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  Chrisitan Ulmer: "Ich bin nicht mehr wirklich jung und nicht wirklich neu."
   skispringen.com-Interview

Christian Ulmer hat gezeigt wie schnell es gehen kann: Nur zehn Monate nach seiner Entscheidung von der Nordischen Kombination zu den Spezialspringern zu wechseln, war der 22-Jährige vom SC Wiesensteig bereits im A-Kader und nahm am Weltcupauftakt in Kuusamo teil. Der junge Mann vom Stützpunkt Degenfeld ist damit der erste Schwabe, der es in die Skisprung-Nationalmannschaft geschafft hat. Nebenbei studiert Christian, dessen sportliches Vorbild Janne Ahonen ist, International Business Management an der Fachhochschule in Ansbach. Skispringen.com traf den sympathischen DSV-Adler, um mehr über seine Sportkarriere zu erfahren.

Skispringen.com: Wie begann deine Karriere als Wintersportler?

Christian Ulmer: Ich stand schon ziemlich früh mit zwei oder drei Jahren auf Skiern. Ich komme aus einer sehr sportbegeisterten Familie, in der eigentlich alle irgendwie dem Wintersport verfallen sind. Mir hat der Langlauf immer sehr viel Spaß gemacht und deswegen bin ich dann auch in den Skiverein SC Wiesensteig eingetreten. Gesprungen bin ich mit Begeisterung früher schon beim Alpinski über so kleinere Hügel auf den Skipisten, und darum fand ich es toll, als mein ehemaliger Langlauftrainer mich mit zum Sprungtraining genommen hat. Er fragte, ob ich das mal ausprobieren möchte. Damals war ich ungefähr zehn Jahre alt, und natürlich fand ich das zu dieser Zeit eine total spannende Sache! Mir hat das Springen sofort Spaß gemacht, aber ehrlich gesagt habe ich mich dem Langlauf auch immer weiterhin verbunden gefühlt. Deswegen war klar, dass ich Nordischer Kombinierer werde.

Skispringen.com: Wie ging es dann in deiner Laufbahn weiter?

Ulmer: Ich habe die ganz normale Karriere durchlaufen und hatte bei der Nordischen Kombination einige Erfolge. Unter anderem wurde ich Vize-Junioren-Weltmeister mit der Mannschaft 2004, Sechster beim FIS-Sommer-Grand-Prix 2004 in Oberstdorf und hatte einigen Top-Ten-Platzierungen im B-Weltcup. Außerdem war ich beim Weltcupauftakt vor zwei Jahren hier in Kuusamo als Nordischer Kombinierer dabei. Generell war es einfach so, dass ich bis zu einem gewissen Level gekommen bin, es danach aber nicht weiter vorwärts ging. Besonders im Laufen hatte ich irgendwie mein Optimum erreicht und sah wenige Möglichkeiten mich noch zu steigern. Mir haben vorher auch schon einige meiner Trainer gesagt, dass ich im Springen ein größeres Talent bin.

Skispringen.com: Ist das unterschiedliche Training von der Nordischen Kombination zum Skisprung eigentlich eine große Umstellung?

Ulmer: Der Schwerpunkt bei den Kombis liegt auf dem Laufen, und bei den Springern mehr auf der Athletik. Der Trainingsstand-punkt ist beim Spezialspringen auch anders, denn da geht die Entwicklung im athletischen Bereich viel schneller als bei der Kombination. Denn hier macht man sich das Krafttraining durch das Laufen wieder kaputt. Insofern hat sich mein Trainings-schwerpunkt mit dem Athletiktraining etwas geändert. In der Kombination ist der Trainingsplan schon extrem voll. Da können gar nicht so viele Athletiksachen dazu kommen. Und auch die Anzahl der Trainingssprünge ist natürlich um einiges höher jetzt. Außerdem laufe ich nun für die Kondition eher, um Fitness zu bekommen, oder zum Warmmachen. Aber es ist nicht mehr so, dass ich zwei Stunden durch die Gegend renne.

Skispringen.com: Wann war für dich klar: Ich werde Spezialspringer?

Ulmer: Ich habe im Januar 2006 diese Entscheidung getroffen und bin dann sofort gewechselt. Zuvor habe ich schon einige Male darüber nachgedacht ganz mit dem Leistungssport aufzuhören. Aber so viele Leute aus meinem Umfeld meinten, ich solle doch einfach mal von ganz unten langsam beginnen und mit dem Springen weitermachen. Ausprobieren und schauen, was passiert. Genau das habe ich dann auch gemacht. Ich musste beim FIS-Rennen anfangen, konnte dann aber während der letzten Saison zum Glück noch einige Continental-Cups mitspringen. Dazu habe ich mich auch als Vorspringer angeboten, um möglichst viel Wettkampfpraxis beim Skispringen zu bekommen. Glücklicherweise hatte ich bei allem viel Unterstützung von Trainern und Betreuern. Auch als ich nach der letzten Saison dann kaderlos dastand. Man bot mir an zusammen mit Martin Schmitt unter Stefan Horngacher zu trainieren. Davon profitiere ich sehr. Stefan Horngacher kannte ich vorher eigentlich nur aus dem Fernsehen, aber Martin und ich haben im selben Vorort von Freiburg gewohnt.


2. Teil des Interviews 






(c) Text + Bilder
skispringen.com

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