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Der Wechsel vom ehemaligen ÖSV-Co-Trainer
Heinz Kuttin zum polnischen Ski-Verband zu Beginn
des Sommers war zweifellos nicht nur für
Insider eine große Überraschung.
Kuttin, ehemaliger Weltklassespringer mit zahlreichen
nationalen und internationalen Erfolgen als
aktiver Springer, war nach nur einem Jahr beim
ÖSV zum polnischen Verband gewechselt,
und ist dort in erster Linie für Aufbau
des B-Kaders zuständig.
Einen Monat hatte Kuttin im Frühsommer
noch gemeinsam mit Stef Horngacher und Hannu
Lepistö das Training des ÖSV-Teams
geleitet, bevor er im Juni den Vertrag mit dem
polnischen Verband unterzeichnete.
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Herr Kuttin, nach einem ausgesprochen erfolgreichen
Jahr in Reihen des ÖSV kam diese Entscheidung
doch sehr überraschend, was waren die eigentlichen
Beweggründe für diesen Schritt?
"Natürlich macht man sich eine
solche Entscheidung nicht leicht, es ging ja
immerhin auch darum, die Heimat zu verlassen.
Letztendlich war es eine Folge aus verschiedenen
Faktoren.
Da war beispielsweise die Tatsache, dass ich
beim ÖSV nur mit einem sogenannten Werksvertrag
über eine Tätigkeit von 150 Tage pro
Jahr ausgestattet war.
Offiziell war ich auch nur für die Videoaufnahmen-
und Analysen zuständig, ein relativ kleiner
Aufgabenbereich also.
Dazu kam dann auch, dass innerhalb des ÖSV
mit Stef Horngacher und Alex Pointner gleich
zwei Leute im Trainer-Kader stehen, die sich
(vorausgesetzt alles läuft planmässig)
berechtigte Hoffnungen auf den Posten des Cheftrainers
machen dürfen, wenn Hannu Lepistö
aufhört. Das sind nicht unbedingt die besten
Aussichten, wenn man irgendwann selber Chef-Coach
sein möchte".
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Wie kam der Kontakt mit dem polnischen Verband
zustande?
"Ich wusste, dass beim polnischen Verband
die Stelle zu besetzen war. Den Kontakt habe
ich dann von mir aus gesucht. Ich habe mich
also im Prinzip um diese Stelle beworben".
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Das Verhältnis zu ihren Ex-Kollegen Horngacher
und Lepistö ist nach wie vor ausgezeichnet.
Gab es keine Probleme durch den Wechsel?
"Auf keinen Fall, die wird es auch nicht
geben. Hannu hat mir bei der Kontaktaufnahme
zum polnischen Verband geholfen".
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Wie sehen ihre Aufgaben in der neuen Position
jetzt genau aus? Wo sind die entscheidenden
Unterschiede zum vergangenen Jahr beim ÖSV?
"Mein Aufgabe ist es, die jungen polnischen
Athleten an die Weltspitze heranzuführen.
Es ist eine langfristige Aufgabe mit Blickrichtung
auf die Jahre 2005 - 2006 und darüberhinaus.
Dazu kommt dann eine unterstützende Funktion
des gesamten Kaders in Sachen Material. Der
Materialbereich ist auch der einzige in dem
ich direkt mit Adam Malysz zu tun habe.
Entscheidender Unterschied zum vergangenen Jahr
ist aber, dass ich jetzt praktisch freie Hand
habe mit meiner Arbeit".
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Wie wurden Sie vom Team, insbesondere von den
Athleten aufgenommen?
"Ich wurde zweifellos offen und freundlich
aufgenommen. So herzlich wie man sich das wünscht.
Ich bin mit der derzeitigen Situation absolut
zufrieden. Das Vertrauen muss ich mir aber zweifellos
erarbeiten, das bekommt man nirgendwo geschenkt.
Nur die Sache mit der Gewichtskontrolle, dafür
hassen mich die Springer sicher jetzt schon,
aber das muss eben sein" sagt Kuttin
mit einem unübersehbaren Grinsen.
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Wie war das Leistungsniveau der jungen Athleten
als Sie das Training übernommen haben?
"Es war erwartungsgemäß nicht
besonders gut. Wir arbeiten jetzt zunächst
verstärkt an den Bereichen Schnellkraft
und Ausdauer".
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Auf welche Dauer ist der Vertrag mit dem polnischen
Verband unterzeichnet?
"Der Vertrag läuft drei Jahre,
danach sehen wir weiter".
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In der polnischen Presse war zu lesen, dass
sie wesentlich mehr verdienen sollen als Cheftrainer
Tajner. Und sie sollen sogar der Trainer in
Polen sein, der am zweitbesten aller polnischen
Trainer verdient? (Spitzenverdiener auf dieser
Tabelle ist der Coach der poln. Fußball-Nationalmannschaft.)
Das hat in den Medien für einigen Trubel
gesorgt. Ist da etwas dran?
"Abslouter Quatsch. DIese Dinge wurden
von einem Mitarbeiter des Verbandes in die Welt
gesetzt als dieser den Verband verlassen hat.
Ich werde mich in diesem Punkt nicht rechtfertigen
und beschränke mich darauf zu sagen, dass
diese Zahlen in keiner Weise stimmen".
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Haben Sie ihren Wohnsitz nach Polen verlegt
oder pendeln Sie zwischen Österreich und
Polen hin und her?
"Ich wohne nach wie vor in Österreich,
bin aber besonders jetzt, zu Beginn meiner Tätigkeit
hauptsächlich in Polen. Derzeit sieht es
so aus, dass ich zwei Wochen beim Training in
Polen bin und die folgende Woche der Regenerierung
in Österreich verbringe. Das ist mir besonders
in der Anfangsphase sehr wichtig, ich muss dafür
sorgen, dass alle Details des Trainingsplanes
passen und genau umgesetzt werden. Erreichen
kann ich das nur, wenn ich so oft wie möglich
beim Training dabei bin".
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Mit den Ergebnissen von Wojciech Skupien bei
den COC-Springen in Garmisch-Partenkirchen (Plätze
3 und 4), können Sie mehr als zufrieden
sein. Wie schätzen sie diese Platzierungen
ein?
"Diese Ergebnisse freuen mich natürlich
sehr. Wojciech war damit in zwei Springen erfolgreicher
als in der Summe aller Springen der gesamten
letzten Serie. Wir müssen jetzt nur aufpassen,
dass die Erwartungen nicht zu schnell wachsen.
Wir haben einen langen und schweren Weg vor
uns. Teilerfolge sind dabei sehr wichtig, dürfen
aber auf keinen Fall überbewertet werden".
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Wie sieht es mit der Verständigung aus,
sprechen Sie polnisch?
"Ich habe mit Lukasz Kruczek einen sehr
guten Co-Trainer an meiner Seite der sehr gut
deutsch spricht. Ich bin inzwischen aber auch
so weit, dass ich wichtige Dinge in polnisch
sagen und fragen kann. Bei den Antworten und
Analysen der Springer übersetzt mir Lukasz
dann aber immer, so weit, dass ich alle Details
verstehe, bin ich noch nicht".
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