Seitdem Wolfgang Hartmann Cheftrainer der schwedischen Skisprung-Nationalmannschaft ist, hat sich für die Athleten einiges verändert. Unter anderem sind Andreas Arén, Jakob Grimholm, Isak Grimholm und Johan Erikson in diesem Winter weniger im Weltcup unterwegs, sondern verfolgen einen genau ausgetüftelten Saisonplan. Bisher scheint das Konzept für die Schweden bestens zu funktionieren, denn beispielsweise bei Anders Arén verläuft der Winter wirklich gut. Gleich beim ersten Weltcup in Kuusamo ersprang sich der 21-Jährige mit Rang 17 das bisher beste Ergebnis seiner Karriere. Was der junge Mann vom Verein Holmens IF über den Verlauf des Winters, seinen deutschen Trainer und seine Zukunft denkt, erzählte Anders Arén im exklusiven Gespräch mit skispringen.com.
Skispringen.com: Wie ist die Saison 2006/2007 bisher für dich gelaufen?
Andreas Arén: Ich hatte einen sehr guten Start in den Winter. Kuusamo war für alle ein harter Wettkampf, und ich war einer von den etwas glücklicheren Springern. Lillehammer war für mich auch prima. Ich habe zwar immer ein paar Probleme, mich vor einem Wettkampf zu entspannen, aber das bekomme ich mittlerweile besser in den Griff. Direkt im neuen Jahr hatte ich eine kleine Verletzung nach meinem Sturz in Seefeld und danach einige Schwierigkeiten wieder vollkommen fit zu werden. Aber meine Sprünge werden nun stetig besser.
Skispringen.com: Hast du dich irgendwie speziell auf diesen Winter vorbereitet?
Arén: Ja, wir haben unsere Ausrüstung im Vergleich zu dem Jahr davor verändert. Das hat mir extrem dabei geholfen, meine Technik weiter zu entwickeln. Meine Sprünge laufen seit letztem Herbst viel besser, und auch meine Physis hat sich während des Sommers verbessert. Ich musste davor ja eine lange Pause wegen meiner Knieverletzung machen, und bis zu dieser Saison war meine körperliche Fitness noch nicht im Normalbereich.
Skispringen.com: Wie ist die Arbeit mit dem Nationaltrainer Wolfgang Hartmann?
Arén: Ich finde, es klappt richtig gut mit Wolfgang. Die Entwicklung schreitet immer weiter voran, wir sind hoch motiviert und das Konzept für das schwedische Skispringen sieht gut aus!
Skispringen.com: Ist es jetzt einfacher ein schwedischer Skispringer zu sein?
Arén: Ja! Vor allem einen Trainer zu haben, der einen Vertrag über mehrere Winter hat, ist sehr viel wert. Die letzten Jahre waren in dieser Hinsicht schon sehr hart. Nun können wir uns auf unsere Arbeit konzentrieren, ohne Angst zu haben, dass wir schnell tolle Resultate bringen müssen, um unseren Coach zu behalten.
Skispringen.com: Was ist das größte Problem, mit dem der schwedische Skisprung immer noch zu kämpfen hat?
Arén: Das ist wohl die Finanzierung. Ich denke, wir teilen dieses Problem mit vielen anderen kleinen Nationen. Aber es sieht jetzt bei uns wirklich besser als vorher aus. Skispringen ist ein recht unbekannter und kleiner Sport in Schweden, deswegen ist es schwierig, gute Unterstützung zu finden. Das zweitgrößte Problem ist, die Kinder für das Springen zu begeistern. Denn leider zeigen die schwedischen Medien eigentlich nur Stürze und Unfälle beim Skispringen.
Skispringen.com: Studierst du neben dem Springen?
Arén: Nein, momentan nicht. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich nach dem Skispringen mal machen möchte. Deswegen denke ich, es ist besser noch etwas mit der Entscheidung zu warten.
Skispringen.com: Bei welchen Veranstaltungen wirst du in den kommenden Wochen/Monaten zu sehen sein?
Arén: Bei Continentalcupspringen wie in den USA zum Beispiel. Der Plan für diese Saison war es, mehr dort zu springen. Mein nächster Weltcup ist dann vielleicht der von Lahti.
Skispringen.com: Was ist dein Ziel für diese Saison?
Arén: Mein erstes Ziel war es in diesem Winter ein paar Weltcuppunkte zu bekommen. Das habe ich ja sehr schnell gleich im ersten Weltcup in Kuusamo erreicht. Eigentlich kann ich jetzt deswegen ganz in Ruhe bis zur Ende der Saison weiterarbeiten. Aber ich habe weitere Ziele, die ich jedoch lieber für mich behalte.
Skispringen.com: Verrätst du, was du dir für die kommenden Jahre vornimmst?
Arén: Das große Ziel für unsere Mannschaft sind die nächsten Olympischen Spiele 2010 in Vancouver. Wir haben im Moment keinen großen Druck, dass wir ansonsten in dieser oder der nächsten Saison spezielle Ergebnisse erzielen. Aber natürlich haben wir Teilziele, aber die kommen erst immer während des jeweiligen Winters auf. So gesehen kann Schweden endlich mal ohne großen Druck arbeiten.
(ak)
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Bilder: S. Jäschke
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