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Janne Ahonen, dieser Name steht seit über
zehn Jahren für Weltklasse-Skispringen.
Der Finne, den man nur in Ausnahmefällen
lachen sieht, springt seit Jahren so konstant
über die Schanzen der Welt wie kein anderer.
Sein erstes Weltcupspringen gewann der heute
27-jährige im Jahr 1993, als damals 16-jähriger.
Sportliche Krisen scheint der Mann aus Lahti
nicht zu kennen.
Die Liste der Erfolge von Ahonen ist lang, im
vergangenen Winter gewann der Mann aus Lahti
nach einem Wimpernschlagfinale im Kampf mit
Roar Ljoekelsoey zum ersten Mal den Gesamtweltcup.
In diesen Tagen heiratet Ahonen seine langjährige
Freundin Tiia. Und so ganz nebenbei bestreitet
Familienvater Ahonen in Skandinavien auch noch
Dragster-Rennen.
Wobei das Wort bestreiten im Fall Ahonen nicht
wirklich passt, Ahonen bestreitet die Rennen
nicht, er gewinnt sie.
Im Gegenzug verzichtet der Finne in diesem Sommer
auf seine eigentliche Sportart, das Skispringen.
Beim FIS Sommer-Grand-Prix der in wenigen Tagen
in Hinterzarten beginnt, wird Ahonen, mit einer
Ausnahme, nicht starten.
Wir haben uns in seiner finnischen Heimatstadt
Lahti mit Ahonen unterhalten.
"Für die Zukunft
helfen Erinnerungen nichts"
Du hast nach über zehn Jahren Zugehörigkeit
zur Weltklasse zum ersten Mal den Gesamtweltcup
gewonnen. Wann hast Du diesen Erfolg realisiert?
"Das Bewusstsein, dass ich diesen Titel
endlich gewonnen habe, kam langsam. Aber das
gehört mittlerweile der Vergangenheit an,
es bringt nichts sich jetzt daran zu erinnern.
Für die Zukunft helfen Erinnerungen nicht".
"Wenn ich die Skier
an den Nagel hänge, muss ich mir keine
Gedanken machen"
Im April hast Du zusammen mit deinem Freund
Jari Mantila eine neue Firma gegründet.
Was macht diese Firma genau und wie lässt
sich das zeitlich mit dem Hochleistungssport
vereinbaren?
"Wir importieren Schneemobil- und Motorradzubehör
der Marke Uvex. Dazu gehören Helme, entsprechende
Kleidung und vieles mehr. Gegründet haben
wir die Firma im April, aber der Verkauf soll
erst während dem kommenden Winter beginnen.
Ich werde zunächst nur zeitlich begrenzt
dort arbeiten um die Sache zum Laufen zu bringen.
Wenn ich dann in zwei oder mehr Jahren die Skier
an den Nagel hänge, muss ich mir keine
Gedanken machen was ich tun soll.
"Für mich ist
die BMI-Regel optimal"
Was denkt Janne Ahonen über die neue BMI-Regel?
"Für mich ist diese Regel optimal",
sagt Ahonen grinsend. "Für mich ändert
sich nichts, ich halte einfach mein Gewicht".
"Am Ende war ich
wirklich ausgebrannt"
Du gehörst zu denen, die in jedem Winter
kaum Springen auslassen. Man hat bei Dir den
Eindruck, dass Du während einer Weltcup-Saison
nie müde wirst .
"Ich werde jedes Jahr im Verlauf der Saison
sehr müde", sagt Ahonen lachend. "Einige
Wochen vor dem Ende der Saison habe ich regelmäßig
genug, dann denke ich jedes Mal: es dauert nicht
mehr so lange, das ziehe ich jetzt noch bis
zum Ende durch".
War das mit der Müdigkeit im vergangenen
Winter einfacher als Du den Weltcup angeführt
hast und es um den Gesamtsieg ging?
"Natürlich haben die Ergebnisse Einfluss
auf dieses Gefühl.
Aber auch im letzten Winter war ich müde
und die letzten Springen waren wirklich ein
harter Kampf mit Roar.
Ich wurde immer wieder von Journalisten gefragt,
ob ich den Titel im nächsten Springen schon
holen würde, das war stressig. Während
der Saison hatte ich es nicht so gemerkt, aber
als die Saison vorbei war, habe ich gemerkt,
dass ich wirklich ausgebrannt war".
"Werde den FIS Sommer-Grand-Prix
auslassen"
Jetzt geht es ja mit dem Sommer-Grand-Prix in
Finnland (Lahti 24.7., Kuopio 27.7. and Vuokatti
28.7.) und dem FIS Sommer-Grand-Prix mit neun
Springen gleich wieder voll zur Sache, der Stress
geht also weiter, oder?
"Wettkämpfe im Sommer habe ich nie
besonders gemocht. Es ist zwar wichtig zu sehen,
wo die anderen Nationen stehen, aber die Zahl
der Springen im Sommer ist mir zu groß
geworden.
Ich werde in diesem Sommer mit Ausnahme des
Springens in Innsbruck den FIS Sommer-Grand-Prix
auslassen.
Ich habe den Sommer-Grand-Prix 2000 gewonnen
und im Winter danach lief bei mir nicht viel
zusammen. Und anders herum: nach schlechten
Ergebnissen im Sommer lief es bei mir im Winter
gut..."
Ahonen, der Geschwindigkeits-Freak, nimmt in
diesem Sommer ausgesprochen erfolgreich an Dragster-Rennen
teil.
Er gewann alle drei Rennen an denen er bisher
teilgenommen hat. Er führt derzeit die
nationale finnische und die schwedische Dragster-Serie
an.
"Mit den Ergebnissen der Dragster Rennen
bin ich natürlich sehr zufrieden, aber
es kommen noch vier Rennen, zwei in Norwegen,
eins in Schweden und eins in Finnland...",
sagt Ahonen.
Wenn im November die Wintersaison im finnischen
Kuusamo beginnt, wird die Konkurrenz nicht genau
wissen wie stark Ahonen dieses Mal sein wird.
Aber jeder wird ihn auf der Favoritenliste stehen
haben, so wie in den vergangenen zehn Jahren.
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