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   Skispringen.com Interview - Thomas Morgenstern: 01.07.2004
  "Es wird alles für mich gemacht"

Er ist das größte Talent im Skispringen, nicht nur im ÖSV, seit vielen Jahren.
Thomas Morgenstern, 17-jähriger Skispringer der an den Schanzen gute Laune und einen Optimismus verbreitet wie kein Zweiter.

Erster Weltcup-Sieg mit 16
Aufhorchen ließ Skispringer Thomas Morgenstern früh durch Titel als Junioren-Weltmeister.
Seinen ersten Weltcup-Sieg feierte er im Alter von 16 (Saison 2002/03 Liberec), der Gesamt-Sieg beim Sommer-Grand-Prix 2003 folgte.
Durch einen katastrophalen Sturz beim Auftakt der letzten Saison in Kuusamo, und seine erfolgreiche Rückkehr in den Weltcup-Zirkus nur wenige Wochen später, rückte der Kärntner erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.
Kontinuierlich gute Ergebnisse und, trotz der Zwangspause, Platz sechs in der Gesamt-Weltcup-Wertung sind die beeindruckende Bilanz der vergangenen Saison und machen Morgenstern zum Favoriten für den Sommer-Grand-Prix 2004.

Der Mann den ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer als "reinrassiges Rennpferd" bezeichnet, hat in seiner derzeitigen Verfassung ausgezeichnete Chancen beim Sommer-Grand-Prix seinen Titel zu verteidigen.

"Hellauf begeistert von meinem Sport"
Der Tagesablauf des Thomas 'Morgi' Morgenstern ist der eines Skisprungprofis - und gleichzeitig der eines Schülers:
Am Vormittag noch schnell eine Prüfung in Geschichte, am Nachmittag ab nach Predazzo oder eine andere Schanze: das ist Alltag für Morgenstern.
In Italien trainieren die Österreicher in diesen Tagen, ehe dann am Wochenende in Bischofshofen Trainingssprünge anstehen. "Bislang ist es recht gut gelaufen für mich", sagt Morgenstern, der in diesem Sommer bereits Trainingskurse in Ramsau, Hinterzarten und Innsbruck hinter sich hat. "Momentan bin ich hellauf begeistert von meinem Sport und zufrieden mit meinen Leistungen", sagt der Kärntner. Zwar sei es schwierig einzuschätzen, wo er leistungsmäßig derzeit stehe, im Vergleich zum vorjährigen Sommer will der Strahlemann jedoch eine Weiterentwicklung ausgemacht haben.

"Kam mit Lepistö super zurecht"
Ob daran der Trainerwechsel im österreichischen Team seinen Teil dazu beigetragen hat, lässt Morgenstern dahingestellt.
Der Oberschüler aus Lieserbrücke, der kürzlich ein Referat über Matti Nykänen auf Basis des Buches "Grüße aus der Hölle" zusammengestellt hatte, beschreibt in Rückblende sein Verhältnis zu Hannu Lepistö als friktionsfrei.
"Ich kam mit ihm als ÖSV-Cheftrainer super zurecht, mit Alex Pointner habe ich aber auch keine Probleme, ganz im Gegenteil. Bei der Junioren-WM arbeiteten wir schon mal zusammen, und ich erkenne derzeit, wie hoch motiviert er seine neue Tätigkeit in Angriff nimmt."
In Kärnten wird Thomas Morgenstern zusammen mit Martin Koch und Stefan Kaiser von Martin Wiegele betreut, der Trainer im neu geschaffenen Stützpunkt Villach ist.
Ein weiteres Plus für Thomas Morgenstern, denn Wiegele war schon immer ein wichtiger Ansprechpartner des jungen Springers.

"Titelverteidigung? warum denn nicht?"
Der Blick Morgensterns geht bereits in die Zukunft. Beim Sommer Grand Prix will er seinen Gesamtsieg aus dem Vorjahr wiederholen, "warum denn nicht?", fragt er keck.
Immerhin kommt ihm die neue Gewichtsregel entgegen, "ich kann noch abnehmen." Und fügt schelmisch grinsend an: "Es wird ohnehin alles für mich gemacht…". Dass sein Zimmerkollege Martin Höllwarth dem Team ebenso erhalten bleibt wie Sponsor-Kollege Andreas Goldberger, freut den Nachwuchsstar. "Von erfahrenen Athleten kann ich nur profitieren."

"Freizeit ist für mich nicht wichtig"
Ein Urlaub in Ägypten im April ist bereits Geschichte, einen zweiten gönnt sich Thomas Morgenstern vielleicht im Herbst. "Doch Freizeit ist derzeit nicht wichtig für mich, ich bin ganz auf das Springen fokussiert - und auf Italienisch, in diesem Fach muss ich im Herbst noch eine Prüfung nachholen…".
Der gedankliche Sprung vom Herbst in den Winter ist ein kleiner. "Einen Weltcupsieg feiern, bei der WM in Oberstdorf, auf einer meiner Lieblingsschanzen, mitspringen dürfen, den gesamten Weltcup bestreiten können, leistungsmäßig zulegen im Vergleich zum Vorjahr, das sind meine Ziele", sagt Morgenstern.

 









Schrecksekunde: Sturz in Kuusamo
 
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