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Hat dich irgendeine der Nationen beim Grand-Prix besonders überrascht?
Uhrmann
Es ist schon auffällig gewesen, dass in Norwegen jetzt zwei, drei Namen mit dabei sind, die letztes Jahr noch nicht in der Mannschaft waren oder nicht immer beim Team sind. Von denen haben einige sehr, sehr gute Sprünge gezeigt. Da waren einige mit dabei, die früher nicht so aufgefallen sind. Ich meine jetzt zum Beispiel Tom Hilde oder Anders Jacobsen. Das war schon überraschend. Und auch die jungen Tschechen, die teilweise mit vorne waren.
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Wie ist denn in eurer Mannschaft die Stimmung momentan?
Uhrmann
Ja, eigentlich ganz gut. Klar, Georg Späth hat nach seinem Sieg in Hinterzarten bestimmt mehr erwartet. Jörg Ritzerfeld war lange verletzt, bei mir kam die Verletzung dazu. Es ist letztendlich nicht alles so gelaufen, wie es sich jeder vorgestellt hat. Da leidet die Stimmung schon ein bisschen drunter. Aber es ist jetzt nicht so, dass man in Richtung Winter alles in Fragen stellen muss. Wir müssen nun die Zeit bis zum Winter einfach nutzen. Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir an die drei Topnationen Norwegen, Finnland und Österreich näher herankommen oder sogar aufschließen können. Und ich denke, das ist möglich.
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Wie sehen bei dir die letzten Wochen bis zum Saisonstart aus?
Uhrmann
Bei mir geht der Athletikblock weiter. Ich habe vorher fünf Wochen gemacht, dann eine Pause und jetzt kommen noch mal vier oder fünf Wochen mit Schnellkrafttraining dazu. Dann habe ich relativ viel Kraftaufbau absolviert, um noch ein bisschen sprungkräftiger zu werden. Springen werde ich nicht mehr so viel, glaube ich. Und dann, ja dann kann es auch bald losgehen! Wir müssen mal abwarten, wann der Schnee kommt. Letztes Jahr war es extrem schwierig, hoffentlich wird es in diesem Winter besser!
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Was ist denn dein persönliches Saisonziel für den Winter 2006/2007?
Uhrmann
Na ja, erstmal muss ich schon sagen, dass es mich ein wenig gestört hat, als man die ganze Zeit hörte: „Die deutschen Skispringer waren immer ganz schlecht die letzte Saison.“ Für mich persönlich war es nicht so: Ich war 4. bei Olympia und 5. bei der Skiflug-Weltmeisterschaft. Ich habe zwar keine Medaille, die ich auch gerne gehabt hätte, glaube aber, dass das sehr, sehr gute Ergebnisse waren. Das letzte Jahr war meine beste Saison! Jetzt muss ich versuchen mich weiterzuentwickeln. Von Jahr zu Jahr ist es ein bisschen besser geworden, und ich hoffe jetzt, dass es so weitergeht. Durch den Skiwechsel sehe ich zudem die Möglichkeit, dass ich mal einen größeren Sprung nach vorne machen kann.
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Weiterzuentwickeln von Platz 4 oder 5 - das wäre dann Platz 2 oder 3, richtig?
Uhrmann
Ja, und diese Ziele habe ich auf jeden Fall auch! Aber wenn ich sage, ich wäre unzufrieden mit einem 5. oder 6. Rang, dann passt das ja auch nicht. Man muss sich das immer aus der jeweiligen Situation heraus anschauen, womit man zufrieden sein kann. Ich denke, dass ich meine Sprünge gut durchkriege. Ich sehe es momentan so, dass ich bis zum Winter in der Lage sein werde im Kreis derer dabeizusein, die um das Podest mitspringen. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt. Dann braucht man vielleicht im entscheidenden Moment noch ein wenig Glück und schon steht man wieder oben drauf. Das ist das Ziel!
(ak)
Teil 1 des Interviews 
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