Am 4. Mai um 11 Uhr war es soweit: mit dem ersten
Spatenstich begann der komplette Umbau der Wurmbergschanze
in Braunlage. Weil das Schanzenzertifikat abgelaufen
ist und die Anlage nicht mehr den Vorgaben der
FIS entspricht, müssen Änderungen im
Profil des Aufsprunghanges vorgenommen werden.
Im Rahmen dieser Renovierungsmaßnahmen soll
die Schanze zusätzlich vergrößert
werden, so dass künftig Sprünge von
über 100 Metern möglich sind. Derzeit
liegt der Schanzenrekord bei 91,5 Metern.
Das Besondere an dem Umbau ist jedoch die Installation
einer beheizbaren Profil-Anlaufspur aus Glas-Keramik,
welche bisher einmalig auf der Welt ist und
die Schneespur ersetzt.
Die Spur kann sowohl im Sommer als auch im Winter
benutzt werden und bietet hervorragende Gleiteigenschaften
bei allen Witterungsbedingungen.
Dadurch ist gewährleistet, dass während
eines Springens für alle Athleten die gleichen
Anlaufbedingungen herrschen. Durch die Beheizung
entfällt auch das umfangreiche Präparieren
des Anlaufs mit Schnee.
Ein weiterer Vorteil ist die praktisch unbegrenzte
Lebensdauer.
Entwickelt wurde die neuartige Anlaufspur vom
Oberwiesenthaler Joachim Winterlich, dem ehemaligen
Trainer von Skisprung-legende Jens Weißflog.
Der Deutsche Skiverband und die FIS gaben grünes
Licht für den Einbau der zur Zeit modernsten
Anlaufspur der Welt. Die Braun-lager Wurmbergschanze
dient somit als Pilotprojekt, das erstmals beim
Continentalcup-Springen am 2. / 3. März
2002 zum Einsatz kommt. Die gesamten Umbaukosten
werden mit etwa 1,5 Mio. Mark beziffert.
.
Braunlage im Harz ist die nördlichste Wettkampfstätte
in Deutsch-land und regelmäßig Ausrichter
von COC-Springen. Erbaut wurde sie bereits 1922
als 40-Meter-Schanze. Nach ihrer Fertigstellung
fanden hier 1923 die Deutschen Skimeisterschaften
statt.
1952 wurde die Wurmbergschanze erneut umgebaut
und ließ Weiten um 70 Meter zu. Ab diesem
Zeitpunkt fanden in Braunlage nicht nur Deutsche
Meisterschaften statt, sondern auch zahlreiche
internationale Skispringen.
1984 wurde wieder eine Deutsche Meisterschaft
zum Anlass genommen, die Schanze umzubauen.
1996 fand dort schließlich der erste ICC-Cup
statt und wurde bis zum Jahr 2000 fortlaufend
an dieser Stelle ausgerichtet.
Mit den derzeitigen Umbaumaßnahmen ist
auch gleichzeitig der Startschuß für
die Schaffung eines neuen Skisprungzentrums
in Norddeutschland gefallen. Die Bauarbeiten
sind ab dem 10. Mai via Webcam auf http://www.coc-ski.de
zu verfolgen, so dass sich Interessierte stündlich
über die Entwicklung auf dem Wurmberg informieren
können.
Bildmaterial mit freundlicher
Genehmigung vom WSV Braunlage
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