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  Michael Uhrmann: "Letztes Jahr war meine beste Saison!"
  Teil 1 des skispringen.com-Interviews

skispringen.com

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Titel! Erzähl uns ein wenig vom Wettkampf!

Michael Uhrmann
Vielen Dank! Während der deutschen Meisterschaft war das Wetter in Oberhof zu Beginn ganz und gar nicht einladend. Weder für die Zuschauer, noch für uns Springer. Zum Glück gab es am Sonntag beim Mannschaftsspringen dann einen super Abschluss, wo alles gepasst hat. Beim Einzelwettkampf war es für die Jury schon schwierig den Wettkampf fair durchzuziehen, und das Wetter war letztendlich so schlecht, dass ein Sprung reichen musste. Ich war noch nie deutscher Meister und habe erst beim letzten Sprung des FIS-Sommer-Grand-Prix gemerkt, dass es „Klick“ gemacht hat. Seit dem weiß ich, wie ich meinen neuen Ski springen muss, da ich ja gerade das Material gewechselt habe. Dieser letzte Satz hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und ich wusste, wenn die Verhältnisse einigermaßen normal und stabil sind, dass ich eine sehr gute Chance habe, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Letztendlich hat das Wetter leider doch nicht so mitgespielt und deswegen bin ich sehr froh, dass ich trotzdem gewonnen habe. Und das auch noch mit einem sehr guten Sprung! Beim Mannschaftsspringen waren die Bedingungen dann für alle optimal, es hat richtig Spaß gemacht, und ich konnte noch mal zwei gute Sprünge zeigen - und habe somit gleich zwei Titel gewonnen!

skispringen.com
Doppel-Deutscher-Meister sozusagen! Was genau war am Wetter samstags denn so schlimm?

Uhrmann
Na ja, was heißt schlimm. Es war sehr wechselhaft, dann kam auch noch Regen dazu, und der Wettkampf musste unterbrochen werden. Außerdem hat die Jury jeden Sprung sehr lange herausgezögert, um zu versuchen, dass jeder bei fairen Bedingungen runterkommt. Ich bin ziemlich weit hinten gesprungen und habe deswegen den ganzen Wettbewerb nicht so genau verfolgt. Bei meinem Sprung waren die Bedingungen sicher gut, denn sonst springt man keine 138.0m von der Schanze in Oberhof. Aber der Sprung an sich war wirklich auch sehr, sehr gut.

skispringen.com
Du würdest also schon sagen, dass der Wettkampf fair war, oder?

Uhrmann
Ja, schon. Logisch, wir brauchen nicht darüber zu reden, dass da viel Wind im Spiel war. Aber bei mir war es so, dass ich die letzten Jahre im Weltcup immer recht weit vorne war und deswegen auch mal deutscher Meister werden wollte. Der Titel war mir wichtig, und dass ich ihn jetzt habe, freut mich sehr. Entscheidend ist jedoch eher, dass meine Sprünge immer besser werden. Mit dem Flug beim letzten Grand-Prix und denen während der Meisterschaft muss ich sehr zufrieden sein. Vom Wettkampf an sich, nun gut, es gibt im Winter auch Wettkämpfe, die so ablaufen. Wenn man Pech hat, bleibt oft keine Chance, das ist schon so. Aber ich bin jetzt einfach mal froh, dass ich mit meiner momentan guten Form auch keine Niete mit den Bedingungen gezogen habe und mich durchsetzen konnte.

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In der Mannschaft warst du mit dem Team „Bayern I“ jetzt einige Jahre hintereinander erfolgreich. Bedeutet dir dieser Titel auch etwas?

Uhrmann
Für den Landesverband ist es natürlich sehr wichtig, dass man bei der deutschen Meisterschaft seine Leute und auch die Mannschaft vorne hinbringt. Jetzt haben wir natürlich den Vorteil, dass wir mit Georg Späth, Michael Neumayer und mir drei Athleten sind, die auch international im Team springen. Und na ja, eigentlich wäre es für uns schon ein bisschen blamabel gewesen, wenn wir das Mannschaftsspringen nicht gewinnen! Dazu hat der junge Tobias Bogner noch einen super Wettkampf gemacht, was uns sehr gefreut hat. Und schön war auch, dass sich die zweite bayrische Mannschaft den vierten Platz erkämpfen konnte, sich also gegenüber den zweiten Teams der anderen Landesverbände durchsetzen konnte. Ob es persönlich jetzt so wichtig ist bei der deutschen Meisterschaft im Team, mhm, klar, es ist immer schön wenn man vorne dabei ist. Aber ganz wichtig ist es nun mal für den Landesverband!

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Du hast dich im Sommer am linken Sprunggelenk verletzt, bist du mittlerweile wieder absolut fit?

Uhrmann
Jetzt schon, ja. Aber ich hatte insgesamt sechs Wochen Verletzungspause. Bis ich wieder normal trainieren konnte, vergingen eigentlich über acht Wochen. Deshalb bin ich mit wenigen Sprüngen und knapper Vorbereitung in den FIS-Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten eingestiegen. Ich habe die ganze Zeit bis zirka zwei Wochen vor Oberhof versucht, das alles wieder aufzuholen. Außerdem habe ich für das Skitesten eine Menge Zeit verwendet. Die Skifirma Rossignol gibt es jetzt ja leider nicht mehr, und da habe ich viel zwischen Atomic und Fischer hin und her probiert. Daneben musste ich noch das Athletische aufholen. Mir war schon klar, dass ich während des Grand-Prix nicht ganz vorne sein kann. So gesehen, habe ich mich bei den Wettkämpfen passabel verkauft. Jetzt bin ich soweit, dass es schaffe bis zum Winter absolut keinen Rückstand mehr zu haben.

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War es schwierig nicht mit Hundertprozent Potential den Grand-Prix zu springen?

Uhrmann
Nein, schwierig eigentlich nicht. Klar, wenn ich mitspringe, will ich selbst ja auch gerne weiter vorne sein. Aber das ging eben bei dem einen oder anderen Sprung nicht so. Das ist aber nicht nur mein Problem, Thomas Morgenstern war beispielsweise auch verletzt und nicht ganz vorne mit dabei. Das braucht einfach seine Zeit. Ich hätte aber nicht sagen können: „Ich spring´ da nicht mit, weil ich trainieren muss!“ Von dem her habe ich die Wettkämpfe genutzt und trotzdem ungefähr gesehen, wo ich stehe. Das war mir sehr wichtig. Aber klar, nach Klingenthal, wo so viele Zuschauer waren, war ich schon enttäuscht, dass ich keine guten Sprünge gemacht habe. Ich kann den Rückstand, den ich auf die Spitze hatte, aber glücklicherweise dadurch erklären, dass ich zeitlich mit dem Training einfach noch ein bisschen hintendran bin.

Teil 2 des Interviews
  








































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