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  Arttu Lappi - Besser als je zuvor - Teil 2
   skispringen.com-Interview

Skispringen.com: Wie gehst du damit um, dass einige diesen ersten Weltcup in Ruka, den du gewonnen hast, als irregulär bezeichnen?

Lappi: Heutzutage gibt es ja laufend Diskussionen über gleiche Windverhältnisse und Fairness. In unserem Sport müssen wir einfach nur nehmen, was wir bekommen können. Die besten Drei oder Vier auf der Resultatliste von Ruka waren bereits sehr gut in den offiziellen Trainingsrunden. Natürlich hätte ich lieber auch noch einen zweiten Durchgang gesprungen. Aber nun gut, solange sich die FIS nicht dazu entschließt auch beim Skispringen Sprint-Wettbewerbe durchzuführen … (lacht). Nein, im Ernst, es war nicht nur einfach nur Glück. Aber es stimmt natürlich, dass das Wetter besonders für die letzten Athleten schwierig war. Es gab jedoch keine Chance für alle Springer die gleichen Bedingungen herzustellen.

Skispringen.com: Du warst bereits in jungem Alter während der Weltcup-Saison 2002/2003 sehr erfolgreich. Was ist danach passiert?

Lappi: Da gibt es nicht einen einzigen Grund. Ich habe viel darüber nachgedacht, warum ich 2003/2004 nicht erfolgreich war. Die engeren Sprunganzüge haben am Anfang irgendwie bei mir nicht so gut funktioniert, und dann habe ich sehr schnell mein Selbstvertrauen verloren. Ein Junge wurde zum Mann, was natürlich auch bedeutete, dass ich mehr Muskeln und mehr Gewicht bekam. Im Winter hatte ich dann auch mehr Zeit, um mich auf meine Abitur-Prüfung vorzubereiten. Im nächsten Jahr sprang ich vor dem Weltcup in Ruka sehr gut. Aber dummerweise habe ich mir dann meinen Knöchel gebrochen, und es dauerte eine lange Zeit bis ich wieder vollkommen hergestellt war.

Skispringen.com: Hast du damals irgendwann einmal ans Aufhören gedacht?

Lappi: Nein, nicht wirklich übers Aufhören, aber ich habe mich mehr auf andere Gebiete in meinem Leben konzentriert. Nach einer ganzen Saison im COC habe ich nach der letzten Saison entschieden, dass ich jetzt das Beste versuche, um auf ganz hohem Level zu springen. Und wenn ich meine Ziele innerhalb der nächsten zwei Jahre nicht erreiche, würde ich den COC nicht meine anderen Lebenspläne zerstören lassen. Aber glücklicherweise muss ich mir jetzt im nächsten Frühjahr keine Gedanken übers Aufhören machen.

Skispringen.com: Du hattest vor einigen Wochen wieder eine Verletzung am Knöchel. Wie ist das passiert?

Lappi: Ja, ich hatte einen kleinen Unfall bei einem Volleyball-Spiel am Tag nach unserem ersten nationalen Wettkampf in Rovaniemi. Aber ich bekam erste Hilfe und war dann fähig bereits vier Tage später schon wieder in Ruka zu springen, obwohl mein Knöchel wirklich arg weh tat. Beim physischen Training war es jedoch nicht so einfach. Damit konnte ich erst eine Woche vor Engelberg wieder richtig loslegen. Mittlerweile würde ich sagen, dass der Knöchel zu 85% wieder o.k. ist. Die Verletzung hält mich immer noch davon ab einige Übungen durchzuführen, und ich kann den Knöchel noch nicht so dehnen wie normal.

Skispringen.com: Wie fühlt es sich an der beste Finne im Weltcup zu sein, und was sind deine Ziele für diese Saison?

Lappi: Natürlich bin ich stolz darauf! Wir haben hier in Finnland so viele tolle Springer. Trotzdem hoffe ich für Janne Ahonen sehr, dass er seine technischen Probleme in den Griff bekommt. Ich wäre für mich absolut zufrieden, wenn ich meine Leistungen während dieser Saison auf diesem Niveau halten kann. Und mein zweites Ziel ist ein Platz im Team für die Weltmeisterschaft in Sapporo zu bekommen.

Skispringen.com: Du studierst mittlerweile. Wie schaffst du es Skispringen und Studium unter einen Hut zu bekommen?

Lappi: Ja, das ist richtig. Ich studiere seit Herbst 2005 Jura an der Universität in Rovaniemi. Bisher habe ich es geschafft genauso viel zu studieren, wie alle anderen, die zur selben Zeit mit dem Studium angefangen haben. Jetzt im Winter habe ich natürlich weniger Zeit für meine Prüfungen und Vorlesungen. Aber die Situation war im letzten Jahr genauso, und ich habe einfach mehr Prüfungen in der skisprungfreien Zeit geschrieben.

(ak)

Teil 1 des Interviews 

  









(c) Text + Bilder
skispringen.com

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