zurück zur
 Geschichte -
 Übersicht
 
 home
 Aktuelles
 Terminplan
 Ergebnisse
 Archiv
 Nachwuchs
  
 Interaktiv
 Gästebuch
 Forum
 Chat
 
  Anekdoten des Skispringens
  Historisches aus Planica
Planica 2001 
 

Andreas Goldberger (AUT)  
 

 Christoph Duffner (GER) 
 

 Roberto Cecon (ITA)

 
1936 war der Österreicher Sepp Bradl in Planica als erster Mensch über 100m gesprungen, am 17. März 1994 segelte Andi Goldberger als erster über 200 m.
Das Training an diesem 17. März war wie ein Wunder.
Andi Goldberger konnte seinen Sprung auf 202 m nicht stehen, griff in den Schnee. Toni Nieminen hingegen stand seinen Flug auf 203 m. Der Finne, der sonst lieber schweigt, konnte danach nicht mehr aufhören zu reden. Er lachte von ganzem Herzen.
Auch Christoph Duffner, der bei 207 m gestürzt war, schilderte mit blutenden Lippen den erstaunten Reportern den schönsten Flug seines Lebens.
 
Den inoffiziellen Rekord aber stellte Espen Bredesen auf, mit einem Sprung auf 209 m. Nun fragt man sich, weshalb das ein inoffizieller Rekord war.
Nun, die FIS hatte schon 1986 den Weltrekord bei willkürlichen 191 m 'eingefroren', d.h., grössere Weiten wurden nur als 191 m gewertet.
Als 1987 der Pole Pjotr Fijas auf 194 m sprang, musste der Speaker dem Publikum die wahre Weite verschweigen!
 
Der Norweger Thorbjörn Yggeseth, Präsident des Sprungkomitees der FIS, konnte nur den Kopf schütteln über seine Kollegen in der FIS. "Einem Abfahrer sagt man ja auch nicht, dass er die Höchstgeschwin-digkeit von 100 km/h nicht überschreiten darf!" meinte er.
 
Die FIS fürchtete sich vor allzu weiten Sprüngen und versuchte mit dem 'Einfrieren' des Rekordes die Weitenjagd zu verhindern und damit die Springer vor Verletzungen zu schützen - ein guter Vorsatz, aber leider das falsche Mittel! Denn welchen Flieger kümmert es, ob die Weite offiziell anerkannt wird: gestanden ist gestanden!
Diese Regelung wurde dann auch wieder aufgehoben, und der heutige Weltrekord steht bei 212 m, gehalten von Lasse Ottesen.
Den weitesten, aber leider nicht gestandenen Flug erlebte allerdings Dieter Thoma: 213 m!
Die Skiflug-WM 1994 in Planica stand unter einem zwiespältigen Stern. Einerseits wurden (im Training) Weiten über 200 m erzielt, anderer-seits wurden aber nur Weiten bis 191 m gezählt! Dies kostete den Italiener Roberto Cecon den 2. Platz!
 
Doch zuerst zum Sieger: Jaroslav Sakala zeigte zwei regelmässige Sprünge auf 189 m und 185 m. Seine Gesamtpunktzahl betrug 351.3, womit er verdient Skiflug-Weltmeister wurde.
 
Roberto Cecon erreichte 160 m und 199 m, und da die 199 m nur als 191 m gezählt wurden, erhielt er eine Punktzahl von 324.7. Auch mit voller Punktzahl hätte er Jaroslav Sakala nicht schlagen können,
ABER:
Espen Bredesen sprang 172 m und 182 m, erhielt eine Punktzahl von 329.8 und somit, nicht ganz verdient, die Silbermedaille!
 
Doch der Norweger zeigte Grösse: Zweienhalb Stunden nach dem Wettbewerb packte er seine Silbermedaille aus der Tasche, tauschte sie gegen die Bronzene von Roberto Cecon, der neben ihm sass, und sagte erleichtert: "Nun geht es mir viel besser." Er zeigte auf den Italiener und meinte: "Wir beide, wir wissen, wie die wahren Verhältnisse sind." Cecon nickte, ja, die Regeln seien eigenartig, das Publikum wolle 200 m Sprünge sehen, und die Springer hätten ihren Spass daran.
 
Wie gesagt, die FIS hob später die 191 m-Sperre auf, und auch dieses Jahr können wir uns auf eine Weitenjagd freuen. Hoffen wir auf einen vernünftigen Entscheid der Jury, dass wir 220 m sehen können - mit perfektem Telemark und 5x der 20!
 

 zurück