfen. Das war sicher die letzten Jahre nicht der Fall. Wenn ich im Training kleine Erfolgserlebnisse habe oder bemerke, dass man bei Einzelsprüngen mithalten kann, dann weiß ich, dass das auch mal wieder mit zwei oder drei Sprüngen hintereinander klappt. Und irgendwann dann über einen längeren Zeitraum. Das ist mein Ziel.

Skispringen.com
Wie lange planst du weiter zu springen?

Schmitt
Grundsätzlich kann ich mir vorstellen bis 2010 oder 2011. Bis dahin will ich schon springen. 2010 die Olympischen Spiele in Vancouver und dann die WM 2011 in Oslo, das sind für mich echte Highlights. Wenn es möglich ist, würde ich schon gerne so lange springen. Ich mache mir jetzt aber nicht den Druck, dass meine Form von Anfang an stabil sein muss und mir alles gelingen muss. Meine Leistungen sind momentan eher wie ein Rohbau. Da kann es auch mal reinregnen. Wir sind gerade dabei das Dach draufzusetzen. Und das sollte fertig sein, wenn es das erste Mal schneit. Aber der Innenausbau, der kommt dann erst noch!

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Was machst du bis zum Saisonstart?

Schmitt
In den nächsten drei Wochen wird noch mal hart trainiert, vor allem im Konditions- und Kraftbereich. Nach dieser härteren Phase hoffen wir, dass wir den ersten Schneekontakt haben! Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Man trainiert das ganze Jahr, und das Training ist so ausgerichtet, dass die Hauptarbeit dann mit dem ersten Schnee getan ist. Wenn die Basis für die Saison dann steht, muss man schauen, dass man sich schnell an den Schnee gewöhnt. Zu dem Zeitpunkt sieht man dann zu was die Leistung reicht und wo man steht. Dann kann man sich Ziele für die Saison setzen.

(ak)

 









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