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  Generationswechsel - zunächst im Training / 27.06.2002

Alle Bilder Skispringen.com, Copyright ©
 
"Ohne Zwei" absolviert zurzeit der A-Kader des DSV das Trainingslager in Ramsau.
Die verletzten Martin Schmitt und Sven Hannawald fehlen zwar, nehmen den anderen Teammitgliedern aber während des Trainings auch etwas den Druck, "Der Druck ist geringer wenn man nicht ständig schaut wohin die beiden springen" sagt beispielsweise Stephan Hocke.

"An den technischen Details arbeiten und ein bisschen Material testen", sind laut Cheftrainer Reinhard Hess die Ziele der deutschen Adler beim Lehrgang in Ramsau.
Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein setzen die Hoffnungsträger des DSV Sprung um Sprung, gelobt, kritisiert und korrigiert von Reinhard Hess und Henry Glass.

Hess: "Leistungsträger sind andere"
Elf Mann umfasst der neu geformte A-Kader.
"Es hat ein neuer Olympiazyklus begonnen und daher wurde auch der Kader neu bestimmt, mit Daniel Klausmann, Maximilian Mechler, Michael Neumaier und Jörg Ritzerfeld sind vier Leute in den A-Kader nachgerückt", erklärt Hess.
Und verschweigt auch nicht, dass die Leistungsträger aber andere sind.

"Wir müssen Schmitt und Hannawald fit bekommen"
Die beiden nämlich, die in Ramsau nicht dabei sind:
Martin Schmitt und Sven Hannawald. "Wir müssen die beiden fit bekommen, wir brauchen sie. Für die Jungen ist es noch zu früh. Sie haben zwar gute Perspektiven, aber sie können Sven und Martin nicht ersetzen."
Sven Hannawald wird in drei Wochen wieder mit leichtem Training beginnen können.
"Derzeit hat er absolute Ruhe verordnet, sein operierter Meniskus muss anwachsen. Wir werden sehen, ihn bis zum Winter wieder fit zu bekommen, den Sommer wird er wohl abschreiben können", berichtet Hess über den Gesundheitszustand von Sorgenkind Nummer eins.

"Wir wissen immer noch nicht woher die Schmerzen kommen"
Mehr Kopfzerbrechen allerdings bereitet ihm Sorgenkind Nummer zwei: Martin Schmitt. "Wir wissen immer noch nicht genau, woher seine Schmerzen an der Patellasehne kommen. Wir versuchen aber jetzt durch spezielles Training das Problem in den Griff zu bekommen."

"Bisher noch kein gemeinsames Trainingslager"
Die Abwesenheit der beiden Superstart belastet die nachstrebende Jugend weniger.
"Man springt schon mit weniger Druck, wenn man nicht ständig schaut, wohin die beiden springen", gibt Stephan Hocke zu. Maximilian Mechler und Daniel Klausmann hingegen können keine Vergleiche anstellen: "Wir waren noch nie gemeinsam mit Martin und Sven auf einem Trainingslehrgang".
Jörg Ritzerfeld erinnert sich an das Ende der letzten Saison: "In Harrachov war es schon extrem, da mussten die beiden ständig abgeschirmt werden."
Was die Stars von morgen erwartet, wenn sie sich in der nächsten Saison im Weltcup etablieren wollen, können sie nur erahnen.
"Als Junior springt man das ganze Jahr vor einer schmächtigen Kulisse, da ist der Weltcup sicher ganz was anderes," sinniert Ritzerfeld.

Stephan Hocke: "Bändereinriß auskurieren"
"Man darf sich eben nicht verzetteln mit der Sache, sondern sich voll konzentrieren," ergänzt Maximilian "Maxi" Mechler.
Mit ihren derzeitigen Leistungen sind die vier Newcomer einigermaßen zufrieden.
"Verbesserungsmöglichkeiten gibt es überall, beim Absprung und beim Übergang in die Flugphase habe ich noch genug Probleme," analysiert Stephan Hocke seine Situation.
Einen Bändereinriss im Sprunggelenk - zugezogen in der Freizeit - muss der Sportschüler aus Oberhof auch noch auskurieren.

Jörg Ritzerfeld: "Kampf um A-Kader Platz"
Sein Klassenkollege Jörg Ritzerfeld sieht für sich ebenso eine Optimierung der Technik - besonders im Flug und in der Anfahrtsgeschwindigkeit - als vorrangiges Ziel. "Und den Erhalt der A-Kader-Zugehörigkeit."

Maxi Mechler: "Acht Startplätze für elf Athleten"

Auch noch Schüler, allerdings im Allgäu, ist der 18-Jährige Maxi Mechler. "Ich möchte den Anschluss schaffen und im Weltcup mitspringen", gibt sich Maxi Mechler ambitioniert. "Aber ich weiß, dass es dorthin noch ein schönes Stück Arbeit ist. Wir sind elf Leute im Team und es gibt nur acht Startplätze."
Doch beklagen könne er sich auch nicht, bisher war es in seiner Karriere immer nur bergauf gegangen.

Daniel Klausmann: "Eigentlich wollte ich nur Spaß am Sport"
Ähnliches kann der Neuzugang Daniel Klausmann von sich erzählen: "Jedes Jahr lief es ein bisschen besser. Dabei hatte ich nie große Ziele, wollte nur Spaß am Sport haben".
Aber dann, als plötzlich die Einladung zum A-Kader-Trainingslehrgang ins Haus geflattert war, realisierte der Schonacher, dass ihm womöglich eine große Zukunft offen stünde.
"Die Trainer wollen mich für Olympische Spiele aufbauen und das ist natürlich schon ein reizvoller Gedanke, aber so vieles im Sport ist noch Neuland für mich, es gibt so vieles was ich noch gar nicht kenne."
Martin Schmitt war sein Vorbild, "aber jetzt schau ich auf mich, jetzt, wo wir im gleichen Team sind."


Der DSV-Kader in Ramsau:

Trainer: Reinhard Heß, Henry Glaß,

Springer: Christof Duffner, Georg Späth, Michael Uhrmann, Alex Herr, Stephan Hocke, Maximilian Mechler, Daniel Klausmann, Jörg Ritzerfeld, Michael Neumayer

DSV-Team in Ramsau



Michael Neumaier

Daniel Klausmann

Georg Späth

Jörg Ritzerfeld

Michael Uhrmann

Panorama Ramsau Sommer 2002
 
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