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  Interview mit Mika Kojonkoski, Cheftrainer Finnland
  "Wir müssen realistisch bleiben"


  Mika, Gratulation nochmals zu den Resultaten im Sommer-GP. Wie geht es Ihren Sportlern derzeit?

  Mika Kojonkoski :
Sehr gut, danke. Wir haben in den letzten beiden Wochen sehr gut in Finnland trainiert, bei bestem Wetter. Die Wiesen sind zwar nicht mehr so grün wie noch im August, aber es ist eine herrliche Jahreszeit, die hier in Skandinavien anbricht. In dieser Woche, ab Montag, 25. September, trainieren die Sportler individuell daheim, dann gemeinsam ab 1. Oktober in Kuopio. Weiters sind zwei Kurz-Lehrgänge in Lahti geplant. Das geplante Training in Courchevel haben wir hingegen ausfallen lassen, weil es keinen Grund gab, Finnland zu verlassen.

  Glauben Sie, dass sich die Erfolgsserie von Ahonen und Co. im Winter fortsetzen wird?

  Mika Kojonkoski :
Ich hoffe es, aber ich weiß es nicht. Prinzipiell würde ich mal festhalten, dass wir uns im Sommer stärker gezeigt haben als wir tatsächlich sind. Nunmehr sind wir allerdings bemüht, das erreichte Niveau zu halten. Und wir bewegen uns in die richtige Richtung. Doch um weitere Siege feiern zu können, ist es vordergründig von Bedeutung, mit den Füssen auf dem Boden zu bleiben und nicht zu unrealistischen Höhenflügen anzusetzen. Wir erfreuen uns der vergangenen Erfolge und wissen, dass wir sie erneut erreichen können, wenn wir perfekt arbeiten und perfekt sind.

  Doch die Erwartungen für die Heim-WM müssen sich nun verändert haben. Mit wie vielen Medaillen spekuliert Skisprung-Finnland?

  Mika Kojonkoski :
Wie gesagt, wir versuchen, realistisch zu bleiben. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, zwei Medaillen zu gewinnen. Da der Teambewerb von der Normalschanze neu in das Programm kam, haben wir unsere Zielsetzungen nach oben verschoben: dreimal auf dem Podest landen wollen wir. Und in unserem 1999 erstellten Dreijahresplan sind 2002 bei den Olympischen Spielen zwei Medaillen das Ziel, eine davon aus Gold.

  Was sagen Sie zu den anderen Nationen?

  Mika Kojonkoski :
Ich habe die Norweger in Finnland trainieren sehen und behaupte, dass sie heuer sehr, sehr stark sein werden. Ich weiß, dass sich die Japaner keine weitere Saison wie die letzte erlauben werden und ich glaube, dass mit den Österreichern zu rechnen sein wird. Diese besitzen ja nun auch eine kompakte B-Gruppe, aus der der eine oder andere Springer im Weltcup von sich reden machen könnte. Was Martin Schmitt, Sven Hannawald und die anderen Deutschen angeht: sie haben, glaube ich, im Sommer sehr viel Krafttraining gemacht und deshalb vielleicht ihr ganzes Potential im Grand Prix nicht ausspielen können. Doch wenn der Weltcup beginnt, werden sie zu den Hauptkonkurrenten von uns Finnen gehören.

  Wie haben Sie persönlich Ihre Sommerferien verbracht?

  Mika Kojonkoski :
Recht gut, danke. Zusammen mit meinen Geschwistern habe ich mir ein Segelboot gekauft, das jedem von uns zu einem Drittel gehört. Damit machten wir eine Urlaubsreise rund um Finnland, von Kuopio nach Turku, nach Helsinki und so weiter. Und vor wenigen Wochen hatte ich selbst ein großes sportliches Erfolgserlebnis. Gemeinsam mit meiner Mannschaft aus Kuopio gewann ich, 37 Jahre jung, gegen ein Team aus Helsinki die nationale Fußball-Meisterschaft der über 35-Jährigen. Diese war qualitativ nicht schlecht, weil viele ehemalige Erstligakicker oder gar Nationalspieler daran teilnahmen. Ich agierte als klassischer Mittelstürmer, wurde mit vielen Traumbällen bedient und erzielte im Finale zwei Tore. Und wir siegten 2:1!

 



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