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Als im Winter 2001/2002 der damals 18-jährige
Stephan Hocke seinen ersten Weltcup-Sieg in
Engelberg landen konnte, versetzte er sowohl
Fachleute als auch Fans in Entzücken.
Knapp zwei Monate später dann der Gewinn
der Olympischen Goldmedaille mit dem DSV-Team
in Salt Lake City.
Am Ende der Saison 01/02 ein Platz in den Top-Ten
des Gesamtweltcups.
Vom Jahrhunderttalent wurde bereits gesprochen,
in jedem Fall war ein neuer Star im deutschen
Skispringen geboren - und die damit verbundenen
Erwartungen.
Den Traumwinter 2001/02 konnte Stephan 'Honk'
Hocke dann allerdings in Folge nicht bestätigen.
Mit den Plätzen 52. (2002/2003) und 34.
(2003/2004) im Gesamtweltcup landete der Thüringer
auf dem harten Boden der Skispringer-Realität.
Doch Hocke ist nicht nur ein Ausnahmeskispringer,
er ist auch einer der mit sportlichen Rückschlägen
umgehen kann.
Hocke hat nach wie vor spürbaren Spaß
beim Skispringen, daran haben auch die vergangenen
beiden Jahre nichts geändert. Mit der ihm
eigenen Lockerheit blickt Hocke zurück
- und nach vorne.
"Der Medienrummel
kam nicht zu früh"
Kann es sein, dass der Sieg in Engelberg (2001)
und der damit verbundene Medienrummel rückblickend
zu früh kam?
"Auf keinen Fall", sagt Hocke. "Für
mich war es einfach ein schönes Erlebnis
und der Medienrummel hat mich noch nie sonderlich
interessiert. Im Skispringen gibt es nun mal
Hoch- und Tiefpunkte da muss man durch".
"Wenn man anfängt
zu überlegen geht gar nichts mehr"
Woran liegt es dann nach Meinung von Stephan
Hocke,
dass er die Ergebnisse der Saison 2001/2002
bisher nicht wiederholen/bestätigen konnte?
" Ich denke es sind mehrere Sachen zusammen
gekommen. Erstens diverse Verletzungen kurz
vor Saisonbeginn und zweitens Materialprobleme.
Wenn am Anfang der Saison nicht alles stimmt,
ist es schwer seinen Rhythmus zu finden, da
bei dem engen Terminplan kaum Zeit zum trainieren
bleibt .
Wenn man dann noch anfängt zu überlegen
woran es liegt, geht beim Skispringen gar nichts
mehr. Und aus einen Tief heraus zu kommen ist
bekanntlich schwer".
"Wer schafft es
schon, sein Hobby zum Beruf zu machen?"
Wie schwer ist es, sich nach einem 'Überwinter'
für zwei Jahre im Mittelmaß wiederzufinden?
Es ist bekannt, dass Stephan Hocke ein Ausnahmetalent
ist, und, wenn alles stimmt, dauerhaft in die
Top-Ten springen kann bzw. muss.
" Das ist normal, dass es schwer ist sich
nach Rückschlägen neu zu motivieren,
aber immerhin ist Skispringen etwas was mir
Spaß macht, auch wenn es manchmal schlecht
läuft.
Aber wer schafft es schon sein Hobby zum Beruf
zu machen, so wie es bei mir der Fall ist, das
ist schon Motivation genug. Außerdem ist
es ja nicht immer schlecht gelaufen, im Training
oder in einzelnen Wettkämpfen ging es auch
schon wieder ganz gut. Aus solch kleinen Erfolgserlebnissen
schöpft man Mut und Kraft, dies zeigt einem,
dass man es doch noch kann, auch wenn man im
nächsten Wettkampf wieder einen Rückschlag
einstecken muss.
"Der Sturz hat mich
nicht weiter gestört"
Im August 2003 stürzte Stephan Hocke
wegen eines Materialfehlers in Innsbruck schwer.
Wie lange bleibt so ein Sturz im Hinterkopf
hängen? Bekommt man den Kopf wieder völlig
frei von Erinnerungen an diesen Sturz?
"Es hat mich nicht weiter gestört,
da es nicht mein Fehler war der zum Sturz geführt
hat. Außerdem sind zum Glück keine
bleibenden Schäden entstanden.
Die ersten Sprünge nach dem Sturz waren
zwar komisch und haben ein wenig Überwindung
gekostet, aber die Sicherheit ist dann schnell
zurückgekehrt. Das einzige was ich jetzt
anders mache ist: ich schau jetzt öfter
nach ob auch alle Schrauben der Bindung fest
sind".
"Es war wichtig
den Trend zu stoppen"
Wie steht Stephan Hocke zur neuen Gewichtsregel?
" Auf jeden Fall positiv, auch wenn dadurch
die größeren Springer etwas bevorteilt
werden. Aber es war wichtig den Trend vom letzten
Jahr zu stoppen, dass die Springer immer dünner
werden".
"Die Stimmung in
der Mannschaft ist hervorragend"
Wie lässt sich denn derzeit die Stimmung
im Team beschreiben?
"Die Stimmung ist zur Zeit hervorragend.
Wir haben jede Menge Spaß auf Lehrgängen
und verstehen uns auch alle prima".
"Lieber ist mir,
der Sommer ist schlechter und der Winter besser"
Welche Ergebnisse möchte Stephan Hocke
im Sommer erreichen, also in Platzierungen ausgedrückt.
" Wenn ich immer unter die ersten 30 komme,
wäre es schon okay für den Sommer,
wir sind ja noch in der Vorbereitungsphase und
springen den Grand Prix aus dem Training heraus.
Lieber ist mir, die Platzierungen im Sommer
sind schlechter, aber dafür im Winter um
so besser".
"Es braucht konstante
Platzierungen in den Top-20"
Und im kommenden Winter, wenn die WM in Oberstdorf
ansteht?
"Ganz klar die Teilnahme an der WM in Oberstdorf
2005, und in der Gesamtwertung der Vierschanzen-Tournee
möchte ich mich im vorderen Drittel platzieren.
Um dies zu schaffen, braucht es konstante Platzierungen
unter den Top 20, aber grundsätzlich kann
ich für mich sagen, dass ich mir die Ziele
von Weltcup zu Weltcup neu stecke, je nach dem
wie die Form ist".
Zu wünschen ist dem Mann vom WSV Oberhof,
dass er diese Ziele erreicht.
Seine blendende Laune an den Schanzen ging nämlich
im Gegensatz zu seinen Platzierungen nie nach
unten. Hocke hat Spaß am Skispringen,
und die Zuschauer haben - zurecht - Spaß
an Stephan Hocke.
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