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  Interview Akseli Kokkonen / 09.09.2003
  Cool, cooler, Kokkonen - die Zweite

Als wir uns zu Beginn des vergangenen Winters im finnischen Kuusamo zum ersten Mal mit Akseli Kokkonen unterhalten hatten, waren wir doch enorm beeindruckt.
Da erklärte uns ein grade Mal 18-jähriger Finne wie seine sportliche Zukunft aussehen sollte.
Die Nummer eins in der Welt des Skispringens wollte er werden. Zwar würde das noch eine Weile dauern, aber das Ziel war klar definiert. "Bis 2004 wird es dauern bis ich das Skispringen professionell betreiben kann. Vorher kommen noch der Schulabschluss und dann der Armeedienst" sagt der junge Finne damals zuversichtlich.
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Das Interview vom Dezember 2002 finden Sie hier
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Spätestens nach dem Sommer-Grand-Prix 2003 ist klar, dass Kokkonens Aussagen vom vergangenen Winter wesentlich mehr waren als die Träumerei eines Newcomers. Es war die klare Definition eines Ziels an dem er konsequent arbeitet.
"Axu" hat sich seit dem vergangenen Winter technisch enorm verbessert und gehört, obwohl er noch mit dem Schulabschluss beschäftigt ist, zu den ernsthaften Anwärtern auf einen Spitzenplatz im Weltcup 2003/2004.
Der Mann, der noch nie in seinem Leben eine Zigarette geraucht hat oder jemals betrunken war, hat sein Leben unter Kontrolle und seine Ziele im Visier wie kaum ein anderer.
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Ein Portrait von Akseli Kokkonen (Okt. 2002) finden Sie hier
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Das Interview:

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem Sieg von Predazzo und dem zweiten Platz im Sommer-Grand-Prix.
Hattest Du damit gerechnet, dass es in diesem Sommer so gut laufen würde?
AK:" Ich wusste nur, dass ich hart gearbeitet, und in der Vorbereitung bereits gute Sprünge abgeliefert hatte. Mir war klar, dass wenn ich das Niveau der Trainingssprünge beim Grand-Prix halten kann, alles möglich ist. Und so war es dann ja auch".
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Du hast ja nebem dem Training auch noch die Schule zu absolvieren?
AK:" Ja, ich bin jetzt im letzten Jahr und werde dann den Abschluss machen".
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Wieviel Zeit wendest Du normalerweise für Dein Training auf, lassen sich die Trainings-Camps mit der Schule vereinbaren?
AK:" Normalerweise mache ich 3 - 5 Mal die Woche Sprungtraining und 3 - 5 Mal anderes Training wie Krafttraining, Volleyball, Techniktraining und diese Dinge. Wir haben diese Woche ein Trainingscamp in Lahti, da gibt es zeitlich keine Probleme. Danach sind dann die Finnischen Meisterschaften in Lahti. Danach beginnt erst die eigentliche Vorbereitung auf den Winter, das geht schon alles ".
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Als Du die ersten Sprünge im Sommer in Hinterzarten gemacht hast, waren alle Beobachter erstaunt, wie stark Du deine Technik seit dem Winter verbessert hast. Hattest Du in den vergangenen Monaten beim Training ein Geheimrezept?
AK:" Nein, nichts besonderes. Wenn es ein Geheimrezept gibt, dann heisst es: glaube an Dich selber und tue das was Du kannst (mit einem Lächeln)".
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Man braucht nicht sonderlich viel Phantasie um sich vorzustellen, dass das Duell dieses Sommers um die Spitzenplätze zwischen Dir und Thomas Morgenstern in absehbarer Zeit auch im Winter wieder zu erleben sein wird. Wo siehst Du die Stärken von Morgenstern?
AK:" Ich glaube, dass seine Stärke, obwohl Thomas noch sehr jung ist, im mentalen Bereich liegt. Außerdem verfügt Thomas über außergewöhnliche Absprungkraft und das ist heutzutage ausgesprochen wichtig. Und natürlich springt er eine sehr gute Technik".
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Wo siehst Du den Hauptunterschied zwischen Thomas Morgenstern und Dir?
AK:" Das ist schwer zu sagen. Jeder von uns hat seine eigene individuelle Technik. Für mich ist der Hauptunterschied, dass Thomas größer ist als ich. Ich bin der Kleine.:-)".
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Hast Du jemals darüber nachgedacht wie es dem Zweiten des Sommer-Grand-Prix des Vorjahres, Clint Jones, im folgenden Winter ergangen ist? (Clint Jones hatte nach einem überragenden Sommer im Winter praktisch keine Resultate mehr).
AK:" Natürlich habe ich daran gedacht, aber ich sehe derzeit keinen Grund, dass mir das passieren könnte. Die meisten Skispringer denken, dass es nur im Winter wichtig ist gut in Form zu sein, das sehe ich aber nicht so. Ich glaube auch nicht, dass es so etwas wie Sommerspringer und Winterspringer gibt. Ich weiß nur, dass Skispringen manchmal ein seltsamer Sport ist und man sehr hart für diesen Sport arbeiten muss".
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Nach guten Sprüngen lässt Du Deiner Freude freien Lauf, das ist eher untypisch für einen Mann aus dem finnischen Team.
AK:" Das stimmt, ich liebe es meine guten Ergebnisse so richtig auszukosten und zu feiern. Es macht mir totalen Spaß Videos anzusehen und mich selber beim Feiern und jubeln zu sehen. Ich lache dann mit mir selber".
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In diesem Sommer warst Du die finnische Nummer eins. Wie war die Reaktion von den Teamkollegen?
AK:" Sie haben es auf die finnische Art getan. Es gab eigentlich keine größeren Reaktionen.:-))".
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Wie hat Tommi Nikunen auf Deinen Erfolg im Sommer reagiert?
AK:" Ich hatte das Gefühl als wenn die Ergebnisse Tommi und Kari Pätäri gefallen haben. Ich war nur überrascht, dass er nicht über die Ergebnisse überrascht war.:-)".
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Wie sehen jetzt Deine Ziele für den kommenden Winter aus?
AK:" Ich möchte mich verbessern und gute Ergebnisse erzielen".

Kokkonen, der neben dem Lernen für die Schule und dem Training auch noch Zeit findet Deutsch zu lernen, spricht inzwischen erstaunlich gut Deutsch.
Es ist kein Zufall, dass er Haferbrei und Wasser als seine Vorzugsspeisen angibt.
Dieser Mann ist ein ausgesprochenes Energiebündel, einer der ganz genau weiß was er will und dem für die Zukunft alles zuzutrauen ist, wirklich alles.
Auf Wiedersehen im Weltcup 2003/2004.
 
Akseli Kokkonen Homepage: http://www.akselikokkonen.cjb.net/
 
 





Thomas Morgenstern und Akseli Kokkonen







 
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