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Dieser Mann war zweifellos die Überraschung
des Sommers 2004. Obwohl Daniel Forfang bei
den Springen in Hinterzarten und Courchevel
nicht am Start war, erreichte er in der Gesamtwertung
des Sommer Grand Prix Platz drei. Mit den Siegen
in Innsbruck und Hakuba sorgte Forfang für
gehöriges Aufsehen bei Zuschauern und Experten.
Eine Wiederholung der Erfolge Forfangs im Winter
wäre keine echte Überraschung.
Mit 16 nach Trondheim
- Skispringer werden
Die Geschichte des Skispringers Daniel Forfang
beginnt allerdings nicht erst im Sommer 2004,
sondern bereits 1995.
Damals verlässt der gerade 16-jährige
Daniel das Elternhaus im nordnorwegischen Tromsoe,
und zieht nach Trondheim.
Daniel hat nur ein Ziel: er will Profi-Skispringer
werden.
Die besten Möglichkeiten dieses Ziel zu
erreichen bietet Trondheim, oder besser gesagt
der dortige Skisprungverein - Troenderhopp.
"In Trondheim herrschen ideale Bedingungen
um Schule und Sport miteinander zu verbinden,"
sagt Forfang rückblickend zu den Jahren,
in denen ihm der Sprung in den norwegischen
B-Kader gelingt.
Forfang kämpft sich zwar in den norwegischen
B-Kader und erringt auch Achtungserfolge im
Continentalcup, der Durchbruch in die absolute
Weltspitze gelingt ihm allerdings noch nicht.
Der Knoten platzt in
Lillehammer
Zum Ende des Winters 2003/2004 kuriert Forfang
eine schwere Verletzung des rechten Fußgelenkes
aus. Er hatte sich bei einem Volleyballspiel
im Trainingslager am 1.August 2003 alle Bänder
im rechten Fußgelenk abgerissen. Da aber
keine Knochen gebrochen waren, entschied der
24-jährige gemeinsam mit seinem Arzt auf
eine Operation zu verzichten um die Saison 2003/2004
springen zu können.
Also springt Forfang die gesamte Saison mit
'nur einem Bein'.
Erst Ende Mai 2004 wird Forfang in einer Spezialklinik
für Sportverletzungen in Trondheim operiert
und steigt, nur zwei Wochen nach der Operation
wieder ins Training ein. Es folgen Starts im
Continentalcup - mit großem Erfolg. Die
Plätze zwei und drei bei den beiden Springen
in Lillehammer lassen die Trainer aufhorchen,
und bringen ihm einen Startplatz beim Sommer
Grand Prix.
Dort gelingt Forfang mit zwei Siegen und einem
zweiten Platz eine kleine Sensation. Mit seinen
Erfolgen erklimmt der Norweger die Weltspitze
und macht sich zu einem Mitfavoriten für
den kommenden Winter.
"Nur mit einem Bein
gesprungen"
"Den Winter vor meiner Operation bin ich
eigentlich nur mit einem Bein gesprungen. Nach
der Verletzung waren im rechten Fußgelenk
alle Bänder kaputt, der Fuß hat mit
Müh und Not in den Springerschuh gepasst.
", sieht Forfang einen der Gründe
für die Leistungsexplosion in diesem Sommer.
"Ich wusste immer, dass ich ein guter Skispringer
sein kann. Ich hatte in Trondheim immer sehr
gute Bedingungen. Nach der Operation hat im
Sommer wirklich alles zusammen gepasst",
freut sich Forfang.
"Es hat sich viel verändert in meinem
Leben"
Die Norwegischen Medien "entdeckten"
den 24-Jährigen, dessen Vater Vorsitzender
des Skiclubs in Tromsoe ist, nach seinen Erfolgen
im Sommer und berichteten ausgiebig über
ihn:
"Es hat sich in den vergangenen Wochen
schon sehr viel verändert in meinem Leben,
manchmal werde ich auf der Straße erkannt",
sagt Forfang.
"Fenster putzen
um Skispringen zu können"
Seit neun Jahren, so lange ist Forfang nun in
Trondheim, ordnet der ruhige Mann alles dem
Skispringen unter - alles.
"Bis zum Sommer Grand Prix habe ich mir
mein Geld damit verdient, Fenster zu putzen.
Das habe ich tagsüber gemacht und abends
konnte ich dann trainieren", so Forfang
"und" so Forfang weiter "ich
werde es wieder tun um Skispringen zu können".
Forfang ist ein Besessener in Sachen Skispringen,
und jetzt, da er nach seiner Operation beschwerdefrei
und 'mit beiden Beinen' springen kann, muss-
und darf man ihn mit gutem Gewissen auf der
Liste der Spitzenspringer führen.
Kein Problem mit den
neu entstandenen Erwartungen
Hat sich Daniel Forfang Gedanken darüber
gemacht, ob der jetzt entstandene Druck und
die Erwartungshaltung der Zuschauer im Winter
ein Problem werden könnten?
"Ganz sicher nicht", sagt Forfang
selbstbewusst, "durch Erwartungshaltungen
lasse ich mich nicht ablenken. Ich weiß,
dass ich gut Skispringen kann, und wenn ich
das bei den Wettkämpfen zeigen kann, bin
ich ganz vorne dabei."
Weltklasse satt im Team
Jetzt, da Forfang in der Weltspitze angekommen
ist, hat er gleich einen entscheidenen Vorteil
gegenüber vielen Konkurrenten.
Er hat mit Roar Ljoekelsoey, Björn-Einar
Romoeren und Sigurd Pettersen gleich drei Leute
im Team die auf internationalem Spitzenniveau
springen.
"Das ist im Prinzip richtig", so Forfang,
"allerdings springen Romoeren und Pettersen
nicht hier in Trondhein. Dafür aber neben
Roar Ljoekelsoey weitere starke Leute wie beispielsweise
Tommy Ingebrigtsen und Henning Stensrud. Da
hat man schon sehr gute Vergleichsmöglichkeiten.
Wir sind aber seit unserem Trainingslager in
Oberstdorf vor fünf Wochen nicht mehr gesprungen,
ich kann also nicht genau sagen, wo ich im direkten
Vergleich derzeit stehe", so Forfang.
Warten auf den Schnee
In wenigen Tagen beginnt nun für Forfang,
wie für alle anderen auch, der Winter.
"Eigentlich wollten wir am Mittwoch in
Lillehammer die ersten Schneesprünge absolvieren,
aber das wird nicht gehen. Es ist zu warm, die
Schanze wird bis Mitte der Woche noch nicht
fertig sein. Jetzt weiß ich auch nicht
wo und wann wir beginnen.
Im Prinzip warten jetzt alle darauf, dass das
Telefon klingelt und es losgeht, wo auch immer".
In zwei Wochen in Kuusamo wird Daniel Forfang
dann eine Premiere erleben. Nicht, dass er im
Weltcup an den Start geht ist neu, dass alle
Augen bei seinen Sprüngen auf ihn gerichtet
sein werden dagegen schon.
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