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Historische
Entwicklung des Materials |
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Kleidung |
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In den Anfängen des Skispringens trugen die Skispringer
ihre Alltags-kleidung, die aus einem Wollpullover, fester
Hose mit Gamaschen, robusten Bergschuhen, sowie Wollzipfelmütze
und Fäustlingen bestand. Zwischen dem ersten und
dem zweiten Weltkrieg benutzten die Skispringer den
sogenannten "Norwegeranzug". Die altbewährten
Flatterhosen wurden durch enganliegende Keilhosen ersetzt,
um möglichst windschlüpfrig zu sein (4).
Erst im Laufe der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts
begann man mit Trägern versehene Latzhosen bis
an die Brust zu tragen. In der
Saison 1974/75 verwendeten die damals auf diesem Sektor
führenden Österreicher die ersten angefertigten
kompletten Springeroveralls (17, 31). Ein Jahr später
bei den Olympischen Spielen in Innsbruck 1976 waren
bereits alle Athleten mit solchen Anzügen ausgestattet.
Der auftriebfördernde "Balloneffekt"
in der Flugphase, der durch luftdurchlässige Materialien
auf der Vorderseite, bzw. luftundurch-lässige Stoffe
auf der Rückenseite entstand, vergrößerte
unter diesen Umständen die Sprungweiten. Der Internationale
Ski-Verband legte daraufhin einen identischen Wert für
die Durchlässigkeit der Vorder- und Rückseite
fest um diese Entwicklung zu stoppen. Es setzten sich
nun neue Anzugmaterialien durch. Als Ober- und Untermaterial
diente das hochelastisches Lycra aus der Badebekleidung,
das beidseitig auf eine dicke Schaumstoffschicht aufgetragen
wurde und auch einen relativen Schutz vor leichten Prellungen
und Verbrennungen bieten konnte.
Nach der Olympiade 1984 in Sarajevo beschloß der
Internationale Ski-Verband eine Mindestluftdurchlässigkeit
an jeder Stelle des Kleidungs-stückes. Es folgten
Weiterentwicklungen im Bereich der Oberflächen-struktur
der Anzüge. Rauheffekte auf der Vorderseite und
möglichst glatte auf der Rückenseite erwiesen
sich als günstig. Besonders dicke Schaumstoffeinlagen
wirkten sich leistungsfördernd in Verbindung mit
dem neuen V-Stil aus und erreichte 1994 in Lillehammer
eine Stärke von zwölf Millimetern.
Heute sind Luftdurchlässigkeit, maximale Umfangsweite
der Anzüge, sowie die Dicke der Materialien im
Sinne der Sicherheit für den Springer abermals
neu reglementiert worden (12, 64).
Um einen fairen Vergleich der Athleten beim Springen
zu erzielen, verordnete die FIS im Sommer 2000 eine
weitere Regel. Jeder Sprunganzug muss dabei absolut
eng am Athleten anliegen, dass keine zusätzlichen
Luftpolster entstehen können.
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Kopfschutz |
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Im Jahre 1962 regte der kanadische Skiverband erstmals
die Ein-führung eines aus gepolsterten Riemen bestehenden
Kopfschutzes an (15). Zuvor wurde mit normalen Wintermützen
gesprungen. Die Entwicklung eines robusten Helms blieb
seither nicht stehen.
Mit Versuchen in Windkanalen und durch verschiedene
Berechnungen wurden immer aerodynamischere Formen des
Kopfschutzes entwik-kelt. Heute gilt der Helm neben
dem Schutz des Athleten auch als effektive Werbefläche,
die bei Fensehinterviews meistens besonders herausragen.
Mittlerweile nutzen auch viele Springer die Einblendung
des Helmes für ihre eigene Imagewerbung (siehe
lila Milka-Helm von Martin Schmitt).Das Hai-Motiv von
Christof Duffner, der Panther von Hansjörg Jäkle
und die Hornisse von Alexander Herr sind weitere innovative
Kopfschutz-Designs.
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Sprungski,
Bindung, Schuhe |
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In den Ursprüngen des Skispringens verwendeten
die Telemarker Bergbauern des 18. Jahrhunderts primitive
Skisprungbindungen aus zusammengedrehten Birken- und
Weidenruten, um sie als korb-griffartige Zehenbügel
an den Skiern zu befestigen. Die oft bei der Landung
splitternden Skier bestanden aus dem in Skandinavien
reichlich vorhandenen Holz der Tannenwälder und
wurden Föhren-skier genannt (44, 53, 74).
Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts begann
die norwe-gische Industrie mit der Herstellung von Skiern
und Bindungen. Auf den Markt kam die sogenannte Meerrohrbindung,
die in Österreich auch Rohrstaberlbindung hieß.
Der Vorderfuß wurde durch einen breiten Riemen
an den Ski gebunden.
Ein vor den Zehen befestigter und nach hinten verlaufender
Fersen-riemen, der durch einen Meerrohrbügel verstärkt
war, sorgte bei dieser Konstruktion für den nötigen
Halt. Bis ins Jahr 1914 wurde diese Bindungsart bei
internationalen Wettkämpfen benutzt. Bevorzugt
wurde für die Skiherstellung Hickory eingesetzt,
eine durch ihre harte und elastische Eigenschaft geschätzte
amerikanische Walnußholzart (34, 44).
Mit dem ersten großen Skisportaufschwung der neunziger
Jahre des letzten Jahrhunderts wurde eine Vielzahl an
Bindungssystemen ange-boten. Durchsetzten konnte sich
bis in die 20 er Jahre hinein das vom Norweger Huitfeldt
1897 patentierte Bindungsmodell.
An den im Vorderfuß eingebohrten eisernen Backen
konstruierte er schnallbare Zehen, Mittelfuß-
und Fersenriemen und später auch einen patentierten
Schnellverschluß (41, 43, 46, 46, 54).
Eine lange Ära hatte die um 1930 aufkommende Kandahar-Kabelzug-bindung,
die erstmalig ganz aus Stahl gefertig wurde. Für
die jeweilige Wintersportdisziplin konnte der Kabelzug
durch Umlenkhaken funktionsgerecht verändert werden.
Als geeignetes Material für die Sprungskiherstellung
hielt man auch weiterhin am robusten und schweren Hickory-Holz
fest.
Die Erfahrungen zeigten, dass eine dreirillige Lauffläche
dem Springer die größte Sprungsicherheit
gab. Die Sprungski waren im allgemeinen zwischen 2,25
Meter und 2,45 Meter lang und ca. 6 kg schwer (34, 44).
Diese Art der Allroundbindung bedeutete aber auch für
den Sportler einen funktionellen Kompromiß einzugehen.
Da die Flugphase des Skispringers eine möglichst
flexible Fersenbewegung erforderte, der alpine Abfahrtslauf
jedoch ein starres Bindungssystem zu sicheren Skiführung
benötigt, trennte sich allmählich die Bindungsentwicklung
in zwei völlig unterschiedliche Bereiche (4).
1976 führte die Österreichische Skisprungnationalmannschaft
den "Stützenschuh" ein. Dem Springer
sollte durch diese Konstruktion mehr Halt durch eine
Schuherhöhung im Sprunggelenk bei der Landung gegeben
werden (31).
Das Prinzip der Kabelzugbindung blieb den Spitzenspringern
bis Ende der 80er Jahre erhalten. Der Skischuhabsatz
wurde über ein federndes Stahlseil nach vorne hin
durch einen in der Spannung einstellbaren Vorderstrammer
in den Skibacken fixiert.
Da der Springer für die starke Körpervorlage
während der Flugphase eine große Fersenfreiheit
benötigte, lenkte man das Stahlseil über Tiefzugbacken
am Vorderfuß und erzeugte so den gewünschten
Diagonalzug (8).
Im Sommer 1993 führte der Bindungshersteller Silvretta-Sherpas
nach eigenen Angaben in Verbindung mit dem Adidas-Sprungstiefel
eine neuartige Sicherheitsbindung ein.
Das neue System besaß ähnlich wie im alpinen
Skilauf einen Aus-lösemechanismus, der bei Stürzen
oder extrem starken frontalen Zugbelastungen die Skier
von der Bindung löst und somit den
Springer während des Unfallgeschehens von den Skiern
befreien sollte. Der Kabelzug wurde durch ein in Länge
und Rückstellkraft variabeles Zugband im Fersenbereich
ersetzt. Durch einen Adapter an der Schuhsohlenspitze
wurde der Spezialstiefel in die mit einem Sicherheitsauslöser
versehenen Drehbacken eingeklickt (69, 70).
Die Sprungski moderner Prägung bestehen laut Werksangaben
der Firma Atomic im Vorderski aus synthetisch hergestelltem
Normex, das als Kernmaterial verwendet wird. Im hinteren
Bereich des Skis dient Holz als Basismaterial. Symmetrisch
nach außen kommt Glasfaser und Fiberglas zum Einsatz.
Die Lauffläche besteht bei den meisten Springern
aus fünf Führungsrillen
(61)
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