Mit Arttu Lappi hatte vor dieser Saison wohl niemand wirklich gerechnet, obwohl der 22-Jährige aus Kuopio bei den nationalen Wettkämpfen stärker als all seine Landsleute war. Viele hatten den Mannschaftsweltmeister von 2003 nach zwei nicht so optimalen Wintern bereits abgehakt, aber jetzt ist der Springer von Puijon Hiihtoseura wieder zurück und belegt als bester Finne vor dem Abschlussspringen in Bischofshofen Rang 5 des Gesamtweltcups. Darüberhinaus hat er sich in der Tourneewertung still und leise auf Platz 2 geschoben und hat mit 10.7 Punkten Rückstand auf Anders Jacobsen sogar noch gute Chancen auf die Sensation. Über sein Comeback, seine Verletzung und sein Studium sprach Arttu Lappi mit skispringen.com.
Skispringen.com: Wo siehst du die Hauptgründe, warum du so stark in die Weltcup-Saison 2006/2007 gestartet bist?
Arttu Lappi: Das sehr gut gelaufene Sommertraining ist wahrscheinlich der wichtigste Grund, aber auch mein gewachsenes Selbstbewusstsein und einige Kilos weniger auf den Rippen hatten ihren Effekt auf meine Sprung-Verfassung. Und natürlich war es für mich eine großartige Sache, dass ich hier in Rovaniemi zwei Wochen länger auf Schnee trainieren konnte als alle anderen.
Skispringen.com: Hast du viel an deinem Training verändert?
Lappi: Im Frühling haben wir die Kooperation mit meinem persönlichen Trainer Jarkko Saapunki begonnen. Wir haben sofort angefangen zu planen, wie ich trainieren sollte und was die wichtigsten Dinge sind, die ich verbessern muss. Während des Sommers habe ich dann härter trainiert und um einiges mehr an physischem Training gemacht als zuvor. Wir dachten, dass die Hauptziele während des Winters anstehen werden, und das war der Grund, warum man mich beim internationalen Sommer-Grand-Prix im letzten Sommer gar nicht gesehen hat. Außerdem haben wir einige kleinere Veränderungen an meiner Anlaufposition vorgenommen. Vielleicht hat es der ein oder andere schon bemerkt, mein V-Stil ist jetzt nicht mehr so breit wie in den Jahren davor. Und mit den neuen Sprunganzügen läuft es für mich auch besser.
Skispringen.com: Hast du bereits im Sommer oder Herbst gemerkt, dass du im Winter mit den Besten der Welt mithalten kannst?
Lappi: Ehrlich gesagt, ich wusste bereits bei unserer nationalen Meisterschaft in Kuopio im Sommer, dass ich immer näher an Matti und die anderen herankomme. Ich hatte ein paar exzellente Sprünge bereits im September. Und im Oktober während zwei Trainingscamps im B-Team in Lahti war ich mir sicher, dass ich in diesem Jahr wesentlich stärker sein werde als jemals zuvor.
Skispringen.com: Hast du jemals während des Sommertrainings auch nur eine Sekunde daran gedacht, dass du den Weltcup in Kuusamo gewinnen könntest?
Lappi: Nein, aber ich habe auch nicht wirklich viel darüber nachgedacht. Vor dem Nordic Opening hatten wir ja drei nationale Wettkämpfe hier in Nordfinnland. Und ich war sehr stark bei all diesen Springen. Nach erfolgreichen Sprüngen in Ruka und Vuokatti, die ich beide gewonnen habe, wusste ich, dass ich beim Weltcup-Eröffnungsspringen in Ruka unter den Top-5 sein kann.
Teil 2 des Interviews 
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