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Als wir uns zu Beginn des vergangenen Winters
im finnischen Kuusamo zum ersten Mal mit Akseli
Kokkonen unterhalten hatten, waren wir doch
enorm beeindruckt.
Da erklärte uns ein grade Mal 18-jähriger
Finne wie seine sportliche Zukunft aussehen
sollte.
Die Nummer eins in der Welt des Skispringens
wollte er werden. Zwar würde das noch eine
Weile dauern, aber das Ziel war klar definiert.
"Bis 2004 wird es dauern bis ich das Skispringen
professionell betreiben kann. Vorher kommen
noch der Schulabschluss und dann der Armeedienst"
sagt der junge Finne damals zuversichtlich.
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Das
Interview vom Dezember 2002 finden Sie hier

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Spätestens nach dem Sommer-Grand-Prix 2003
ist klar, dass Kokkonens Aussagen vom vergangenen
Winter wesentlich mehr waren als die Träumerei
eines Newcomers. Es war die klare Definition
eines Ziels an dem er konsequent arbeitet.
"Axu" hat sich seit dem vergangenen
Winter technisch enorm verbessert und gehört,
obwohl er noch mit dem Schulabschluss beschäftigt
ist, zu den ernsthaften Anwärtern auf einen
Spitzenplatz im Weltcup 2003/2004.
Der Mann, der noch nie in seinem Leben eine
Zigarette geraucht hat oder jemals betrunken
war, hat sein Leben unter Kontrolle und seine
Ziele im Visier wie kaum ein anderer.
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Ein
Portrait von Akseli Kokkonen (Okt. 2002) finden
Sie hier 
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Das Interview:
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch
zu dem Sieg von Predazzo und dem zweiten Platz
im Sommer-Grand-Prix.
Hattest Du damit gerechnet, dass es in diesem
Sommer so gut laufen würde?
AK:" Ich wusste nur, dass ich hart gearbeitet,
und in der Vorbereitung bereits gute Sprünge
abgeliefert hatte. Mir war klar, dass wenn ich
das Niveau der Trainingssprünge beim Grand-Prix
halten kann, alles möglich ist. Und so
war es dann ja auch".
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Du hast ja nebem dem Training auch noch die
Schule zu absolvieren?
AK:" Ja, ich bin jetzt im letzten Jahr
und werde dann den Abschluss machen".
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Wieviel Zeit wendest Du normalerweise für
Dein Training auf, lassen sich die Trainings-Camps
mit der Schule vereinbaren?
AK:" Normalerweise mache ich 3 - 5 Mal
die Woche Sprungtraining und 3 - 5 Mal anderes
Training wie Krafttraining, Volleyball, Techniktraining
und diese Dinge. Wir haben diese Woche ein Trainingscamp
in Lahti, da gibt es zeitlich keine Probleme.
Danach sind dann die Finnischen Meisterschaften
in Lahti. Danach beginnt erst die eigentliche
Vorbereitung auf den Winter, das geht schon
alles ".
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Als Du die ersten Sprünge im Sommer in
Hinterzarten gemacht hast, waren alle Beobachter
erstaunt, wie stark Du deine Technik seit dem
Winter verbessert hast. Hattest Du in den vergangenen
Monaten beim Training ein Geheimrezept?
AK:" Nein, nichts besonderes. Wenn es
ein Geheimrezept gibt, dann heisst es: glaube
an Dich selber und tue das was Du kannst (mit
einem Lächeln)".
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Man braucht nicht sonderlich viel Phantasie
um sich vorzustellen, dass das Duell dieses
Sommers um die Spitzenplätze zwischen Dir
und Thomas Morgenstern in absehbarer Zeit auch
im Winter wieder zu erleben sein wird. Wo siehst
Du die Stärken von Morgenstern?
AK:" Ich glaube, dass seine Stärke,
obwohl Thomas noch sehr jung ist, im mentalen
Bereich liegt. Außerdem verfügt Thomas
über außergewöhnliche Absprungkraft
und das ist heutzutage ausgesprochen wichtig.
Und natürlich springt er eine sehr gute
Technik".
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Wo siehst Du den Hauptunterschied zwischen Thomas
Morgenstern und Dir?
AK:" Das ist schwer zu sagen. Jeder
von uns hat seine eigene individuelle Technik.
Für mich ist der Hauptunterschied, dass
Thomas größer ist als ich. Ich bin
der Kleine.:-)".
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Hast Du jemals darüber nachgedacht wie
es dem Zweiten des Sommer-Grand-Prix des Vorjahres,
Clint Jones, im folgenden Winter ergangen ist?
(Clint Jones hatte nach einem überragenden
Sommer im Winter praktisch keine Resultate mehr).
AK:" Natürlich habe ich daran gedacht,
aber ich sehe derzeit keinen Grund, dass mir
das passieren könnte. Die meisten Skispringer
denken, dass es nur im Winter wichtig ist gut
in Form zu sein, das sehe ich aber nicht so.
Ich glaube auch nicht, dass es so etwas wie
Sommerspringer und Winterspringer gibt. Ich
weiß nur, dass Skispringen manchmal ein
seltsamer Sport ist und man sehr hart für
diesen Sport arbeiten muss".
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Nach guten Sprüngen lässt Du Deiner
Freude freien Lauf, das ist eher untypisch für
einen Mann aus dem finnischen Team.
AK:" Das stimmt, ich liebe es meine
guten Ergebnisse so richtig auszukosten und
zu feiern. Es macht mir totalen Spaß Videos
anzusehen und mich selber beim Feiern und jubeln
zu sehen. Ich lache dann mit mir selber".
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In diesem Sommer warst Du die finnische Nummer
eins. Wie war die Reaktion von den Teamkollegen?
AK:" Sie haben es auf die finnische
Art getan. Es gab eigentlich keine größeren
Reaktionen.:-))".
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Wie hat Tommi Nikunen auf Deinen Erfolg im Sommer
reagiert?
AK:" Ich hatte das Gefühl als wenn
die Ergebnisse Tommi und Kari Pätäri
gefallen haben. Ich war nur überrascht,
dass er nicht über die Ergebnisse überrascht
war.:-)".
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Wie sehen jetzt Deine Ziele für den kommenden
Winter aus?
AK:" Ich möchte mich verbessern
und gute Ergebnisse erzielen".
Kokkonen, der neben dem Lernen für die
Schule und dem Training auch noch Zeit findet
Deutsch zu lernen, spricht inzwischen erstaunlich
gut Deutsch.
Es ist kein Zufall, dass er Haferbrei und Wasser
als seine Vorzugsspeisen angibt.
Dieser Mann ist ein ausgesprochenes Energiebündel,
einer der ganz genau weiß was er will
und dem für die Zukunft alles zuzutrauen
ist, wirklich alles.
Auf Wiedersehen im Weltcup 2003/2004.
Akseli Kokkonen Homepage: http://www.akselikokkonen.cjb.net/
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