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  Im Gespräch: Toni Innauer (12.08.2000)
   Toni Innauer - dieser Mann ist Legende


  Er war der"Schönflieger" seiner Zeit, vor ihm hatte niemand fünfmal die Note 20 für einen Sprung erhalten, Innauer gelang dies beim Skifliegen in Oberstdorf 1976 als erstem Menschen bei einem Flug über 168 Meter.
Nicht wie oft behauptet beim Weltrekordflug bei der Olympiade 1976 in Innsbruck (dort waren es 4 X 20 und einmal 19,5).
Niemand segelte in den 70ern so elegant durch die Lüfte wie er, damals noch mit paralleler Skiführung.
Aber das ist Geschichte - die Erfolge des Anton Innauer aus seiner aktiven Zeit aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Seiten sprengen.

Über 20 Jahre nach seinen großen Erfolgen als aktiver Springer benötigt Innauer keine Haltungsnoten und keine Weitenmeter mehr um Personen in seinen Bann zu ziehen.

Innauer gehört zu den Leuten die nicht nur viel zu erzählen haben, sondern mit dem was sie erzählen auch ausgesprochen viel sagen.
Es gibt nicht viele Menschen die innerhalb kurzer Zeit einen so überzeugenden Eindruck hinterlassen können wie Anton Innauer.

Rückblende:
Innauer ist bereits das zweite Mal Cheftrainer der ÖSV-Adler.
Die Bilanz seiner ersten Tätigkeit als Cheftrainer in Diensten des ÖSV ist schnell auf den Punkt gebracht:

1992 - olympische Winterspiele in Albertville.
Die ÖSV-Adler holen 5 von 7 möglichen Medaillen,
bereits damals im Team: Martin Hoellwarth

Ergebnisse Skispringen Albertville 1992:
Großschanze: 1. Nieminen FIN, 2. Höllwarth AUT, 3. Kuttin AUT
Normalschanze: 1. Vettori AUT, 2. Höllwarth AUT, 3. Nieminen FIN
Team: 1. Finnland, 2. Österreich, 3. Tschecheslowakei
- Cheftrainer ÖSV damals: Anton Innauer.


Der Trainer Toni Innauer
Dieser Mann weiß, wie man sich Erfolge erarbeiten kann, jedes Wort von Innauer hat Substanz und tiefere Bedeutung - und seine Worte kommen in einer unglaublich konsequenten und überzeugenden Form beim Zuhörer an.
"Erfolg ist eine Folge von vielen Faktoren die zusammenpassen müssen, im Schwerpunkt immer geprägt von harter Arbeit und Selbstdisziplin".

Ohne es ein einziges Mal erlebt zu haben, ahnt man, dass die Athleten bei diesem Trainer arbeiten, sich schinden müssen, wenn Sie Erfolg haben möchten - keine Alternativen.
Aber er strebt, und darauf legt Innauer besonderen Wert, mit seinen Sportlern immer die Entwicklung des persönlich höchstmöglichen Potenzials an.
Damit diese Qualität erreichbar wird müssen sich zum "Schinden" unbedingt auch Begeisterung und Selbstverantwortung des Athleten einstellen.

Man zweifelt keinen Moment daran dass Toni Innauer mit seiner Mission Winter 2001/2002 Erfolg haben kann - genauer gesagt stellt sich das Gefühl ein, dass er Erfolg haben wird.

Hand und Fuss haben die Argumente und Aussagen von Innauer, keine Vermischung von Fakten - Wunschdenken und "könnte" oder "sollte".
Der Weg zum Erfolg erlaubt keine "Aussetzer" oder "Spielereien" - nicht zu verwechseln mit Trainingseinheiten mit spielerischem Element.

Ganze 22 Jahre war Anton Innauer alt als er nach seinem Olympiasieg wegen einer schweren Verletzung seine Karriere beenden mußte.
"Vielleicht liegt übrigens ein Grund für meine Begeisterung als Trainer in der Tatsache, dass ich im besten Alter meine Laufbahn beenden mußte".

"Ein Team besteht aus gleichwertigen Mitgliedern"
Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Mannschafts-Trainers - und das ist Innauer, ist es alle Athleten gleich, gerecht und damit niemanden bevorzugt zu behandeln.

"Lieblinge" des Trainers erzeugen Stimmungen im Team die niemand möchte - und die eine kontraproduktive Atmosphäre erzeugen.

Also legt Innauer bei jedem seiner Sätze die das Team betreffen Wert darauf niemanden zu vergessen, jeder Athlet hat innerhalb des Teams den gleichen Stellenwert.
Unabhängig von den Leistungen oder Erfolgen bzw. den Misserfolgen der vergangenen Wochen oder Monate.

Natürlich hat jeder einzelne Stärken und Schwächen und genau diese gilt es zu fördern bzw. abzustellen. Und das ganze immer ohne Bevorteilung eines Einzelnen.

  Welche ÖSV-Springer haben bereits jetzt das Potenzial ganz vorne mitzuspringen ?
Das ÖSV-Team ist bisher im Sommer Grand Prix auffallend stark gesprungen, wie ist das mit dem Potenzial der einzelnen Athleten, liegt das so dicht zusammen wie es das Zwischenergebnis des GP ausdrückt?

  Anton Innauer:
"Wie man im Verlauf des bisherigen Sommers gesehen hat haben wir einige Springer die ganz vorne mitspringen können.
Loitzl, Hoellwarth, Widhoelzl Goldberger und Horngacher haben alle ein sehr großes Potenzial aber unsere Konzeption ist noch nicht so weit dass die Sprünge reibungsfrei gelingen.
Wir wissen woran wir in den kommenden Monaten arbeiten müssen".


  Toni Innauer und die Mischung aus alt und jung im ÖSV-Team.
Die Mischung im ÖSV Team aus alten Hasen (Goldberger, Hoellwarth, Horngacher) und starken jungen Nachwuchsspringern ist auffallend, wie lange werden "die Alten" im Team noch dabei sein?

  Anton Innauer:
"Zwischendurch denken einzelne der `Älteren` sicher über ein Karriereende nach, aber solange sie Wettkämpfe mitgestalten können ist es ein herrlicher Beruf für die Athleten.
Stefan Horngacher hat beispielsweise am Anfang des Jahres schon kurz über das Aufhören nachgedacht, aber er hat sich jetzt doch für die Olympiasaison entschieden, die Platzierungen während der ersten Springen im Sommer geben ihm Recht.
Solange sich Erfolge einstellen sind das die besten Argumente gegen ein Karriereende".

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