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Historische
Entwicklung des Schanzenbaus |
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Die
Fallschanzen |
In der Frühgeschichte des Skispringens wurden
Scheunendächer, Holzhaufen, Bodenwellen,
Schneehügel und sogar Misthaufen als Schanzen
benutzt und mit einem konkav ausgeformten Schanzen-tisch
für hohe Loopingsprünge versehen. (43,
67)
Ab 1911 beschäftigte sich der damals bekannte
Skispringer Sepp Bildstein erstmals theoretisch
mit dem Sprunghügelbau und definierte detailliert
die einzelnen Schanzenelemente wie Vorbau, Einfallswinkel
des Aufsprungs oder Tischneigung (10, 41, 53).
In Nordamerika erbaute der norwegische Emigrant
Carl Hovelson 1912 in Steamboat Springs/USA den
ersten Anlagenkomplex bestehend aus drei Schanzen.
Die dort gesprungenen Weiten über-boten alle
Weitenrekorde auf euröpäischen Schanzen
bis zu dieser Zeit um annähernd zwanzig Meter.
(10, 63)
Der vorherrschende Schanzentypus dieser Zeit ließ
die Springer, bedingt durch den hohen Luftwiderstand
im Flug, relativ schnell nach unten fallen. Um
unter solchen Bedingungen größere Sprungweiten
zu erreichen, mußten die Schanzen mit einer
entsprechenden Fallhöhe konstruiert werden.
Der Begriff der "Fallschanzen" stand
stellvertretend für diese Epoche der Sprunggeschichte.
Eine zentrale Rolle in der Schanzenentwicklung
der nächsten Jahrzehnte spielte
der bereits oben erwähnte Skisprungwissenschaftler
Dr. Straumann. Seine "aerodynamischen"
Sprungstiltheorien von 1926/27 waren inhaltlich
eng mit der Konstruktion von Schanzen verknüpft.
(10, 35, 41, 72, 73)
Im Jahre 1936 gab der Internationale Ski-Verband
die ersten Bestimmungen für den Bau von Sprungschanzen
heraus, um die weltweit teilweise unterschiedlichen
Schanzenkonstruktionen für Wettkämpfe
der FIS zukünftig nach einheitlichen Richtlinien
zu nutzen (37, 53, 67).
Zudem erließ die FIS ein Verbot, größere
Schanzen als achtzig Meter zu bauen und in Betrieb
zu nehmen. Der Ingenieur Stanko Bloudek setzte
sich über das Verbot hinweg und erbaute die
Skiflugschanze von Planica (Jugoslawien). Die
Sprünge von Schanzen dieser Größe
bezeichnete er als "Skifliegen". Es
dauerte zwei Jahrzehnte bis der Dachverband das
Skifliegen als gleichberechtigte Sportdisziplin
akzeptierte. (13, 38, 53, 54, 67)
1954 belegte der damalige DDR-Trainer Hans Renner
im thüring-ischen Zella-Mehlis erstmals eine
Schanze mit bürstenartigen Vinidurplatten.
Den Springern wurde nun die Möglichkeit geboten
ganzjährig zu trainieren, da die Materialeigenschaften
denen einer
gut präparierten Schneeschanze entsprachen.
Die neueren Generationen der Mattenbeläge
bestanden aus abriebfesten Polypropylenfasern.
Als Materialien für die Anlaufspur fanden
die Materialien PVC, Porzellan oder Glas ihre
Anwendung.
(16, 36, 67, 68)
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Die
Flugschanzen |
Ende der sechziger Jahre entstanden die ersten
computergestützten Modellberechnungen von
Schanzenprofilen. 1972 vergab die FIS erstmals
Schanzenprofilzertifikate, die den festgelegten
Sicherheits-anforderungen der internationalen
Wettkampfordnung entsprechen mußten, um
als Wettkampfanlage in Frage zu kommen.
(17, 25)
1976, 1978 und 1992 wurden im Auftrag der FIS
Messungen mit High-Speed-Kameras in Oberstdorf
durchgeführt, um die biomechanischen Veränderungen
in der jeweiligen Sprungtechnik zu dokumentieren.
Die gewonnenen Erkenntnisse bildeten unter anderem
die Grundlage für die Novellierung der Schanzenbaunormen.
Das Prinzip, mit aufwend-iger Computertechnik
die Entwicklung aller Skisprungparameter zu erheben
und entsprechende Veränderungen in den Schanzenprofilen
zu formulieren, intensivierte sich zunehmend bis
in die heutige Zeit. (17, 21)
Durch den V-Stil hatten sich der Landewinkel,
die Anlauf- und Lande-geschwindigkeit deutlich
verringert. Die Folge war, dass Sprungweiten
erreicht wurden, die weit unterhalb des kritischen
Punktes einer Schanze lagen.
Das Profil vieler Anlagen mußte somit der
flacheren, aber längeren Flugbahn der neuen
V-Stil-Generation angepaßt werden. Möglich
wurde die Homologierung durch Verringerung der
Schanzentisch-neigung, die zur Änderung der
Flugbahn führte. Eine entsprechende Profilierung
an der Landezone sorgten für die Reduzierung
des Aufsprungdrucks. (24, 25, 29)
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