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Ein Erlkönig sorgte für Erfolge im Sommer
Clint Jones, Roar Ljøkelsøy und Bjørn
Einar Romøren hatten ihn.
Andreas Kofler, 18-jähriger Senkrechtstarter
aus Österreich hatte ihn und Martin Koch hatte
ihn.
Von außen waren keine Unterschiede zu den Skiern
zu erkennen, die die Athleten auch im letzten Winter
verwendet hatten.
Das Innenleben war allerdings im Vergleich zu den
älteren Skiern dramatisch verändert.
Während des Sommer-Grand-Prix 2002 testete Fischer
einen neuen, revolutionären Ski - in cognito
allerdings.
Denn so sicher war man sich der Sache nun auch wieder
nicht. "Nicht nur die FIS kann im Sommer mit
den Regeln herumexperimentieren, auch wir haben im
Sommer ein perfektes Testfeld", verrät Franz
Gattermann, nordischer Rennsportleiter bei Fischer,
jetzt, wenige Tage bevor die neuen Skimodelle an die
Athleten ausgeliefert werden.
Um die neue Technik des neuen Skis zu verstehen,
muss man zunächst einen kleinen Basislehrgang
im Skibau absolvieren:
wie bei einem Sandwich werden Schichten übereinander
gelegt, allerdings statt Käse, Schinken und Salat
handelt es sich hier um raffiniert gewählte Materialen,
die eines über der anderen geschlichtet, dann
in eine Presse kommen, um dort unter höchsten
Temperaturen quasi "getoastet" zu werden.
Nun hat sich in den neuen Ski eine zusätzliche
Schicht eingeschlichen, deren Beschaffenheit dem Geigenbau
entnommen ist.
Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht, denn Fischer
brachte im Vorjahr bereits einen Alpinski namens "Stradivari"
auf den Markt, der die Vibrationen, die entstehen,
wenn der Ski über den Schnee gleitet, harmonisiert.
Neu ist die Überlegung, diese Technik auch im
Skisprung anzuwenden.
Wer kennt nicht die Zeitlupenbilder von den auf und
ab schwingenden Sprunggeräten nach dem Absprung?
Genau diese Schwingungen sollen neutralisiert werden
und somit ein besseres Flugverhalten entstehen, verspricht
jener "Guru aus Deutschland, der aus dem Musikinstrumentenbau
kommt". Konkreter will Franz Gattermann nicht
werden.
Die Schicht, die wie ein in Plastik gegossenes Metallgitter
aussieht und in den Ski eingebaut wird, wurde von
eben diesem Guru genau berechnet, designed und für
Fischer patentiert.
Frequency Tuning heißt es, und es ist eine
Technologie, die auch im Bau von Musikinstrumenten
und Konzertsälen für einen perfekten Sound
sorgt.
Durch Frequency Tuning werden hochfrequente Schwingungen
in zusätzliche Energie umgewandelt. Anders als
bei bisherigen Systemen dämpft Frequency Tuning
den Ski nicht, sondern wandelt störende Schwingungen
in positive Energie um.
Mittels dieser Technologie wird der Absprungimpuls
harmonisiert - dem Springer ist es möglich, schneller
in die optimale Sprungposition zu gehen.
Äußerlich ist dem Ski kein Unterschied
anzumerken; im Sommer wurde das Gitternetz einfach
in einen Ski mit dem alten Design eingebaut, und fertig
war der Wolf im Schafspelz, der aus Clint Jones den
Podestplatzspringer machte. Der Ski der es Romøren,
Koch und Kofler ermöglichte für Furore zu
sorgen.
Das Modell für den Winter, das neben Martin Koch
und Andreas Kofler auch Andreas Goldberger bereits
für sich beansprucht hat, wird natürlich
in neuem, modernen Design erscheinen.
Sollte der Ski im Winter halten was er im Sommer versprochen
hat, könnte es dem einen oder anderen Superstar,
der langfristig an andere Hersteller gebunden ist,
mulmig werden...
Auch Alex Herr aus dem DSV Team hat sich inzwischen
für die neuen Ski entschieden.
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